Es twitterte heute, dass vermutlich jede Generation »ihr Tschernobyl« bräuchte, damit die Gefahren der Atomtechnologie nicht von der Tagesordnung verschwände. Wenn ich mal grob nachzähle, komme ich auf vier bis fünf Havarien und heftigere Störfälle. Vier, wenn man Forsmark rausrechnet, wo es 2006 sehr glimpflich ablief und die Kernschmelze noch verhindert werden konnte. Irgendwie kann ich die Einschätzung, das große Atomunfälle so unwahrscheinlich selten sind, nicht teilen.
Der Krisengipfel unserer Grinsekanzlerin gestern war vor allem: Aktionismus, Symbolpolitik, Beschwichtigung. Und überflüssig. »Da, schaut her, wir kümmern uns, was ja gar nicht nötig täte, weil hier ist ja alles sicher…« Deutscher Landtagswahlkampf im Angesicht einer japanischen Kernschmelze. Röttgen kann - wenn auch nur zwischen den Zeilen – behaupten, er wäre ja schon immer gegen Laufzeitverlängerung gewesen, was aber egal ist, weil ihn fragt man ja sowieso nicht, wenn im Kabinett Beschlüsse gefasst werden. Ändern wird sich nichts. Vielleicht rüstet man die passenden Adapterkabel nach, die in Fukushima angeblich fehlten, um die mobilen Notstromgeneratoren anzuschließen.
Meanwhile, on the other side of the planet? Zu ausradierten Städten und verwüsteten Küsten fehlen mir die Worte. Zum Abschlachten der libyschen Revolution irgendwie auch. Das findet zwar unmittelbar vor unserer Haustür statt, und da könnte man immerhin jetzt noch beherzt eingreifen, aber warten wir ruhig noch ein paar Treffen, Sitzungen und Tage ab, bis sich die Sache von selbst erledigt hat.






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