Die gute Nachricht zuerst: das Landhaus Eden in Soltau-Harber hat die NPD ausgeladen, das angekündigte Nazitreffen wird morgen (29.8.2010) dort nicht stattfinden.
Die schlechte Nachricht: der Landhaus-Besitzer Filipp will mit dieser Absage wohl vor allem die ggf. rufschädigende Wirkung einer antifaschistischen Kundgebung vor seinem Lokal verhindern. Von der NPD distanzieren möchte er sich nicht, eher im Gegenteil:
Im übrigen habe F. gegenüber der Polizei mitgeteilt, dass Chistian Berisha bei der Buchung eines Raumes durchaus gesagt habe, dass es sich um eine kommunalpolitische Tagung der NPD handeln würde. Er hat seine Karte im Lokal gelassen, aus der sein Beruf als Händler hervorging. (Warum ein leitender Angestellter des Lokals gegenüber der Presse von einer “Verkaufsveranstaltung für Uhren” spricht, erklärt sich so noch nicht) Ob Berisha mit falschen Karten gespielt hat oder nicht, bleibt vorläufig ungeklärt.
… wer hat Dir eigentlich eingeredet, Du hättest einen Anspruch darauf, überhaupt irgendwas von mir zu wissen oder zu wollen? Wer ich bin, was ich kaufe oder denke oder wo mein Haus wohnt zum Beispiel. Oder wie es aussieht. Oder wie ich aussehe. Und das alles miteinander zu verknüpfen und in einer großen Datenwolke für alle verfügbar zu machen, vor allem aber, um irgendwie und über drei Ecken damit Geld zu verdienen. Denn darum geht es doch, oder? Geld verdienen willst Du. Niemand fotografiert freiwillig die ganze Welt für lau. Das muß sich rechnen. Und dafür willst Du unbedingt ganz viel über mich wissen. Schon klar, hab ich verstanden.
Nur: will ich das nicht. Ich will nicht, dass Du mit meinen Daten Geld verdienst.
Ich sehe auch gar nicht ein, dass ich Dir das extra sagen muß, das ich das nicht will.
Lukas Heinser liefert einen 1A-Verriß von Deutschlands vielleicht überflüssigster »Rock«band: Revolverheld.
Es war schlimm. Ungefähr nach einer halben Stunde hätte ich mir eine Lesung vogonischer Dichtkunst herbeigewünscht — oder alternativ irgendjemandes Hände, deren Fingernägel ich auch noch hätte abnagen können. Revolverheld sind eine Band, die mit ihrer naiv-dumpfen Pennälerlyrik und ihrer musikalischen Simplizität selbst Silbermond progressiv erscheinen lassen. Der Umstand, dass sich solche Musik besser verkauft als die von Tomte oder kettcar, könnte dem deutschen Volk dereinst vor irgendeinem internationalen Gerichtshof noch zum Nachteil gereichen.
Kann man sich mal kurz über den Geisteszustand der Berliner Parteienlandschaft Gedanken machen? Der Rücktritt von Köhler: ok, dumm gelaufen. Nachvollziehbar, dass ein Präsident, der sich fortlaufend mehr zu einem Doppelgänger von Matthias Richling entwickelt, irgendwann nicht mehr die nötige Autorität für sein Amt hat. Schwamm drüber, shit happens, und immerhin hatte Bundeshotte damit etwas, das die Bundeswehr in Afghanistan nicht hat: eine Exit-Strategie – und die Möglichkeit, diese zum Einsatz zu bringen. Es sei ihm gegönnt.
Aber was jetzt? Man hört Vorschäge. Die drei unglaublichsten, in der Reihenfolge der Unglaublichkeit:
3. Wolfgang Gehardt.
Der Unsympath von der FPD. Typ »stubenreiner Wadenbeisser«. Als Bundespräsident? Eine Integrationsfigur für’s Volk? Möglicherweise für alle? Einer Partei, die schon wieder an der 5%-Marke knabbert? Come on, meint ihr doch nicht ernst?
2. Margot Käßmann.
Rot-Licht-Gestalt von uns Evangelen. Irgendwann auch mal von mir geschätzt, muß zu Zeiten gewesen sein, bevor sie Bischöfin wurde oder kurz danach. Innerkirchlich ist sie nicht die reine Sympathieträgerin, als die sie gerne gemalt und medial wahrgenommen wird. In den letzten Einsparrunden ist mir von ihr der Satz im Ohr hängen geblieben, dass man quasi alles einsparen könne, solange im Pfarrhaus noch das Licht brennt – welch ein grenzwertig-gestriges, pfarrerzentriertes Verständnis von Kirche. Völlig unverständlich daher der öffentliche Weinkrampf der Mitarbeitervertretung in der Hannoverschen Landeskirche, die der Ex-Bischöfin in geradezu anbiedernd-peinlicher Weise nachweint. Warum grad eine evangelische Ex-Bischöfin Bundespräsidentin werden sollte? Was qualifiziert sie, außer dass sie auf einem irrationalen Beliebtheits-Hype dahingleitet? Liebe SPD, der Vorschlag kam doch aus euren Reihen: geht’s noch? Fragt doch lieber die Gesine nochmal.
1. Ursula von der Leyen.
Die Übermutti. Die Ernst-Albrecht-Tochter. Keifende, unsachliche, Lügen verbreitende Streiterin für Zensur im Internet. Demokratiedemontiererin. Zensursula. Hassfigur der Netzgemeinde. WTF?!!einself. Liebe CDU, brennt ihr? weiterlesen…
Der Mann macht, was ihm Spaß macht. Moby hat seine Liebe zur Stromgitarre wiederentdeckt (zuletzt auf seinem 1996er Album »Animal Rights« ausgelebt, aber der Mann ist ja alter Punkrocker) und mit drei Kumpels eine Metalband aufgemacht und gemeinsam an einem Tag 15 Songs eingespielt. Die gibt es für lau zum legalen Herunterladen. Und auf der Bandseite auch zum Anhören in voller Länge.
Den Hörer erwartet eine Mischung aus Led Zeppelin, Deep Purple und Lynyrd Skynyrd, Moby übernimmt dabei die Leadgitarre und ein paar Backing Vocals. Wer also keine ausgeprägte Ader für Sounds dieser Epoche und den Stil dieser Bands hat, kann die Baldriantropfen getrost im Schrank stehen lassen. Vor allem an der Stimme von Sänger Phil, der mit seiner Metalcombo Tragedy bislang vor allem Bee Gees-Songs coverte, werden sich mit Sicherheit die Geister scheiden.
Und so isses auch: hört sich ganz witzig an, aber vom Hocker haut es mich nicht. Dafür klingt Phil Costello stellenweise beängstigend nach Axl Rose. Das soll wohl so. Macht mir trotzdem etwas… Angst?
Neues Album »White Crosses« von Against Me! kommt am 4. Juni. EP zum obigen Track seit April auf dem Markt.
Bei dem Video fällt mir ein, dass mir noch einen Beitrag zur Studie über Gewalt gegen Polizeibeamte schreiben wollte. Ein schönes Beispiel, wie Poltik und Stimmungsmache geht: man befragt ein paar tausend Polizisen. Per Internet-Fragebogen. In Zusammenarbeit mit einer Polizeihochschule. Und niemand kommt auf die Idee, dass es da eine Rückkopplung geben könnte zwischen Befragten und Ergebnis der Umfrage. weiterlesen…
Das ist so trashig, dass es fast schon wieder gut ist: »Gimme hope Joachim«, ein Acapella-WM-Song von einer Kombo namens »Basta«. Wobei mir die optische Umsetztung mehr gefällt als die akustische, aber immerhin sinds nicht die Wise Guys… :)
Grad gesehen bei Zeigler im WDR und gefunden via unten am Hafen (Ein Blog mit Begemann-Zitat, sehr sympahisch).
Für das zuvor erwähnte Projekt »Webseite aufhübschen und innerhalb von drei Tagen einreissen und wieder aufbauen« hab ich mich erstmal ernsthafter mit Webfonts beschäftigt – unter anderem weil es hieß, mein (noch) Lieblingsbrowser Opera könnte nun auch endlich Webfonts und Firefox seit 3.6 3.5 ja sowieso.
Seit vergangener Nacht wird auch hier gefontfaced, zumindest testweise.
Zunächst schien alles ganz einfach: im Fontblog wurde schon im Februar der Webfont-Hype versucht, samt Tutorial und Demofont. Demofont mit nur einem Schnitt ist natürlich nix (außerdem macht die EULA das Leben unnütz schwer), deshalb nach freien Webfonts mit mehreren Schnitten gesucht und bei Font Squirrel fündig geworden. Deren »@font-face-kits« verheißen einfachste Einbindung mit vorgefertigtem CSS-File, das man nur noch anpassen und ins eigene Stylesheet einbauen muß (was beim Atahualpa-Theme per CSS-Insert ja sehr einfach ist). Fonts hochladen, Theme anpassen – fertig!
Normalerweise mach ich das ja nicht: zweimal dieselbe Quelle nacheinander, aber diese Grafiken von Stéphane Massa-Bidal wären einfach zu schade, um sie nicht zu zeigen.
hallo echo…