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quartalsplatten

der frühe vogel…

Autumn winds blowin’ outside the window: Hörsturz Runde 29

Ein paar Runden Hörsturz sind an mir vorbeigegangen, weil ich über den Sommer wenig Zeit und oft auch keine Lust hatte. Mit dem Wiedereinstieg wollte ich mir eigentlich noch Zeit lassen, aber erstens hab ich grad Lust und zweitens ist ein Song unter den Pflichttracks, den ich mir nicht entgehen lassen möchte. :)

Also: hinein in die Hörsturz Runde No. 29!

:play: Herr von Grau feat Nihilists – Kalt (von Tenza)

Hab beim ersten Blick auf den Titel das Schlimmste befürchtet, nämlich die üblich dunkle Soße, von der manche Hörsturz-Mitmacher ja nicht genug bekommen können :wink: .
Aber hey, was für eine angenehme Überraschung! Markante Gitarre am Anfang, bei der ich irgendwie an Nothing Else Matters denken muß. Brauchbare Beats, Weltuntergangs-Text und insgesammt stimmige Soundteppiche und musikalische Abwechslung zum Sprechgesang. BTW: Man könnte mal untersuchen, wie sich Weltuntergangs-Songs in den letzten 30 Jahren verändert haben. Mein Eindruck: die atomare Apokalypse ist nach dem Ende des Kalten Krieges weit weg, auch das Thema Umweltzerstörung und Klimawandel ist fast schon wieder durch. Mit Blick auf die Flobots, die unter den Bonustracks noch lauern scheint mir das soziale oder politische Ende der Welt wie wir sie kennen ein präsenteres Thema zu werden.
Fazit zu diesem Song: Schöne Sache, von diesem Herr (oder Herren?) wird man hoffentlich noch mehr hören, zumal er offenbar auch ein weiteres Themenspektrum abdeckt. Bleibt die Frage, wo man die bei Youtube angepriesene kostenlose Download-EP noch bekommen kann. Haben wollen.

3,5 Punkte

:play: Murder By Death – Sometimes the Line Walks You (von Kristin)

Ja, ok. Hmmmm… Fängt ja ganz nett an, versumpft dann aber zu sehr in Südstaatenrockmuster, die ich mir eigentlich nur von Nick Cave gefallen lassen würde. Die Schublade passt vermutlich nicht wirklich, aber das passt wiederrum zu diesem Song, der mir nicht wirkich gefällt. Nuff said.

2,5 Punkte

:play: Zola Jesus – Night (von Robert)

Hmmmm. Wer meint, grundlos »Jesus« im Stagename führen zu müssen, sammelt bei mir keine Bonuspunke. Die Musik reißt es dann auch nicht wieder raus. Da ist sie ja: die schon erwartete dunkle, uninspirierte Gothic-Soße. Alles in diesem Song hängt an der Stimme der Künsterlin, aber gerade zum Ende, wo sie versucht, noch etwas Spannung aufzubauen, erreicht sie ihr stimmliches Limit und trifft die Töne haarscharf daneben (so um Minute 3 herum). Also: eine Tüte Mitleid for this Wristcutter’s Lullaby.

0,5 Punkte

:play: Sterne – Fickt das System (von Postpunk)

Auf diesen Track hab ich mich gefreut. Ein klassischer Sterne-Song, der Titeltrack von ihrer ersten EP und damit die erste Veröffentlichung nach der Fast-Weltweit-Zeit und mit dem Hamburger Lineup. Mittlerweile haben sie sich ja neuen musikalischen Ufern zugewandt. Frank Spilker ist für mich einer der großen deutschen Sprachbeherrscher. Kaum ein Sterne-Song, aus dem man nicht etliche Phrasen fürs Weiterdreschen in allen Lebenslagen ernten könnte. Das Sloganhafte in der sog. Hamburger Schule wird ja gerne Tocotronic zugeschrieben, aber Spilker beherrscht das in Song- und Albumlänge, nicht nur in der Titelzeile, die hier ja auch ziemlich in die Irre führt. Eben kein Politsong. Sondern eher über persönliches Unvermögen und Ziellosigkeit: Die letzten drei Hirnzellen in Reihe geschaltet und Sinn produziert: ich konnte das immer, jetzt nicht mehr. Manchmal ist zugedröhnt besser als nichts. Du kannst ficken wen Du willst – was willst Du denn?
Bei dem Gitarrenriff frag ich mich immer wieder, ob die das vll. irgendwoher geklaut haben oder nicht, aber es ist funky und Spilker ist gesangstechnisch dichter am HipHop als bei Indierock. Das Video ist grottig, aber kult. Mir persönlich gefällt die (spätere) Westwerk-Version besser. Lange Rede, ihr ahnt, wo die Reise hingeht, auch wenn es nicht der beste Sterne-Song ist:

5 Punkte

:play: A Fine Frenzy – Almost Lover (von Khitos)

Nett. Vielleicht sogar schön. Hat eine gewisse Tiefe, wirkt nicht platt. Leider grad nicht in der passenden Stimmung, also gebe ich präventiv einen halben Punkte mehr.

3 Punkte

Durchschnitt:  3,0 – gar nicht mal so schlecht. Mit den Bonustracks gehts nach dem Klick weiter…

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I know you'll gonna love itI know you’ll gonna love it

Manchmal kommen Bands ohne Vorankündigung auf den Radar. So ganz ohne Hype. Sind einfach da. Zpyz? Nie gehört. Könnte auch daran liegen, dass der Hype erst noch kommt.

Walking Alone ist die aktuelle Single. Geometrische SciFi-Figuren vor kiefernbestandener norddeutscher Tiefebene. Mutig. Aber bei so einem Song kann man das vielleicht auch einfach mal wagen. 80er-Jahre-Elektro meets STEN und IVAR. Oder die musikalische Verwandschaft im landschaftlich ähnlich gestricktem Dänemark. Ganz großes Tennis ist übrigens der eindeutig selbstgebaute Teil des im Video zu sehenden Instrumentenparks. :wink:

Nur: mögen den beiden Berlinern bitte weitere Waschzettel-Texte erspart bleiben, wo von Meister der Massenhypnose und ähnlichem Quark zu lesen ist.

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