Donnerstag abend spielte Shaun Bartlett im Hamburger Knust als Support vor Minor Majority. Solo, nur mit der Gitarre (und für einen Song mit dem Piano von MM) bewaffnet. Sympathischer Mensch mit Standup-Qualitäten und einigen schönen Songs im Gepäck. Ich konnte nicht gehen ohne seine aktuelle CD vom Merchtisch mitzunehmen.
Zu meinem persönlichen Entsetzen ist mir aufgefallen, dass der Mann sich von Konserve hin und wieder gefährlich nach Jack Johnson anhört. Nun kann ich aus gutem Grund über Jack Johnson nicht viel sagen: ich mag ihn nicht. Zu entspannt, zu entrückt, zu viel Sonne aufs Hirn. »Jack Johnson gilt als der Inbegriff von Freude, Sonne, Sommer, Strand und unbekümmerten Surferfeeling.« las ich grad. Grundsätzlich schon ok, verströmt aber als Grundhaltung biedermeierliches Narkotikum, dass ich nur schwer ertragen kann, da würd ich doch gerne mal ein Streichholz an die Strandhütte legen.
Shaun Bartlett kommt nicht von Hawaii, sondern ist ein in Bahrain und Norwegen aufgewachsener Brite, der Solo sehr chilligen lofi-Pop macht, im Gegensatz zu dem härteren Output seiner früheren Band Yelp. Er fröhnt Outdoor-Freuden (Kilimandscharo-Tour!), hat zwei Soundtracks für Basejump-Filme beigesteuert und ein paar Songs für den Film »Das Orangenmädchen«. Ansonsten hab ich nicht so viel über ihn im Netz gefunden, selbst die Bio auf der Seite seines Labels ist nicht so ganz up to date.
Das aktuelle Album »Shrink the city to a light« ist bei den Amazonen nur als mp3 erhältlich und (leider nicht ganz preiswert) bei CDON. Reinhören in »Secret Mission« und »Miles from the City Lights«.



