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Unwort des Montags. Gefallen bei schon erwähnter Stadtführung durch Erfurt – und so unglaublich treffend, dass ich mich wundere, dass es bei Google nicht findbar ist (oder bin ich blind?).
Beschreibt ein Motiv, wenn in mittelalterlichen Städten hierzulande der Mob mit Mord und Totschlag über die jüdische Bevölkerung herzog, dieses von Fürsten oder Stadträten aber nicht unterbunden oder bekämpft wurde, obwohl auch die jüdischen Bürger Schutzzölle zu zahlen hatten, meistens sogar mehr als andere Bürger. Hinterher gab es vielleicht einen fürstlichen Rüffel, dass die Stadt ihre Bürger nicht geschützt habe, aber viele Leute waren mit den Geldgebern auch die Schulden los, inklusive Lokalfürst. Dafür konnte man sogar mal unauffällig Öl ins Feuer gießen. weiterlesen…
Ich schrubte ja schon davon, die letzten Tage in Erfurt verbracht zu haben. Nein, dass wird jetzt kein Reiseführerbeitrag, nur zwei bis vier Tips für Menschen, die sich auch mal in diese Stadt verirren.
- Eine Altstadt, die ohne große Schäden durch den WKII gekommen ist.
- Die urige Krämerbrücke.
- Steingemalenen Senf kaufen! Gibt auf der Krämerbrücke einen Laden, da kann man sich durch zig Sorten probieren.
- Empfehlenswert: Stadtführung auf den Spuren des Judentum in Erfurt. Wenn man sich dafür interessiert – beinhaltet aber auch sonstige Sehenswürdigkeiten.
- Den Montag im Restaurant »Gallo Nero« in der Michaelisstraße beendet, dass sich selbst auch als »Weinlokal« betitelt. Nett eingerichtet, nicht zu groß, leckeres Essen und eine sehr entspannte Bedienung (der Chef selbst?), die mit trockenem Humor für den thrüringischem Lokalcolorit sorgte.
Insgesamt zu wenig Zeit gehabt, um wirklich die Stadt kennenzulernen, wir waren ja nicht zum Vergnügen da. Wegen Minusgraden und Schneegestöber hab ich bei allen Anlässen die EOS im Koffer und die Hände in den Taschen gelassen. Eigentlich müsste man im Sommer nochmal in die Gegend.
Die Bielefeld-Verschwörer haben ein neues, ehrgeiziges Projekt. Und der Yahoo Routenplaner ist ihr williges Werkzeug. Jahrelang wurde uns eingeredet, eine Stadt in Ostwestfalen wäre reine Einbildung. Jetzt haben sie ernst gemacht: eine Autobahn, die im Yahoo Routenplaner klar und deutlich zu erkennen und als befahrbar gekennzeichnet ist, ist tatsächlich real nicht vorhanden.
Nichts Böses denkend fuhr ich gestern auf der A38 aus Richtung Göttingen gen Osten. Nach Erfurt zu finden schien eine lösbare Aufgabe: Yahoos Karten sagten: der kürzeste Weg ist die B4, aber gleich dahinter leuchtete verlockend die A71 auf, die Autobahn nach Erfurt. Also die Abfahrt zur B4 erfreut wahrgenommen und auf das nächste Autobahndreieck gewartet. Und während ich mich noch wunderte (und Eisleben, Schkopau und Leuna an mir vorbeizogen), war ich auch schon in Halle. Zu allem Überfluss: Während meine Tanknadel immer weiter gen Reserve raste, wollte sich partout keine Autobahntanke auftun. Auch das Umland erweckte eher den Eindruck als wäre die A38 mit Bedacht weit abseits jeglicher Zivilisation verlegt worden. Irgendwo bei Halle tat sich endlich ein unscheinbarer Autohof auf. Und damit auch Gewissheit in Form einer aktuellen, käuflich erworbenen Straßenkarte: ich war auf dem Holzweg, weitab von wiesodassdenn.
 Das (zwei Jahre alte) Satellitenbild lässt erahnen, dass hier noch gebastelt wird... |
 ... und irgendwo Ende im Gelände ist. Mittlerweile allerdings weiter nördlich. |
Normalerweise reicht mein Orientierungsinn in Deuschland aus, um mit der Methode ‘einmal Zuhause die Route anschauen, die groben Orientierungspunkte merken und einen Stadtplan vom Zielgebiet ausdrucken’ sicher anzukommen. Navis machen bekanntlich doof und führen dazu, dass bald vermutlich niemand mehr weiss, wie man mit einer Landkarte umgehen soll. Hilft aber alles nix, wenn das Kartenmaterial einem noch nicht fertiggestellte Autobahnen als befahrbar unterjubelt. Hilfreich war natürlich, dass diese Region ein weitgehend weisser Fleck auf meiner persönlichen Deutschlandkarte darstellt. weiterlesen…
Nach dem großen Wintersturm, der auch hier durchs Blog geweht hat (in Form von nie zuvor gesehenen Zugriffszahlen auf mehr oder weniger relevante Beiträge mit Winter- und Schulausfallbezug) kehrt jetzt langsam wieder Ruhe ein. Ich finde es schon beachtlich, dass ihr, liebe Mitleser, zu Dutzenden hier täglich einfallt, aber über mehrere Tage dreistellig ist auch nett.
Das große Renaming lässt noch eine Weile auf sich warten. Der neue Name leitet sich aus dem ab, was jetzt auch schon ne Weile im Header steht – hab schon Buchstabennudeln und Russisch Brot gekauft, von zweiteren aber schon eine Tüte vertilgt, ohne dass sie zum bestimmungsgemäßen Einsatz gekommen wäre, was andererseits auch wieder stimmig ist. Aber jetzt Schluß mit den Andeutungen, in zwei Stunden gehts dienstlich auf nach Erfurt und Ende der Woche weiter in ein Dorf in der Nähe von Uelzen. Ob sich das in Form von lustigen Reisetagebuch-Einträgen oder auch aus Zeitmangel gar nicht an dieser Stelle niederschlagen wird – ihr werdet es sehen…
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