Bad Taste! Willkommen zur Sonderrunde des schlechten Geschmacks. Nicht allen war so ganz klar, was tatsächlich unter diesem Motto zu verstehen sei: das, was man selber für ganz übel hält? Songs, die man früher mal toll fand, aber jetzt nicht mehr? Großartigen Trash, von dem man noch nicht mal seinem liebsten Goldhamster erzählen würde? Oder ganz tolle Sachen, für die man von aufrechten Musikliebhabern getötet werden würde?
Tatsächlich ist eine Menge Müll dabei. Ohrenkrebs garantiert. Aber auch ein paar nette Popsongs und einzelne Perlen, auch wenn manche davon aus Plastik sind. Ich befürchte, in dieser Runde muß ich einige Geständnisse machen – stark die Kraft der dunklen Seite des Geschmacks ist. Und hoffe, dass unter den Mitlesenden nur friedliebende Musikliebhaber sind.
Wie üblich beim Projekt Hörsturz kommen zunächst die fünf Pflichtsongs und nach dem Break die Bonustracks.
Dieser Bart! Diese Klamotten an den Mädels (Jaaa, so sahen Menschen früher wirklich aus)! Partykeller-Chic aus den 70ern, Klatschen haarscharf neben dem Beat und die perfekte Symbiose aus NDW und Truck Stop.
Geständis Nummer eins: es gab eine Phase in meinem Leben, in der ich Truck Stop ganz ok fand. Tut mir leid, ist lange her, musikalische Frühverziehung sozusagen; ich bin ein Opfer von Dieter Thomas Heck. Wie der NDW-Kenner weiß: »in einem Studio in Maschen, gleich an der Autobahn«, wo man »Geige, Banjo und Steel Guitar« hört, wurde auch Fräulein »Hohe Berge« Menke produziert, gehörte das Studio doch ihrem Papi. Zwei Welten, die in der Realität also gar nich so weit auseinanderlagen.
Tex Haper kennt sich offenbar auch gut aus: Ideal, Trio, Hubert Kah, Kraftwerk, Joachim Witt – qualifiziertes Namedropping. Sein Casio hat er zielgenau eingesetzt.
Aber völlig hin und weg bin ich von diesem Breakdancer in seinem klassischen 1980er Trainingsklamotten-Outfit. Oldschool. Liebe TSC’ler: macht das mal nach, dann bekommt ihr auch wieder nen Auftritt bei uns…
Für’s künstlerische Gesamtbild und Kindheits-Erinnerungen:
3 Punkte
OMG! Der uneheliche E(n)kel von Peter Alexander und Jürgen Marcus!
Ein bestimmter Schlag von jungen Menschen auf dem Weg zu höheren Bildungsweihen sucht in den Unistädten dieses Landes ständig nach einem Grund, um sich die Kante zu geben. Das ist die Art von Musik, die man nur unter Alkoholeinwirkung ertragen kann und die einem auch gleichzeitig den Grund dazu gibt. Will man diesen Menschen die Augen öffnen, verweisen sie auf die Selbstironie des Künstlers und den satirischen Anspruch hinter der Papaya. Ich befürchte, es gibt Überschneidungen mit dem Schlag Menschen, der gleich nach dem Abi die Festivals überfällt, Flunkyball spielt und hinterher die Dixiklos anzündet.
Egal, wie auch immer: keine Ausreden – das ist Schrott.
0 Punkte
Man muß nicht unbedingt auf Kinderchöre stehen, um dem Original eine bestimmte Qualität zuzuschreiben, dass aus dem Film »Die Kinder des Monsieur Mathieu (Les Choristes)« stammt. Der Film war 2005 für den Oscar nominiert. Genau dieser Song aus dem Film hatte außerdem eine Nominierung als beste Filmmusik. Also nicht irgendein Liedchen.
Beyoncé Knowles ist ebenfalls keine Unbekannte, bekannt für ihre 3-Oktaven-Stimme und einige nette Popsongs, sowohl solo als auch mit Destiny’s Child. Dummerweise passt hier beides überhaupt nicht zusammen.
Könnte daran liegen, dass sie kein französisch kann (ich auch nicht), es aber trotzdem singt. Kann auch an der üblen Übersteuerung der Tonspur liegen. Das ganze hier ist nicht mal wirklich Trash, sondern einfach nur schlecht gemacht. Ihre Stimme passt nicht zum (seltsam seelenlosen) Kinderchor, ist viel zu aufdringlich, und beim Finale merkt man, dass es nicht um den Song geht, sondern um die Inszenierung von Frau Knowles. Weniger ist manchmal mehr.
Trostpunkt gibt’s, damit noch Platz nach unten bleibt. Ich glaub, ich kauf mir den Soundtrack oder schau mir zumindest den Film mal an.
1 Punkt
Im Gegensatz zu dem, was Frau Feldbusch/Pooth so macht, war das künstlerische und sonstige Schaffen dieser Ex von Dieter Bohlen sehr unterhalb meines Radars. Zum Glück.
Liebe Naddel, bitte ab in die Versenkung mit dir – und nimm das Punkteniveau gleich mal mit.
0 Punkte
Bin ja nicht so der Experte für Apres-Ski-Hit-Getränke, aber wenn man schon Umlaute singt, sollte man sie auch schreiben.
Warum muß sich DJ Schweber sich eigentlich die Frauen schöntrinken? Alle anderen schon geflüchtet? Mach ich jetzt auch. Schnell weiter zu den Bonustracks.
0 Punkte
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