35.000 Menschen bei einem Trauergottesdienst. Begräbnisstimmung in einem Stadion.
Applaus bei einem Begräbnis, weil kein anderes Mittel verfügbar und angemessen scheint, um seine Zustimmung und Anteilnahme auszudrücken. Wäre sowas in einer Friedhofskapelle oder am offenen Grab denkbar? Ich habe dafür noch nicht genug Begräbnisse miterlebt, aber dieses scheint sowieso alle Rahmen zu sprengen. Wie trauert man als Masse?
Viele Worte, denen man dringlich Wünschen würde, nicht nur Sonntagsrede zu bleiben. Theo Zwanziger, dem man am Ende gewünscht hätte, seine Worte doch aufgeschrieben zu haben, um nicht in Formulierungsnöte und somit ins Unkonkrete (»Zivilcourage«?) zu kommen. Christian Wulff fand erstaunliche Worte, die ich ihm nicht zugetraut hätte; hoffentlich stammen sie nicht von seinem Redenschreiber. Stephan Weil, OB von Hannover, wäre vielleicht für seine Worte zu einem anderen Anlass belächelt worden:
Erfolg im Sport ist nicht das Wichtigste im Leben. Wir haben alle Angst und Furcht. Der eine mehr, der andere weniger. Der eine kann gut damit umgehen, der andere weniger. Dass Robert Enke Angst vor der Öffentlichkeit haben musste, das tut ganz besonders weh. Es wäre gut, wenn sein Tod helfen könnte, dass andere Menschen ihre Angst zeigen und sie nicht verstecken. Wer Angst zeigt, ist stark – nicht schwach.
Wir werden sehen, ob diese Worte irgendeine nachhaltige Wirkung verbreiten.
Die Straße, die an der Bahn entlang vom Umglücksort Eilvese zum Friedhof nach Empede verläuft, führt auch ins nach Himmelreich.
»Dein (Himmel)Reich komme, dein Wille geschehe…« Ein ebenso eindrucksvolles Zeichen wie der Applaus hätte ein lautes Vater Unser sein können, aber das fiel seltsam verhalten aus. Sollte das Gebet Jesu tatsächlich so unbekannt geworden sein? Darin geht es schließlich um Schuld und Schwächen vergeben. Um die Unvollkommenheit, das Angewiesensein und die Sehnsucht nach einer anderen, menschlicheren Welt. »… wie im Himmel, so auch auf Erden.« Aber das Himmelreich, so Jesus, gleicht einem Samenkorn: es lässt sich einpflanzen. Und wächst. Bringt Frucht.
Man hätte sich gewünscht, die Bildregie hätte Frau Enke weniger zeigen wollen.
Und Beckmann. Warum ausgerechnet Beckmann?
Nachschlag?
Journey by night…
Minister, Minister, care for your children…
Lift your feet when your walking on the dead
Nichts bleibt für die Ewigkeit
Jahreswechsel mit Randsportart
Brad »Blogosphere« Graham verstorben
Keine Distanz

