Die Musikindustrie leidet immer noch. Man mag kaum noch hinsehen. Also weiter fleissig Tonträger und digitale Äquivalente gekauft: die Neuerwerbungen der letzten 6 Wochen.
War die Jahresendphase 2009 vor allem von meiner Wiederentdeckung der Steve Skaith Band und des Latin Quarter-Backkatalogs gekennzeichnet (und dem Phänomen, dass man sich Alben, die man schon hat, wegen rarer Reissue-Bonustracks nochmal kauft), dominiert dieses mal ganz klar die Hamburger bzw. Fast Weltweite Fraktion.
Die aktuelle Begemann wartete eigentlich nur auf einen guten Einkaufspreis, seinen Backkatalog gibt es zum netten Preis und wird nach und nach von mir aufgesammelt. Auf »Rezession, Baby« gibt es diesen schönen Song über Jochen Distelmeyer, dessen »Heavy« ich mir bestellt habe, obwohl ich schon ahnte, dass es mir nicht wirklich gefallen würde, aber vielleicht braucht das einfach noch seine Zeit. Das Buch zur Ausstellung Stadt.Land.Pop. liegt hier schon ganz lange – in weiten Teilen sogar gelesen. Mit der darin vorkommenden Bernadette La Hengst konnte ich trotz zahlreichem Zaunpfahlgewinke von Frank W bisher noch nicht viel anfangen, bis kürzlich die Interview-DVD zur Austellung den Player fand; danach wollte »Niemals dorthin« nicht mehr aus dem Ohr. Schräge Scheibe mit einzelnen Highlights, aber auch einem gewissen Talent, gute Ideen nicht konsequent zu selbsttragenden Songs auszubauen. Die Sterne brachte die Post heute druckfrisch ins Haus. Der ‘Disco total’-Aufschrei ist nur bedingt nachvollziehbar. Weniger Gitarren als sonst, aber alles, was diese Band sonst auch ausmachte, ist reichlich vorhanden. Ein klassisches Sterne-Album, nur mit leicht anderen Mitteln. Ob die Songs den Relevanztest der Zeit bestehen, ist nochmal ein anderes Thema, aber die Spilkersche Satzbaumaschine hat auch dieses mal Phrasen für alle Lebenslagen zusammengelötet – das ist schon die halbe Miete. »Ich kann den Müll selbst runterbringen« steht als guter Vorsatz bei jedem dritten Küchenaufenthalt mitten im Raum. Schade, dass tatsächlich alle Songs der Riss-EP in identischen (?) Versionen auf dem Album gelandet sind, so hat man als EP-Kenner ein Viertel des Albums schon reichlich gehört und es fühlt sich längst nicht so frisch an, wie ein nagelneues Album es tun sollte.
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