fotoflut

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quartalsplatten

der frühe vogel…

Nutzungsbedinungen für meine Fotos überarbeitet

Vor ein paar Wochen hats mich erwischt: ich habe mich dem Gesichtsbuch angenähert, zunächst nur aus beruflichen Gründen. Und bin – trotz aller Gegnerschaft in Sachen Datenschutz und Privacy – relativ begeistert, dass man damit tatsächlich arbeiten kann.

Verblüfft und erschrocken hat mich aber, wie radikal FB das Crowdsourcing in Sachen Gesichtserkennung praktiziert. Beispiel: Der Versuch, sich im Ausland einzuloggen führte dazu, dass ich mehrere »Freunde« auf Fotos identifizieren mußte. Super, wenn das mehrheitlich Leute sind, die man eher vom Namen her kennt. Oder deren Bildverlinkungen auf Stofftieren plaziert wurden. Und natürlich kann man selbst das verlinkt werden nicht abschalten. Wenn man auf einem Bild verlinkt worden ist, hat Facebook ja schon gewonnen (sprich: personalisierte biometrische Informationen frei Haus geliefert bekommen). Das nachträgliche Löschen von Markierungen oder Bildern hilft mit Blick auf die Datensammlung, die dort entsteht, nur wenig. Vielleicht sollte man sich konsequent gegenseitig falsch verlinken. Und sich dann nie mehr vom Ausland aus einloggen…

Letztlich ist das einer der Gründe, warum ich die Nutzungsbedingungen für meine Fotos überarbeitet habe. Neu dazugekommen ist:

Der Upload auf Webseiten, Dienste oder Networks, die mit Gesichtserkennung arbeiten, ist grundsätzlich untersagt. Das ist zum Beispiel bei Facebook und zum Teil auf Picasa der Fall.  Einzige Ausnahme hier: Du bist entweder alleine auf dem Foto zu sehen oder hast alle anderen abgebildeten Personen gefragt oder hast alle anderen Personen auf dem Bild unkenntlich gemacht (z.B. wirksam verpixelt; ein Balken vor die Augen ist z.B. keine wirksame Unkenntlichmachung!).

Wer also sein eigenes Gesicht weiterhin dem Gesichtsbuch zum Fraß vorwerfen möchte, weiß hoffentlich was er tut. Er sollte aber andere davor verschonen.

Streetview ist totalitärStreetview ist totalitär

Enno Park haut bei Carta ein paar Gedanken zu Google Streetview raus, die ich ich ähnlich auch schon mal formuliert hatte:

Googles Ansatz, alles und jeden durchsuchbar zu machen und der Gedanke, Streetview-Verweigerer zu ihrem Glück zwingen zu wollen, sind totalitär. Bei Streetview meldet man sich nicht freiwillig an wie bei Facebook. Privatsphäre bedeutet unter anderem das Recht des einzelnen, in Ruhe gelassen zu werden – ein Aspekt, der in der Kontrollverlust-Debatte kaum erwähnt bzw. in sein Gegenteil verkehrt wird. Streetview-Bilder sind eben keine Touristen-Schnappschüsse. (…)

Die Streetview-Verteidiger behaupten, Streetview sei eine Form von Öffentlichkeit. Ist es nicht. Streetview ist Google, nicht mehr und nicht weniger. Google kann jederzeit den Dienst manipulieren, kostenpflichtig machen, abschalten. Natürlich ist die Hausfassade öffentlich und von jedem einsehbar, was aber nichts daran ändern, dass man aufgrund dieser Bilder wahre oder falsche Rückschlüsse auf meine Person machen kann. (…) Der öffentliche Raum bleibt vollkommen unangetastet – niemand sperrt Straßen und Plätze und verweigert uns den Zutritt.

(…) Erst das massenhafte Sammeln von Daten, die Möglichkeiten des Datamining und die allgegenwärtigen Versuche von Staat und Konzernen, uns aufgrund aller möglichen und unmöglichen Daten zu scoren geben an sich völlig harmlosen Daten eine neue Qualität. Streetview-Bilder können potenziell zu diesen Daten gehören. Es sollte dem Einzelnen überlassen bleiben, wieviel Information er zur Verfügung stellen möchte.

Street View, Facebook & Co: warum eigentlich Opt-out?Street View, Facebook & Co: warum eigentlich Opt-out?

Die Zeiten, wo Listen mit Leuten erstellt werden,
die »dagegen« sind,
sollten eigentlich vorbei sein…

Google frohlockt: doch nur »3 von 100 gegen Street View«:

Nach der Aufregung der vergangenen Monate fällt die Zahl der Widersprüche mit der Drei-Prozent-Quote deutlich geringer aus als es einige Umfragen nahelegten. So hatte zum Beispiel eine Emnid-Erhebung im Auftrag der Bild am Sonntag ergeben, 52 Prozent der Deutschen seien gegen die Abbildung ihrer Wohnung oder ihres Hauses in Street View. Google habe exakt 244.237 Anträge erhalten, schrieb der verantwortliche Produktmanager Andreas Türk. Das entspreche 2,9 Prozent der Haushalte in den 20 Städten.

Die genannte Umfrage könnte schon als Hinweis dienen, dass die Fragestellung falsch ist. Bin ich so dagegen, dass ich mir die Mühe mache, das auch ausdrücklich zu sagen, einen Brief zu schreiben, mich bei Google registrieren zu lassen? Warum muß ich eigentlich sagen »ich will nicht«? Warum muss Google nicht fragen »darf ich«? Auch aus Privacy-Gründen scheint geboten, dass Personen vor einer umfassenden Datenerfassung, in der sie auftauchen sollen, gefragt werden. Warum sollte Street View oder auch für Facebook nicht gelten, was bei Werbepost geltendes Recht ist: Opt-in statt Opt-out.

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Neue Möglichkeiten für alte Daten…

Richtig verknüpfte Daten ergeben echten Mehrwert: Google Street View Premium (via Electru). Da bezahlen die Nachbarn doch gerne für.

Hallo Google…

… wer hat Dir eigentlich eingeredet, Du hättest einen Anspruch darauf, überhaupt irgendwas von mir zu wissen oder zu wollen? Wer ich bin, was ich kaufe oder denke oder wo mein Haus wohnt zum Beispiel. Oder wie es aussieht. Oder wie ich aussehe. Und das alles miteinander zu verknüpfen und in einer großen Datenwolke für alle verfügbar zu machen, vor allem aber, um irgendwie und über drei Ecken damit Geld zu verdienen. Denn darum geht es doch, oder? Geld verdienen willst Du. Niemand fotografiert freiwillig die ganze Welt für lau. Das muß sich rechnen. Und dafür willst Du unbedingt ganz viel über mich wissen. Schon klar, hab ich verstanden.

Nur: will ich das nicht. Ich will nicht, dass Du mit meinen Daten Geld verdienst.

Ich sehe auch gar nicht ein, dass ich Dir das extra sagen muß, das ich das nicht will.

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