Januar 2012. Anfang des Jahres zählt Facebook weltweit über 1,3 Milliarden Mitglieder. Im Herbst des Vorjahres war das Unternehmen an die Börse gegangen. Der Wert von Facebook wird jetzt auf $180 Mrd. taxiert. Erst kürzlich kaufte das Unternehmen Google; und zwar aus der Portokasse.
Facebook ist im Begriff, nicht nur zum Synonym für das Internet zu werden, sondern das Internet selbst zu ersetzen. Kinder wachsen längst im Glauben auf, dass man eine E-Mail-Adresse nur für die einmalige Registrierung bei Facebook braucht und danach nie wieder, weil eine Kommunikation außerhalb des Facebook-Kosmos zwar möglich, aber sinnlos ist.
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Aber am 18. Januar 2012 ereignet sich dann etwas anscheinend völlig Belangloses auf Twitter; dem letzten relevanten und noch eigenständigen Player im Netz. Ein Nutzer schreibt folgenden, witzig gemeinten Tweet…
So beginnt eine kurze Geschichte von Michael Bukowski über den Auftakt zum 1. Daten-Weltkrieg im Jahr 2012. Weiterzulesen beim Fontblog…
Googles Ansatz, alles und jeden durchsuchbar zu machen und der Gedanke, Streetview-Verweigerer zu ihrem Glück zwingen zu wollen, sind totalitär. Bei Streetview meldet man sich nicht freiwillig an wie bei Facebook. Privatsphäre bedeutet unter anderem das Recht des einzelnen, in Ruhe gelassen zu werden – ein Aspekt, der in der Kontrollverlust-Debatte kaum erwähnt bzw. in sein Gegenteil verkehrt wird. Streetview-Bilder sind eben keine Touristen-Schnappschüsse. (…)
Die Streetview-Verteidiger behaupten, Streetview sei eine Form von Öffentlichkeit. Ist es nicht. Streetview ist Google, nicht mehr und nicht weniger. Google kann jederzeit den Dienst manipulieren, kostenpflichtig machen, abschalten. Natürlich ist die Hausfassade öffentlich und von jedem einsehbar, was aber nichts daran ändern, dass man aufgrund dieser Bilder wahre oder falsche Rückschlüsse auf meine Person machen kann. (…) Der öffentliche Raum bleibt vollkommen unangetastet – niemand sperrt Straßen und Plätze und verweigert uns den Zutritt.
(…) Erst das massenhafte Sammeln von Daten, die Möglichkeiten des Datamining und die allgegenwärtigen Versuche von Staat und Konzernen, uns aufgrund aller möglichen und unmöglichen Daten zu scoren geben an sich völlig harmlosen Daten eine neue Qualität. Streetview-Bilder können potenziell zu diesen Daten gehören. Es sollte dem Einzelnen überlassen bleiben, wieviel Information er zur Verfügung stellen möchte.
Nach der Aufregung der vergangenen Monate fällt die Zahl der Widersprüche mit der Drei-Prozent-Quote deutlich geringer aus als es einige Umfragen nahelegten. So hatte zum Beispiel eine Emnid-Erhebung im Auftrag der Bild am Sonntag ergeben, 52 Prozent der Deutschen seien gegen die Abbildung ihrer Wohnung oder ihres Hauses in Street View. Google habe exakt 244.237 Anträge erhalten, schrieb der verantwortliche Produktmanager Andreas Türk. Das entspreche 2,9 Prozent der Haushalte in den 20 Städten.
Die genannte Umfrage könnte schon als Hinweis dienen, dass die Fragestellung falsch ist. Bin ich so dagegen, dass ich mir die Mühe mache, das auch ausdrücklich zu sagen, einen Brief zu schreiben, mich bei Google registrieren zu lassen? Warum muß ich eigentlich sagen »ich will nicht«? Warum muss Google nicht fragen »darf ich«? Auch aus Privacy-Gründen scheint geboten, dass Personen vor einer umfassenden Datenerfassung, in der sie auftauchen sollen, gefragt werden. Warum sollte Street View oder auch für Facebook nicht gelten, was bei Werbepost geltendes Recht ist: Opt-in statt Opt-out.
»Some day you’ll join us
and the world will live as one.«
Ich mag »Imagine«.
Aber wenn Google diese Worte in den Mund nimmt (und dabei das Google-Logo wachsen lässt) wirken sie leicht faschistoid. Und das ausgerechnet zu Lennons Siebzigsten.