An die ätzenden Pointen eines Georg Schramm kommt er allerdings nicht heran, da bleibt eine Lücke. Im November wird wieder Jochen Malmsheimer dabei sein, der in der Hausmeister-Rolle eigentlich schon zur Stammbesetzung gehörte. Zwei hochkarätige Gäste werden eingewiesen: Hagen Rether und Rainald Grebe.
Samstag, 24. Juli 2010 · 21:45 Uhr @ WDR Dienstag, 27. Juli 2010 · 23:15 Uhr @ WDR
Aus dem Alten Wartesaal in Köln von und mit Jürgen Becker, Wilfried Schmickler und Uwe Lyko aka Herbert Knebel.
Nachdem Schmicker kürzlich in der »Anstalt« im ZDF zu sehen war, gibt es in Köln den Revance-Besuch von Urban Priol und Georg Schramm in den Mitternachtsspitzen, die man in dieser Form zukünftig leider nicht mehr auf einer Bühne sehen wird. Je nach Tagesform der beiden kann das ganz großes Kino werden.
In die Anstalt von Urban Priol und Georg Schramm lassen sich diesmal einweisen: Monika Gruber, Erwin Pelzig und Dauergast Jochen Malmsheimer.
Schade: diese Sendung ist die letzte mit Georg Schramm, den es nach über 10 Jahren regelmäßiger Bildschirmpräsenz zunächst im »Scheibenwischer« (ARD) und dann in der »Anstalt« jetzt wieder auf die Bühne zieht, für die er wieder an einem Soloprogramm arbeitet. Wie es nach der Sommerpause weitergeht, scheint noch völlig offen. weiterlesen…
Erst mit ein paar Tagen Verzögerung hab ich diese Worte° unseres KriegserklärungsVerteidigungsministers zur Kenntnis genommen:
Meine kleine Tochter, der ich meine Trauer zu erklären versuchte, fragte mich, ob die drei jungen Männer tapfere Helden seien, ob sie stolz auf sie sein dürfe. Ich habe beide Fragen, nicht politisch, sondern einfach mit ja beantwortet.
Der Mann ist clever.
Kinder gehen auch in der Politik immer. Privates öffentlich machen erhöht Sympathiewerte. Papa Guttenberg menschelt und trauert und wir sollen uns vorstellen, wie er unter Tränen seiner Tochter den Heldentod dreier Soldaten erklärt. Also drei Soldaten zu Helden erklärt. Und wir glauben ihm natürlich, dass er das überhaupt nicht politsch gemeint hat. Versteht ja seine Tochter noch nicht viel von.
Also, deutsche Jungs und Mädels: seid wieder stolz auf eure gefallenen Helden! Nehmt euch ein Vorbild an ihnen.
Oder was?
Bis vor ein paar Jahren hoffte man hier und da in den Kirchengemeinden des Landes, der unselige Volksttrauertag würde sich langsam aber sicher zu einer geriatrischen Veranstaltung entwickeln und im Laufe der Zeit von selbst erledigt haben. Die Heldengedenktafeln an die Gefallenen von Weltkrieg Eins, die in vielen Orten in Kirchen aufgestellt oder eingelassen wurden, könnten endlich verschwinden, damit wir nicht nur (um mal mit Micha 4 zu sprechen) den Krieg verlernen, sondern auch keinen Raum mehr für zweifelhafte Erinnerungskultur geben. Nie wieder Krieg, nie wieder Heldengedenken, nie wieder Kranzabwurfstellen.
Für die Übergangszeit wurden mancherorts andere Schwerpunkte gesetzt: ein Antikriegs-Gedenken. Ein Gedenken an die zivilen Opfer. Internationale Versöhnung der Kinder und Enkel an den Gräbern der Väter und Großväter. Und wenn schon Kränze für die Soldaten, dann auch einen Kranz und Erinnerung an die Opfer von Krieg und Terror, im hiesigen lokalen Fall zum Beispiel an die Toten der KZ-Züge auf der Heidebahn, deren Gräber sich unweit des Gefallenen-Mahnmals befinden.
Karl-Theodor zu Guttenberg gibt jetzt den neuen Trend vor: wir haben wieder kriegsähnliche Helden. Es werden nicht die letzten sein. Der Volkstrauertag wird wieder ihrer. Man darf auf die Ansprachen im November gespannt sein. Und bei jeder Trauerfeier vorher. Man wird gut hinhören müssen, wie diese Toten für welche Politik instrumentalisiert werden.
Unterdessen taucht gestern ein jovial-hemdsärmeliger Kriegsähnlichkeitsminister in Kunduz auf, enthüllt dort drei weitere Gedenktafeln und verspricht unter Applaus der Truppe mehr Kriegsgerät.