Sonntag, 16. Mai 2010 · 20:15 Uhr @ Das Erste
Sonntag, 16. Mai 2010 · 23:45 Uhr @ EinsFestival
Der Plot des nächsten Münsteraner Tatorts (Prahl/Liefers als Thiel/Boerne) ist mal wieder reichlich schräg angelegt: Auf dem Dachboden einer alten Villa findet Papa Thiel eine jahrtausende alte Leiche aus dem alten Persien, während Sohnemann Thiel die Todesumstände einer frischen Leiche ermitteln darf. Man darf mutmaßen, dass beides etwas miteinander zu tun hat.
In der TV-Browser-Beschreibung les ich grad »Klanggestaltung: Arno Steffen«
Der Song, der dem vorherigen Artikel seinen Namen gab…
Pete Townsend feat. David Gilmoure – Face the Face. Leider etwas fader Sound. Großartiger Song von einem großartigen Album: »White City: A Novel«, an dem oben zu sehender David Gilmoure auch aktiv mitgewirkt hat.
Die (fast) perfekte Musik zum Arbeiten am Schreibtisch: instrumental, treibend, nicht ablenkend.
»Recoil« war zunächst Alan Wilders experimentelle Spielwiese, die sich nach seinem Ausstieg bei Depeche Mode von rein instrumentalen Electronica-Werken mit beachtlicher Spieldauer (zwischen 7 und 19 Minuten) veränderte zu »Songs« mit Texten und Gastsängern. Die schlicht nach den Seiten der Vinlyplatte betitelten Tracks der ersten 1986er EP »1 + 2« waren ganz offensichtlich aus Klängen und Versatzstücken von Depeche-Mode-Songs zusammengesetzt, insbesondere ein Sound aus »Any Second Now« (eigentlich vor Wilders Einstand bei DM entstanden) kommt immer wieder vor, aber auch Samples aus Songs wie »The sun and the rainfall« oder »Shouldn’t have done that«. Die 1988er EP »Hydrology« (auf deren Vinylhülle fast unsichtbar »3 + 4« zu erkennen ist) ist musikalisch eigenständiger, führt das »repitative« Gesamtkonzept aber nett weiter. Mit dem Album »Bloodlines« erfolgte dann ein Stilwechsel – alles danach fand ich persönlich nicht mehr so interessant, von »Curse« (mit Moby als Gastsänger) mal abgesehen.
Wie ich grad sah, soll am 19. April 2010 eine BestOf-Compilation namens »Selected« rauskommen – könnte ne Gelegenheit werden, sich mit seinem Spätwerk auseinanderzusetzen.
Der Spreeblick hat grad eines der Kleinode aus der Abteilung »80er Jahre Trashhits« ausgegraben. Sehr geil. Ich vermute, dass jener Song tatsächlich einen gewissen kulturhistorischen Impact gehabt hat: das zuvor von Schülern heißgeliebte, aber von Pädagogen und Eltern arg berümpfte Wort »geil« war dank Bruce & Bongo auf allen Volksfeste des Sommers präsent und somit schützenfestkompatibel. »Geil« war in der Mitte der Gesellschaft angekommen und die längste Zeit hippe Jugendsprache, lange vor »Geiz ist geil«.
Kommen wir nun zu einem anderen Kleinod, dass zu recht in Vergessenheit geraten ist. Zu meiner eigenen BelastungBelustigung Beschädigung (?) muß ich gestehen: ich bin stolzer Besitzer der 12Inch. Was Sven Väth aber für eine Entschuldigung hat, dieses Teil verzapft zu haben, weiss ich nicht… Baba baba.
Ich hab mir ja echt nen Ohrwurm an La Roux’s »Bulletproof« gehört – und auch das Album dazu ist sehr anhörbar, maximal 3 Songs die wirklich nur “Durchschnitt” sind, der Rest locker drüber. Manchmal kratzt Elly Jackson stark am nördlichen Rand ihres Stimmumfangs, aber sie ist nun mal keine Alison Moyet. Der Vergleich zu Yazoo ist schon häufiger bemüht worden, er passt auch irgendwie, aber das Stimmvolumen von »Alf« ist nun mal etwas wuchtiger. Aber egal: weniger Soul kann manchmal auch mehr sein und La Roux fröhnen momentan ja eher den Kühlhaus-Soundwelten (auch wenn das beim nächsten Album angeblich anders werden soll). Daher liegt ‘gefühlt’ ein anderer Vergleich fast noch mehr auf der Hand: Durch die Songs von Anne Clark, der Königin des Spoken-Word-Synthpops wehte – zumindest in der Zeit, wo sie gemeinsame Sache mit David Harrow machte, also auch in den 80ern – ein ähnlich unterkühlter Wind.
Anyway: die frühen 80er sind mehr als zurück, man darf Synthpop wieder mögen. Und da der direkte Vergleich auf der Hand liegt, hab ich von Yazoo »Don’t go« ausgegraben. Ein schöner Song, ein loliges Video mit gutgelauntem Vince Clarke als Dr. Frankenstein und Graf Dracula, dazu noch Sklette, Monster, randalierende Ritterrüstungen – und Gummifledermaus. xD
[Video nach dem Klick, weil der Autostart sich nicht stoppen lassen will...] weiterlesen…
Auf und ab im Lande werden neue Koalitionen geschmiedet. Und mir geht das selbstverblüffenderweise am Arsch vorbei. Am Abend der Bundestagswahl habe ich (anders als sonst) nur mit Mühe mein Interesse an der Wahlberichterstattung, an Interviews, Analysen und Wählerwanderungsdiagrammen aufrecht halten können, nachdem die erste Hochrechnung durch war. Realpolitisch war ja nichts mehr zu gewinnen. Eigentlich war nur noch zu klären:
bekommt die SPD die verdiente Watsche (und zwar sowohl für die großkoalitionäre Selbstverleugnung und dem schwarz-roten Verrat am rot-grünen Projekt als auch für die Erkenntnis, dass das einzige Projekt jener Jahre möglicherweise ein Ego-Projekt namens ‘Schröder’ gewesen sein könnte),
platzt die FDP vor Ego (mittleweile passiert),
sind NPDVUsw ausreichend weit am rechten Rand verschollen (fürs erste schon) und
schaffen es die Piraten vielleicht doch, trotz des ihnen eigenen Sinnes für anarchistische Ins-eigene-Knie-schiess-Aktionen, über den Ereignishorizont des Restebalkens hinaus zu kommen (gerade so eben).
Am Wahltag, als noch quasi alles offen war, war mir unglaublich nach einem Song, den ich zwar kannte, aber nicht hatte und deshalb extra den mp3-Download der Amazonen bemühte, noch vor der Stimmabgabe, so zum in Stimmung kommen. »Shout to the Top« von den unverwüstlichen Style Council, eine Band, die ich in den letzten Wochen mal wieder aus den Tiefen der Sammlung geholt habe. Fühlte sich gut an, aber wie Frau Clark damals schon wusste, sind die Auswirkungen solcher Übungen auf das real life bescheiden. Wenn man zu schwarz-gelben Kohlzeiten politisiert worden ist und den Thatcherism hat über den Kanal winken sehen, passt das alles nur zu gut zusammen – und was kürzlich noch ein Gefühl im Bereich der Politnostalgie war, kommt auf einmal wieder ganz nahe.
Musikalisch hat der aktuelle Retrotrend die 1980er längst erreicht. Jetzt zieht die poltische Bühne nach. Aber wartet noch mit den Protestsongs, auch wenn Wolf Maahn und Klaus Lage schon vor den Toren der Pampa stehen. Mir ist zur Zeit nach was anderem.
»…the public gets what the public wants
but I want nothing this society’s got -
I’m going underground…«
»what you see is what you get
you’ve made your bed, you better lie in it
you choose your leaders and place your trust
as their lies put you down and their promises rust
you’ll see kidney machines replaced by rockets and guns«
Wie geil: einer der besten Songs von den Men Without Hats, damals versteckt auf der B-Seite vom »Safety Dance«, hier in einer fulminanten Live-Version, der man sehnlichst besseren Sound wünschen würde. Nicht wirklich ein Beitrag zum Thema Freiheit vs. Sicherheit. Oder doch?
»It’s just something they told me
They said that everything in the world is right and this is what I know
And this is all I want to be so this is where I go
Everybody feels better
look inside and see a radio, a radio.
Everybody feels better
with security«
hallo echo…