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	<title>textfresser &#187; krieg</title>
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	<description>ich hab den text gefressen &#124; ich nehm das fragezeichen</description>
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		<title>Zum Teufel mit der Nicht-Einmischung</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 00:17:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dehkah</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Die taz hat heute einen lesenswerten Kommentar von Uri Avnery zum Libyen-Konflikt veröffentlicht, erfreulicherweise auch online.</p> <p>Das lange Zögern der Vereinigten Staaten und anderer Länder vor einer militärischen Intervention in Libyen war skandalös, ja: ungeheuerlich. Mein Herz schlägt für die Libyer (tatsächlich bedeutet &#8220;libi&#8221; im Hebräischen &#8220;mein Herz&#8221;). Und &#8220;Nicht-Einmischung&#8221; klingt in meinen Ohren wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.taz.de/">taz</a> hat heute einen lesenswerten Kommentar von <a href="http://www.uri-avnery.de/">Uri Avnery</a> zum Libyen-Konflikt veröffentlicht, <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/mein-pakt-mit-dem-teufel/">erfreulicherweise auch online.</a></p>
<blockquote><p>Das lange Zögern der Vereinigten Staaten und anderer Länder vor einer militärischen Intervention in Libyen war skandalös, ja: ungeheuerlich. Mein Herz schlägt für die Libyer (tatsächlich bedeutet &#8220;libi&#8221; im Hebräischen &#8220;mein Herz&#8221;). Und &#8220;Nicht-Einmischung&#8221; klingt in meinen Ohren wie ein schmutziges Wort. Es erinnert mich an den Spanischen Bürgerkrieg, der tobte, als ich noch ein Kind war. 1936 wurde die Spanische Republik brutal von einem spanischen General, Francisco Franco, mit aus Marokko importierten Truppen angegriffen. Es war ein sehr blutiger Krieg mit unsagbaren Gräueln. Nazideutschland und das faschistischen Italien griffen Franco damals unter die Arme, die deutsche Luftwaffe terrorisierte spanische Städte wie Guernica.</p>
<p>Die westlichen Demokratien weigerten sich hartnäckig, der bedrohten Republik Hilfe zu leisten, und prägten damals den Begriff der &#8220;Nicht-Einmischung&#8221; &#8211; was bedeutete, dass Großbritannien und Frankreich nicht intervenierten, während Deutschland und Italien das sehr wohl taten, und das gnadenlos.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>Wenn es darum geht, einen Genozid zu verhindern, bin ich sogar bereit, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen. Das gilt heute noch. Es ist mir egal, wer Gaddafis mörderischem Krieg gegen sein eigenes Volk ein Ende setzt: UN, Nato oder die USA ganz alleine &#8211; wer auch immer es macht, der hat meinen Segen.</p>
<p>&#8220;Nicht-Einmischung&#8221; lieferte das spanische Volk der Willkür eines Franco aus und schützte Hitler bei seinen Kriegsvorbereitungen. Direkte Einmischung dagegen brachte Milosevic ins Gefängnis des Kriegsverbrecher-Tribunals. Meine Haltung in dieser Frage ist daher ganz klar: Die Doktrin der Nicht-Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder hat ausgedient, wenn es um Völkermord und Massenmord geht. Sie sollte begraben werden, bevor die Leichen zum Himmel zu stinken beginnen.</p></blockquote>
<p>Man soll ja vorsichtig sein mit Nazi-Vergleichen, aber wo er recht hat, hat er recht.</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-3697"></span></p>
<p style="text-align: left;">Und das passt irgendwie dazu. Zum Stichwort »spanischer Bürgerkrieg« ein kleiner Song einer zu unrecht fast vergessenen <a href="http://www.nits.nl/">Band</a>, die im Mai 2011 übrigens einige Konzerte in Deutschland spielt.</p>
<p style="text-align: center;"><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="640" height="400" src="http://www.youtube.com/embed/4O4Sf1rVN94" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
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		<title>Nimm dies, Facebook&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2011 22:31:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dehkah</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Januar 2012. Anfang des Jahres zählt Facebook weltweit über 1,3 Milliarden Mitglieder. Im Herbst des Vorjahres war das Unternehmen an die Börse gegangen. Der Wert von Facebook wird jetzt auf $180 Mrd. taxiert. Erst kürzlich kaufte das Unternehmen Google; und zwar aus der Portokasse.</p> <p>Facebook ist im Begriff, nicht nur zum Synonym für das Internet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Januar 2012. Anfang des Jahres zählt Facebook weltweit über 1,3 Milliarden Mitglieder. Im Herbst des Vorjahres war das Unternehmen an die Börse gegangen. Der Wert von Facebook wird jetzt auf $180 Mrd. taxiert. Erst kürzlich kaufte das Unternehmen Google; und zwar aus der Portokasse.</p>
<p>Facebook ist im Begriff, nicht nur zum Synonym für das Internet zu werden, sondern das Internet selbst zu ersetzen. Kinder wachsen längst im Glauben auf, dass man eine E-Mail-Adresse nur für die einmalige Registrierung bei Facebook braucht und danach nie wieder, weil eine Kommunikation außerhalb des Facebook-Kosmos zwar möglich, aber sinnlos ist.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>Aber am 18. Januar 2012 ereignet sich dann etwas anscheinend völlig Belangloses auf Twitter; dem letzten relevanten und noch eigenständigen Player im Netz. Ein Nutzer schreibt folgenden, witzig gemeinten Tweet&#8230;</p></blockquote>
<p>So beginnt eine kurze Geschichte von Michael Bukowski über den Auftakt zum 1. Daten-Weltkrieg im Jahr 2012. <a href="http://www.fontblog.de/nichtlesen-18-2-data-wars">Weiterzulesen beim Fontblog&#8230;</a></p>
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		<title>My God, I&#8217;m taking boys to war&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 11:03:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dehkah</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Paul Hardcastle hat es nicht nötig, mit Wiederveröffentlichungen eines alten Hits noch ein paar Euronen oder Dollars zu machen. Seit mehreren Jahren ist er in der Nische »Smooth Jazz« und elektronischer Chillout-Musik ziemlich erfolgreich. Alle paar Jahre steht aber ein runder Geburtstag seines 1985er Chart-Hits »19« an. Und prompt gibt&#8217;s eine Neuauflage zum 25. Jubiläum. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="highslide img_2" href="http://www.textfresser.de/wp-content/uploads/2010/04/paulhardcastle19-2010.jpeg" onclick="return hs.expand(this)"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2052" title="paulhardcastle19-2010" src="http://www.textfresser.de/wp-content/uploads/2010/04/paulhardcastle19-2010-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Paul Hardcastle hat es nicht nötig, mit Wiederveröffentlichungen eines alten Hits noch ein paar Euronen oder Dollars zu machen. Seit mehreren Jahren ist er in der Nische »Smooth Jazz« und elektronischer Chillout-Musik ziemlich erfolgreich. Alle paar Jahre steht aber ein runder Geburtstag seines 1985er Chart-Hits <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/19_(Lied)">»19«</a> an. Und prompt gibt&#8217;s eine <a href="http://paulhardcastle.com/">Neuauflage zum 25. Jubiläum</a>. Keine musikalische Offenbarung, aber das Hochhalten eines Themas, das in diesen Tagen hierzulande ja eine traurige Aktualität hat.</p>
<p style="text-align: left;">Den Spätgeborenen muß vielleicht erklärt werden, dass es sich um einen Song über den Vietnam-Krieg und dessen traumatische Folgen für US-Soldaten handelte, der Sprechtexte einer TV-Dokumentation mit einem Dancetrack unterlegte. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=b3LdMAqUMnM">Das Video</a> schnibbelt in damals ungewöhnlicher Weise historisches Nachrichtenmaterial, private Fotos und Fronteindrücke zu einer 3-Minuten-Vietnam-Kurzdoku zusammen. Hauptaussage: In Vietnam wurden seitens der USA halbe Kinder an die Front geschickt, Durchschnittsalter:  19 Jahre.</p>
<p style="text-align: center;"><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="640" height="400" src="http://www.youtube.com/embed/NwpgaYTqOso" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
<p>Auf seiner <a href="http://paulhardcastle.com/19story.html">Webseite</a> schreibt Paul Hardcastle:</p>
<blockquote><p>It’s now the 25th anniversary since the release of “19”, only this time the documentary I am watching is about the British soldiers who would be serving in Afghanistan. I hear the words “<strong>I looked at my Men, The average age was 19, my god I’m taking boys to war</strong>”, It was unbelievable, almost the same words that gave me the original idea to record “19”, this was all sounding too familiar.</p></blockquote>
<p><span id="more-2051"></span></p>
<p>Musikalisch relevant ist ausgerechnet nicht die Version, die wohl als »<a href="http://www.youtube.com/watch?v=sxw5PS0WZGk">A-Side</a>« gedacht ist, sondern eher das ruhige »<a href="http://www.youtube.com/watch?v=NwpgaYTqOso">The Vision</a>« (siehe oben) und die Uptempo-Version »<a href="http://www.youtube.com/watch?v=U0H71M-RMc0">Welcome to Hell</a>«. Die Videoclips kommen mit ihrem Fanvideo-Charme technisch nicht an den originalen Clip heran. Trotzdem ist es ein Hinschauen wert. Nicht zuletzt, um sich gegen die Form von Heldengedenken zu immunisieren, die von politischer Seite gerade eingeläutet wird.</p>
<p>Die neuen Versionen sind seit heute als Download verfügbar. Es gehört für mich zu den leicht paradoxen Medienphänomenen, dass ich von sowas ausgerechnet beim britischen Armeesender BFBS zuerst erfahre, inklusiv einem mehrminütigem Live-Interview mit Paul Hardcastle. Aber die spielen ja auch Green Days »When September Comes«, wenn es sich Angehörige für ihre Jungs im Irak wünschen.</p>
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		<title>Keine Distanz</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 22:20:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dehkah</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Ein Verteidigungminister findet seine Rolle nicht. Das war mein erster Gedanke, als ich ihn vorhin in den Nachrichten sprechen sah, live vom Flughafen. Noch auf dem Rückweg nach Deutschland von Trauerbesuch Eins, ereilt ihn die Todesnachricht von vier weiteren deutschen Soldaten. Damit hier nichts mißverstanden wird: deren Tod ist tatsächlich schlimm, grausam, traurig.</p> <p>Guttenberg fällt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Verteidigungminister findet seine Rolle nicht. Das war mein erster Gedanke, als ich ihn vorhin in den Nachrichten sprechen sah, live vom Flughafen. Noch auf dem Rückweg nach Deutschland von Trauerbesuch Eins, ereilt ihn die Todesnachricht von vier weiteren deutschen Soldaten. Damit hier nichts mißverstanden wird: deren Tod ist tatsächlich schlimm, grausam, traurig.</p>
<p>Guttenberg fällt nichts anderes ein, als unter dem Eindruck der weiteren Toten am liebsten auf dem Absatz kehrt zu machen und den Soldaten in Kunduz beistehen zu wollen. Adel verpflichtet: der Kriegsherr steht seinen Vasallen bei, welch ein schönes Bild.</p>
<p>Fragen: Brauchen Soldaten überhaupt einen Minister, der schnell nochmal zum Händchenhalten vorbei kommt? Oder braucht vielmehr Guttenberg die Nähe zu den Soldaten? Zur eigenen Trauerarbeit?</p>
<p>Oder sogar zur eigenen Imagepflege? Sympahtiepunkte sammeln für die Wahlen, die anstehen?</p>
<p><a class="highslide img_4" href="http://www.textfresser.de/wp-content/uploads/2010/04/karriere_bundeswehr_2.png.scaled.1000.jpg" onclick="return hs.expand(this)"><img class="aligncenter size-large wp-image-2038" title="Deine Karriere bei der Bundeswehr" src="http://www.textfresser.de/wp-content/uploads/2010/04/karriere_bundeswehr_2.png.scaled.1000-500x310.jpg" alt="" width="500" height="310" /></a></p>
<p><span id="more-2037"></span></p>
<p>Egal aus welchen Motiven er momentan handelt: es wirkt nicht souverän, nicht professionell. Das mag man gut finden, weil möglicherweise ein verständlicher, menschlicher Reflex hier den Berufspolitiker und Strahlemann aus der Bahn wirft. Aber von einem Politiker in so einem Amt erwarte ich eigentlich statt Betroffenheitsreflexe: zurück an den Schreibtisch und möglichst schnell mit Ideen und besseren Konzepten zurück kommen. Auch mehr emotionale Distanz. Soldaten töten und Soldaten werden getötet. Damit war zu rechnen. Das muß auch jemandem klar sein, der so ein Amt übernimmt. Möglicherweise ist er ihm emotional doch nicht gewachsen. Wenn ja, wär das menschlich, aber eben nicht gut um der Sache willen.</p>
<p>Oder es ist tatsächlich zunächst einmal: Show. Polittheater.</p>
<p>In dem Zusammenhang fallen mir die zivilen Opfer des Bombardements ein, wegen denen Guttenberg in den nächsten Tagen (?) dem Untersuchungsausschuß Rede und Antwort stehen soll. Solche Niederungen des Parlamentarismus über sich ergehen lassen zu müssen, nachdem man grad sieben Soldaten die letzte Ehre erwiesen und die Truppe betreut hat&#8230; &#8211; das gibt sicher mildernde Umstände.</p>
<p>Hat sich eigentlich irgendein hochrangiger deutscher Poltiker bei den Überlebenden und Angehörigen der Tanklastzug-Bombadierung sehen lassen? Ich kann mich grad nicht erinnern. Es wird halt mit zweierlei Maß gestorben. Und das ist dem Frieden auch nicht förderlich.</p>
<p>[Bildchen von <a href="http://www.fixmbr.de/afghanistan-die-naechsten-toten-sind-da/">F!XMBR</a>.]</p>
 <img src="http://www.textfresser.de/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=2037" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
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		<title>Minister, Minister, care for your children&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 00:02:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<p>Erst mit ein paar Tagen Verzögerung hab ich diese Worte° unseres KriegserklärungsVerteidigungsministers zur Kenntnis genommen:</p> <p>﻿﻿Meine kleine Tochter, der ich meine Trauer zu erklären versuchte, fragte mich, ob die drei jungen Männer tapfere Helden seien, ob sie stolz auf sie sein dürfe. Ich habe beide Fragen, nicht politisch, sondern einfach mit ja beantwortet.</p> <p>Der Mann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erst mit ein paar Tagen Verzögerung hab ich diese Worte° unseres <span style="text-decoration: line-through;">Kriegserklärungs</span>Verteidigungsministers zur Kenntnis genommen:</p>
<blockquote><p>﻿﻿Meine kleine Tochter, der ich meine Trauer zu erklären versuchte, fragte mich, ob die drei jungen Männer tapfere Helden seien, ob sie stolz auf sie sein dürfe. Ich habe beide Fragen, nicht politisch, sondern einfach mit ja beantwortet.</p></blockquote>
<p>Der Mann ist clever.</p>
<p>Kinder gehen auch in der Politik immer. Privates öffentlich machen erhöht Sympathiewerte. Papa Guttenberg menschelt und trauert und wir sollen uns vorstellen, wie er unter Tränen seiner Tochter den Heldentod dreier Soldaten erklärt. Also drei Soldaten zu Helden erklärt. Und wir glauben ihm natürlich, dass er das überhaupt nicht politsch gemeint hat. Versteht ja seine Tochter noch nicht viel von.</p>
<p>Also, deutsche Jungs und Mädels: seid wieder stolz auf eure gefallenen Helden! Nehmt euch ein Vorbild an ihnen.</p>
<p>Oder was?</p>
<p>Bis vor ein paar Jahren hoffte man hier und da in den Kirchengemeinden des Landes, der unselige Volksttrauertag würde sich langsam aber sicher zu einer geriatrischen Veranstaltung entwickeln und im Laufe der Zeit von selbst erledigt haben. Die Heldengedenktafeln an die Gefallenen von Weltkrieg Eins, die in vielen Orten in Kirchen aufgestellt oder eingelassen wurden, könnten endlich verschwinden, damit wir nicht nur (um mal mit Micha 4 zu sprechen) den Krieg verlernen, sondern auch keinen Raum mehr für zweifelhafte Erinnerungskultur geben. Nie wieder Krieg, nie wieder Heldengedenken, nie wieder Kranzabwurfstellen.</p>
<p>Für die Übergangszeit wurden mancherorts andere Schwerpunkte gesetzt: ein Antikriegs-Gedenken. Ein Gedenken an die zivilen Opfer. Internationale Versöhnung der Kinder und Enkel an den Gräbern der Väter und Großväter. Und wenn schon Kränze für die Soldaten, dann auch einen Kranz und Erinnerung an die Opfer von Krieg und Terror, im hiesigen lokalen Fall zum Beispiel an die Toten der KZ-Züge auf der Heidebahn, deren Gräber sich unweit des Gefallenen-Mahnmals befinden.</p>
<p>Karl-Theodor zu Guttenberg gibt jetzt den neuen Trend vor: wir haben wieder kriegsähnliche Helden. Es werden nicht die letzten sein. Der Volkstrauertag wird wieder ihrer. Man darf auf die Ansprachen im November gespannt sein.  Und bei jeder Trauerfeier vorher. Man wird gut hinhören müssen, wie diese Toten für welche Politik instrumentalisiert werden.</p>
<p>Unterdessen taucht gestern ein jovial-hemdsärmeliger Kriegsähnlichkeitsminister in Kunduz auf, enthüllt dort drei weitere Gedenktafeln und verspricht unter Applaus der Truppe mehr Kriegsgerät.</p>
<p>Böller statt Brot. Panzer statt Politik.</p>
<p style="text-align: center;"><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="640" height="400" src="http://www.youtube.com/embed/9YUDvAnoM7I" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
<p style="text-align: center;"><span id="more-2020"></span></p>
<p>Nach acht Jahren Afghanistaneinsatz und hoffnungmachenden humanitären Ansätzen am Anfang fehlt nach wie vor ein transparentes und nachhaltiges Konzept. Man müßte eigentlich richtig viel Geld in die Hand nehmen. Man müßte einen Plan machen. Bildung, Gesundheit, Versorgung, Infrastruktur, Medien. Vielleicht sogar Care-Pakete und Studentenaustausch. Man müßte dafür werben und Mehrheiten gewinnen. Tut aber irgendwie keiner, oder überseh ich da was?</p>
<p>Trotz Hinkegefahr wage ich den heiklen Vergleich: wären die drei bis vier Siegermächte in Mitteleuropa nach 1945 so planlos vorgegangen wie es in Afghanistan den Anschein hat, gäbe es vermutlich in einzelnen Alpentälern oder den Weiten des Oderbruchs immer noch marodierende NS-Einheiten.</p>
<p>Der Taliban nicht so schnell Herr werden zu können wie gehofft ist das eine. Das man auch von offiziellen Seiten nicht mehr als Worthülsen zum zivilen Aufbau geliefert bekommt ist das eigentlich Erschreckende, weil das zeigt, wie sehr Sinn und Zweck der ganzen Aktion aus dem Blick geraten sind. Man könnte den Verdacht bekommen, das sei Absicht. Oder zumindest billigend in Kauf genommen. Was umso mehr die Frage brennen läßt, für was am Hindukusch eigentlich gestorben wird.</p>
<p>Wenn wir schon aus toten Soldaten Helden machen müssen, sollten wir die passenden Trauerlieder wieder ausgraben. Zum Beispiel dieses :</p>
<p style="text-align: center;"><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="640" height="400" src="http://www.youtube.com/embed/CRKE3tfG_P8" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe><br />
Marillion &#8211; Forgotten Sons (Part 2)</p>
<p>(Bei den doofen Bildchen bitte wegschauen, dafür stehen die Lyrics drunter. Als Alternative: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Rz_WqilPfwQ">Teil 1 live on stage</a>, Teil 2 dazu selbersuchen)</p>
<p>°) Aus der Trauerrede von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am 9. April 2010 in Selsingen (Landkreis ROW), die von vielen Medien als »ergreifend« bewertet wurde.</p>
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