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Fehlende Väter fördern Nazi-Nachwuchs

Wenn aus Kindern Neonazis werden:

Experten haben festgestellt: Wenn Jungen rechtsradikal werden – Mädchen werden es fast nie –, dann fehlt ihnen oft eine männliche Bezugsperson.

Die Psychoanalytikerin Gertrud Hardtmann, die bis 1998 Professorin für Sozialpädagogik an der TU Berlin war und heute eine psychiatrische Praxis betreibt, hat Einzel- und Gruppengespräche mit Berliner Rechtsradikalen geführt – und analysiert, wie die jungen Männer in die Neonazi-Szene gerieten.

„Wenn die Väter der Jugendlichen nicht aufgrund von Scheidung, Tod oder Trennung abwesend waren, so waren sie häufig depressiv, mit sich selbst beschäftigt, mit ihren eigenen selbstgemachten oder von außen produzierten Problemen – meist einer Mischung – oder mit ihrem Hobby“, schreibt sie in ihrem Buch „16, männlich, rechtsradikal“.

Laut Hardtmann finden Jungen wie Robert Bayer in der Szene Ersatzväter – und ein Modell vermeintlich echter Männlichkeit: Dort gelten die angeblichen Helden der Vergangenheit mehr als die eigene Zukunft, und Prügeleien als Ausdruck von Stärke.

BTW: Prügelstrafe

Heute vor 10 Jahren wurde in Deutschland den Eltern das Recht abgesprochen, ihre Kinder zu schlagen:

Das Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung vom 2. November 2000, am 6. Juli 2000 vom deutschen Bundestag verabschiedet, beinhaltet eine Neufassung des § 1631 BGB. Darin wird das Recht auf gewaltfreie Erziehung verankert. 1631 BGB Absatz 2 wird darin wie folgt gefasst:

„(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“

In dem Kontext vielleicht ganz interessant, dass auch Lehrer in Westdeutschland noch bis Anfang der 1970er Jahre ein (zuletzt sehr eingeschränktes) ein Recht zur körperlichen Züchtigung von Schülern hatten. Die DDR war da (zumindest offziell) schon etwas weiter und hat dies 1949 verboten – aber dafür hat man sich andere Druckmittel einfallen lassen.

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Die Süddeutsche berichtet von einer Studie, die festgestellt haben will, dass Gespräche zwischen Lehrern und Eltern oft nix bringen. Das mag sein. Spannend (und spannungsvoll) ist allerdings die These, warum so selten Lehrer die Initiative ergreifen und Eltern auf ihre Sprösslinge hin ansprechen:

Auffällig ist, dass nur 2,7 Prozent der Kontakte auf alleinige Initiative der Lehrkräfte zustande kamen. Dies bedeute, “dass die Schule in längst nicht so vielen Fällen als Initiator eines Kontakts wegen der schulischen Entwicklung des Kindes auftritt, wie man dies vielleicht erwarten würde”, heißt es in der Studie. Um dies zu ändern, sei vor allem eine professionellere Wahrnehmung von Problemen nötig, Lehrer müssten in ihrer Ausbildung besser dafür geschult werden, so die Autoren.

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