Ich habe Wire nie als die Punkband kennengelernt, die sie mal waren, sondern zuerst so um 1987, als der Typ mit dem (auf unser Pampadorf bezogen) strangesten Musikgeschmack in meinem Bekanntenkreis mit »The Ideal Copy« um die Ecke kam. Nun, Wire waren auf Mute – und dank meiner damaligen Präferenz für die eine große Mute Band (Depeche Mode) ging fast alles von diesem Label irgendwie in Ordnung.
»A bell is a cup – until it’s struck« war schon eine große Platte. »It’s beginning to and back again« setzte nochmal einen drauf. Und seit dem haben die drei bis vier Herren auch nichts vergleichbares mehr produziert, auch wenn »Manscape« einige sehr geile Songs enthält. IBTABA ist ein ‘organisches’ Patchworkalbum. Ein Best-of-Live-Remix. Wire haben Live-Mitschnitte von Songs der letzten beiden Studioalben genommen, sie im Studio zum Teil bis auf die Drumtracks reduziert, mit Overdubs und Re-Recordings angereichert und daraus plus neuem Material ein Album gebaut. Normalerweise würde man denken, dabei kann nix gutes rauskommen, aber auf diesem Album funktioniert das fast immer und ergibt neue Perspektiven für bekannte Songs. Neben so etwas Großem wie die 25-minütige Dreieinigkeit von Illuminated/Boiling Boy/Over Theirs (super für Autobahnfahrten!) finden sich kompakte Popsongs wie In Vivo – oder eben auch Eardrum Buzz.
Viel Spaß beim Erkennen der Promis mit Finger im Ohr. Spontan sicher zuordnen konnte ich Vince Clarke (Depeche Mode, Erasure), Andy Fletcher (Depeche Mode), Ralf Dörper (Propaganda, Krupps), Bernard Sumner (New Order) und Björk.
Nachschlag?
finest worksongs
whens plane crash coming out (Soundtrack 1989)
to put it all down and start again
Remixes!
rolling on extreme ways
Axel F vs. Situation
love, peace and harmony (Soundtrack 1989)

