Ein Shell-Manager jammert, die verpatzte E10-Einführung wäre das Stuttgart21 der Mineralölindustrie. Angeblich drohen Millionenstrafen, weil die gesetzlich vereinbarte Menge Bio-Ethanol in diesem Jahr nicht verkauft werden kann, weder als purer Biosprit, noch als 10prozentige Superbenzin-Beimischung.
Nun, liebe Tankenwirtschaft, was erwartet ihr?
Erst macht ihr das einstmals preiswertere Normalbenzin so teuer wie Superbenzin, kickt es dann ganz aus dem Markt.
Dann führt ihr E10 ein, das weniger Leitstung bringt, aber genauso teuer ist. Und kündigt an, normales Super vom Markt zu nehmen (wozu euch aber eigentlich keiner gezwungen hat).
Wer kein E10 tanken kann oder will, muß auf SuperPlus ausweichen, das zu Apothekerpreisen gehandelt wird.
Geht’s noch?
Mal abgesehen von der Fragwürdigkeit des Anliegens, Lebensmittel in den Tank zu packen:
Macht E10 zwei bis drei Cent billiger als Superbenzin. Und lasst den Rest den Markt regeln.
Leute, die bereit sind, für einen Cent Preisunterschied mehrere Kilometer zur billigeren Tanke zu fahren, entwickeln bei zwei bis drei Cent genug Eigenmotivation, um sich ernsthaft mit den Aggrosprit-Eigenschaften ihres Automobils auseinanderzusetzen – und dann das billigere Zeug zu tanken.
Es ist doch immer schön, wenn sich Firmen für den Umweltschutz engagieren. Wenn dann auch noch ein WWF-Label drauf ist, sollte doch fast alles gut sein, oder?
Diese Woche war ich seit Monaten mal wieder in einem dieser lustigen möblierten Schwedenhäuser und wunderte mich über nebenstehendes Plakt (Klick macht groß):
aus der UNENDLICHEN Liste – Entwicklung #67
So viele Teelichte …
Wusstest du, dass man die leeren Teelichtbehälter aus Aluminium wiederverwerten kann und dabei 96% weniger Energie verbraucht wird, als bei der Neuproduktion?
(…)
Wir sammeln die Teelichtbehälter, bringen sie zum Entsorger und spenden den Erlös den Grundschulen der Gemeinde Stuhr Brinkum.
Danke für deine Mithilfe.
Liebe Ikeas, ihr leidet ganz offensichtlich unter Umwelt-Alzheimer. Noch vor einigen Jahren hattet ihr Teelichter OHNE Aluhülsen im Angebot. Und dazu passend: Teelichtbehälter aus Glas. Wusstet ihr schon, wie unglaublich umweltfreundlich das ist, wenn man das Alu einfach weg lässt?
Ich kenne viele, die beides damals zahlreich gekauft haben. Waren wohl nicht genug. Ihr habt es aus dem Sortiment gekickt. Wie üblich, ohne dass irgendjemand in euren Läden wüsste, warum. Ihr erwartet tatsächlich, dass eure Kunden nicht besseres zu tun haben, als körbchenweise Alublech in eure Läden zurückzubringen? Und es bis dahin über Monate in ihren Wohnungen zu sammeln? Und das preist ihr ernsthaft a) als Beleg für eure Umweltfreundlichkeit und b) als soziales Engagement für Grundschulen an?
Angeblich gibt es hierzulande zwei bis drei frei empfangbare Nachrichten-Sender.
Heute ist halb Ägypten auf den Straßen, den ganzen Nachmittag brennt am Nil die Luft, aber im deutschsprachigen Fernsehen fand das nicht oder nur am Rande satt. Auf N24 lief derweil »Zukunft ohne Menschen«, bei n-tv »Monster-Maschinen«, Phoenix sendete eine Kohlekumpel-Doku bzw. wiederholte Maybritt Illner.
Jeder Deutsche ißt so knapp 11 Kilo Schokolade im Jahr. Wenn ich meinen Bedarf so hochrechne, dann glaub ich das gerne.
Die meiste Schokolade in unseren Läden ist nicht »fair gehandelt« oder wenigstens »bio«. Viel kommt aus Plantagen, in denen Kinderarbeit und schlimmeres die Regel ist. Der dänische Filmemacher Miki Mistranti hat sich auf die Reise zur »Dunklen Seite der Schokolade« (so der englische Originaltitel) gemacht.
Googles Ansatz, alles und jeden durchsuchbar zu machen und der Gedanke, Streetview-Verweigerer zu ihrem Glück zwingen zu wollen, sind totalitär. Bei Streetview meldet man sich nicht freiwillig an wie bei Facebook. Privatsphäre bedeutet unter anderem das Recht des einzelnen, in Ruhe gelassen zu werden – ein Aspekt, der in der Kontrollverlust-Debatte kaum erwähnt bzw. in sein Gegenteil verkehrt wird. Streetview-Bilder sind eben keine Touristen-Schnappschüsse. (…)
Die Streetview-Verteidiger behaupten, Streetview sei eine Form von Öffentlichkeit. Ist es nicht. Streetview ist Google, nicht mehr und nicht weniger. Google kann jederzeit den Dienst manipulieren, kostenpflichtig machen, abschalten. Natürlich ist die Hausfassade öffentlich und von jedem einsehbar, was aber nichts daran ändern, dass man aufgrund dieser Bilder wahre oder falsche Rückschlüsse auf meine Person machen kann. (…) Der öffentliche Raum bleibt vollkommen unangetastet – niemand sperrt Straßen und Plätze und verweigert uns den Zutritt.
(…) Erst das massenhafte Sammeln von Daten, die Möglichkeiten des Datamining und die allgegenwärtigen Versuche von Staat und Konzernen, uns aufgrund aller möglichen und unmöglichen Daten zu scoren geben an sich völlig harmlosen Daten eine neue Qualität. Streetview-Bilder können potenziell zu diesen Daten gehören. Es sollte dem Einzelnen überlassen bleiben, wieviel Information er zur Verfügung stellen möchte.