fotoflut

Painyell @ FZB 2009Who Killed Frank? @ HABC 2011Sosch @ Markthalle 2005Director's Cut @ MYA2008 (Freitag)

quartalsplatten

der frühe vogel…

BTW: Prügelstrafe

Heute vor 10 Jahren wurde in Deutschland den Eltern das Recht abgesprochen, ihre Kinder zu schlagen:

Das Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung vom 2. November 2000, am 6. Juli 2000 vom deutschen Bundestag verabschiedet, beinhaltet eine Neufassung des § 1631 BGB. Darin wird das Recht auf gewaltfreie Erziehung verankert. 1631 BGB Absatz 2 wird darin wie folgt gefasst:

„(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“

In dem Kontext vielleicht ganz interessant, dass auch Lehrer in Westdeutschland noch bis Anfang der 1970er Jahre ein (zuletzt sehr eingeschränktes) ein Recht zur körperlichen Züchtigung von Schülern hatten. Die DDR war da (zumindest offziell) schon etwas weiter und hat dies 1949 verboten – aber dafür hat man sich andere Druckmittel einfallen lassen.

your signature, please...your signature, please…

weiterlesen…

Musik vom schwarzen Kontinent

Menschen, die meine zum Teil grenzwertigen musikalischen Vorlieben schon länger ertragen müssen, verdrehen gern die Augen beim Stichwort »senegalesischer Hip-Hop«. Vor Jahren fischte ich aus einer Restetonne in irgendeinem Plattenladen eine Compilation namens »Da Hop« mit Hip Hop made in Senegal, Baujahr 2000. Zum Teil durchaus hörbar; enthält mit »Ndékété Yo« von Bideew Bou Bess mindestens einen echten Hit. :)

Im Mai hab ich meine Sammlung um einen Sampler mit (hauptsächlich) Hip-Hop aus Südafrika, Namibia, Nigeria, Somalia und Sudan erweitert: der Charity-Sampler »Beatz of Good Hope« ist mir in die Finger gekommen.

Die Vorgeschichte dazu: Vor einigen Wochen hatte ich in Hermannsburg die Chance, eine südafrikanische Theatergruppe zu sehen, die unter dem Motto »Ayoba 2010!« ein schlichtes, aber eindrucksvolles Stück über den Alltag in Südafrika und die Hoffnungen in Zusammenhang mit der Fußball-WM auf eine Schulbühne brachten (BTW meine erste Begegnung mit Vuvuzelas). In Deutschland touren die Südafrikaner im Auftrag des »Club der Guten Hoffnung«. Unter dieser Überschrift haben sich einige in Südafrika mit engagierte christliche Missionswerke zusammengetan (unter anderem auch das ELM in Hermannsburg), um im Kontext der WM ihre Arbeit darzustellen (zu der auch Fußballprojekte mit Jugendlichen gehören) und über die Situation im Land zu berichten.

Zu diesem Projekt gehören einige Merch-Artikel, zum Beispiel der meines Wissens erste Fair-Trade-Fußball von einem großen Hersteller: Puma hat tatsächlich einen gut aussehenden, fair gehandelten, kinderarbeitsfreien Fußball auf den Markt gebracht. »Beatz of Good Hope« gehört ebenfalls in diese Merch-Reihe und ist untertitelt mit »Urban music against violence in South Africa«.

Eine bemerkenswerte Zusammenstellung von Musik, darunter viel Rap und Hip-Hop, viele mir absolut unbekannte Künstler, aber auch bekannte Namen wie Nneka oder Arrested Development, deren Compilation-Beitrag »People Everyday« als All-Star-Track vor einigen Tagen die musikalische WM-Eröffnungsparty in Südafrika beschloss. Und auch K’naan.

Es brauchte das WM-Konzert, um den Ohrwurm »Wavin’ Flag« mit dem Namen zusammen zu bringen, den ich vom Sampler schon kannte. Die WM-Eröffnung war kaum vorbei, da war die Single auf meiner Festplatte und zwei Alben bestellt. »Wavin’ Flag« ist offenbar dank Coca-Cola eine der heimlichen WM-Hymnen geworden ist, allerdings ist der Werbesong gegenüber der Albumversion deutlich sinnverändert. Das eine eine positive WM-Hymne, das andere ein Song, um einen Befreiungskampf anzuführen.

Er ist auf dem grünen Sampler mit »Strugglin’« vertreten. Zwei tolle Songs, ein interessanter Mensch, der mit 13 Jahren aus dem zerfallenden Somalia flüchtete (das Land mit den Piraten und den Warlords) und mittlerweile hauptsächlich in Kanada lebt. Der als Kind mit einer gefundenen Handgranate seine halbe Schule in die Luft sprengte und alle Voraussetzungen mitbringt, ein weiteren Cliche-Gangstarapper abzugeben. Er singt und rappt über erlebte und erkannte Gewalt, aber glorifiziert sie nicht. Und folgt nicht Pimp- oder Blinkblink-Mustern.

Sein 2008er Album »Troubadour« ist anläßlich der WM und des Single-Erfolgs kürzlich neu aufgelegt worden, u.a. mit dem Wavin’ Flag-Remix durch will.i.am und David Guetta als Bonustrack. Während ich diese Zeilen schreib, läuft das Album. Musikalisch vielfältig: Soul, afrikanische Einflüsse, Rock (bei »If Rap gets jealous« mit Metallica-Gitarrist Kirk Hammet!), Soul, Reaggae, Folk… Der Mann erzählt Geschichten und auch wenn ich jetzt im Augenblick nicht so auf den Text achte: man kann ihm gut zuhören, und das sogar auf Albumlänge. Das schaffen aus dem Genre bei mir nur wenige Tonträger. Könnte daran liegen, dass er das Genre Hip-Hop/Rap schlicht sprengt.

Respekt. :)

It ain't over til it's overIt ain’t over til it’s over

Wo wir grad bei Gewalt und fragwürdiger Rolle der Polizei waren: da ist am letzten Wochenende in der Nähe von Tostedt (sozusagen unserer indirekten Nachbarstadt) folgendes passiert:

In der Gemeinde Wistedt (Niedersachsen) dringt vergangenen Sonntag in den frühen Morgenstunden eine Horde vermummter Neonazis in eine WG ein, in der politische Gegner vermutet werden. Die Nazis schlagen mit brachialer Gewalt u.a. mittels Spaten auf Köpfe und Körper ein – zwei der Angegriffenen müssen schwerverletzt ins Krankenhaus.

(…)

Hinter den Angriffen stecken offensichtlich seit langem organisierte Nazi-Strukturen, wie aus Berichten antifaschistischer Recherche-Seiten hervorgeht. Dass dieser brutale Angriff so ungehindert hat stattfinden können, scheint auch eine Folge davon zu sein, dass in der Öffentlichkeit – seitens der Presse oder der Kommunen – keine Diskussion über die Gefährlichkeit der organisierten Nazi-Szene geführt wird – das Problem wird wie so oft verschwiegen.

Hinzu kommt, dass insbesondere von polizeilicher Seite entpolitisiert wird. Organisierte Angriffe nationalsozialistischer Schlägertrupps auf linke Jugendliche werden als “Auseinandersetzungen zwischen Jugendbanden” verharmlost. In solch einem Klima der Anonymität und des Wegsehens können sich die menschenverachtenden Nazi-Banden natürlich weitgehend sicher fühlen und ungehindert mittels Terror ihren “Kampf um die Straße” führen.

(Quelle: Störungsmelder/Zeit.de)

Recherce Nord weiß mehr:

Nur wenige Wochen zuvor ereignete sich eine ähnliche Tat im nahe gelegenen Hollenstedt, als vermummte Neonazis ins Innere einer Wohnung eindrangen. Die bewaffneten Angreifer agierten ebenso gewaltbereit wie kompromisslos, schlugen und traten gezielt auf die Köpfe der am Boden liegenden Personen ein und verletzten diese zum Teil schwer. Auch hier galt die Attacke politischen Gegner_innen

(…)

Als Reaktion auf die Ereignisse des Vortages formierte sich am gestrigen [Pfingst]Montag eine Spontandemonstration in Tostedt. In Sprechchören wurde auf die gewaltsamen Aktivitäten der Neonaziszene aufmerksam gemacht. Deren AnhängerInnen hatten sich zu diesem Zeitpunkt vor dem Ladengeschäft „Streetwear-Tostedt“, einem neonazistischen „Szeneladen“ im benachbarten Todtglüsing versammelt. Unter ihnen auch Mitglieder der sogenannten „Snevern Jungs“, einer als gewaltbereit geltenden Neonazigruppierung aus Schneverdingen. Als sich der antifaschistische Demonstrationszug dem Gebäude näherte, griff die Polizei ein und umstellte die Demonstration.

Da wären sie wieder, unsere Snevern Jungs. Dabei hörte ich vor wenigen Tagen noch jemanden sagen, es gäbe sie so richtig gar nicht mehr. Aber standen sie nicht kürzlich noch bei der Demo in Buchholz auf dem Bahnsteig? Möglicherweise nicht die erste Garde und neue Gesichter, aber als ob das Grund für weniger Sorge wäre. weiterlesen…

when you wanted to set the world on fire

Neues Album »White Crosses« von Against Me! kommt am 4. Juni. EP zum obigen Track seit April auf dem Markt.

Bei dem Video fällt mir ein, dass mir noch einen Beitrag zur Studie über Gewalt gegen Polizeibeamte schreiben wollte. Ein schönes Beispiel, wie Poltik und Stimmungsmache geht: man befragt ein paar tausend Polizisen. Per Internet-Fragebogen. In Zusammenarbeit mit einer Polizeihochschule. Und niemand kommt auf die Idee, dass es da eine Rückkopplung geben könnte zwischen Befragten und Ergebnis der Umfrage. weiterlesen…