Besuch statt Bloggen: ein fast rechnerfreies WE geht zuende. Hauptbestandteile: zweimal ColorLine-Arena am Freitag und Samstag abend.
Da war zunächst einmal ein okayes a-ha-Konzert am Freitag. Incl. zwei Momente mit Nerd-Faktor:
- LIST POSITION POKE DISK – bereits als Intro für den ersten Song (The sun always shines on TV) flashten in monitorgrün Begriffe auf, die ich spontan dem Grundwortschatz meines alten Commodore 128 zuordnen würde.
- zu I dream myself alive (unspektakulärer Synthi-Pop vom ersten Album) griffen die Space Invaders auf den Monitorpanels an.
Ich würde gerne sagen »ein überwältigendes Konzert«, aber leider war es »nur« gut, nett, unterhaltsam. Mit dem höreindruck der »How can I sleep…«-Live-CD im Ohr und den Bildern vom Rock am Ring vor Augen (als a-ha vor einigen Jahren den undankbaren Job hatten, als Ersatz für die eigentlich angekündigten Metallica (IIRC) auftreten zu dürfen), fällt die Show vom Freitag doch ziemlich ab. Nicht, dass es schlecht war, ganz im Gegenteil. Ich hätte mehr Live-Band erwartet (nur ein Drummer plus ein Mann für alle Zusatz-Tasten), etwas mehr »Show« und Interaktion, ein paar weniger Hits vielleicht und dafür etwas mehr Album-Tracks. Manche Songs wirkten verkürzt, um vertraute Instrumentalpassagen beraubt. »Hunting high and low« ist ohne Basslauf ist immer noch ein guter Song, aber es fehlt halt was. Auch wenn zwei Stunden Konzertdauer ok gehen, blieb nach der zweiten (kurzen) Zugabe der Eindruck, als hätte einige wichtige Songs gefehlt. Immerhin – der stärkste Track des Abends war der vermutlich unbekannteste: »Analogue«. Und nach diesem Abend möchte ich nie wieder ein bestuhltes Rockkonzert besuchen, erst recht nicht im Innenraum der ColorLineArena in Hamburg.
Fazit: Gelohnt hat sichs trotzdem. Der Abend war nicht perfekt. Aber sehr ok.
Samstag dann Hörspiel: Die drei Fragezeichen, live and ticking. Zur Anreise schwante mir, dass das Heimspiel des HSV möglicherweise ein Problem bei der Parkplatzsituation an der Arena darstellen könnte, die Sorge war aber dann doch unbegründet. In der Halle dann erschlagen von Menschen (freie Platzwahl!) und Merch. Selten so intensive Werbeberieselung in eigener Sache gesehen: frontale Anpreisungen von Schlüsselbändern (vor der Pause ausverkauft), Tonträgern, T-Shirts, Live-Mitschnitt des Abends usw.
Hörspiel »live« geht ansonsten sehr ok. Den Kult um die älteren Herren Hörspielsprecher und das (mittlerweile ja schon abflauenden) Fragezeichen-Revival insgesamt kann ich nicht ganz nachvollziehen, aber ich höre auch sonst keine Hörbücher. Und schon in Kindheitstagen hab ich lieber die Bücher der »???« gelesen als die Tapes gehört. Die Idolisierung der Sprecher (und der Merch) geht etwas auf den Zeiger, aber die Bühnentruppe macht ihren Job gut, witzig und geistreich. Schöne Sache, netter Abend.
(BTW: verlinktes Video nicht von mir)
Nachschlag?
Does the blood that boiled now run dry? – Steve Skaith Band in Hamburg
It’s the lie of the century
Farewell-Tour 2010: a-ha lösen sich auf
Hurricane Fighter Plan
tv&me: Rockpalast – Band of Horses
There’s always something left to remind him…
Hard to Händel with Ukulelen

