So bleibt Rap zwar der Sound, der aus den Handys plärrt. (…) Aber das Zentrum ist weggebrochen. Und damit ist auch die Zeit der Klassiker vorbei. Das Publikum kann sich nicht mehr entscheiden, wie noch zu Zeiten von “Thriller”.
Angesichts des Todes von Michael Jackson wurde es erst recht still im HipHop. Mit Rap konnte der King nichts anfangen. Sein Abstieg begann nicht umsonst mit dem Aufstieg von HipHop. Jacksons Songs waren populär, weil sie davon handelten, jemand anderes zu werden. In den Neunzigern wurden sie von den Allmachtsfantasien aus dem HipHop weggefegt.
20 Jahre später erlahmen nun auch die großen HipHop-Erzählungen. Was wollen Rapper auch noch werden, wenn ihnen die Finanzkrise die letzte Legitimationsgrundlage geraubt hat? Wenn ein Afroamerikaner Präsident geworden ist? Gangster jedenfalls nicht mehr – auch in Deutschland nicht: Aggro Berlin hat dichtgemacht. Was bleibt, sind Methoden und Haltung von HipHop. Die haben die gesamte Popkultur durchdrungen. Bloß rappen muss dazu keiner mehr.
Gefunden in meiner Totes-Holz-taz, gibts aber netterweise auch online.
Nachschlag?
Over the hills and far away: Gary Moore verstorben
Nothing to die for: erste Alphaville-Single seit Jahren
Full steam is made of this
Autumn winds blowin’ outside the window: Hörsturz Runde 29
The poets turmoil No. 0815
Speak of a drowning… (Soundtrack 1989)
New orders for bad lieutenant

