fotoflut

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quartalsplatten

BTW: Prügelstrafe

Heute vor 10 Jahren wurde in Deutschland den Eltern das Recht abgesprochen, ihre Kinder zu schlagen:

Das Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung vom 2. November 2000, am 6. Juli 2000 vom deutschen Bundestag verabschiedet, beinhaltet eine Neufassung des § 1631 BGB. Darin wird das Recht auf gewaltfreie Erziehung verankert. 1631 BGB Absatz 2 wird darin wie folgt gefasst:

„(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“

In dem Kontext vielleicht ganz interessant, dass auch Lehrer in Westdeutschland noch bis Anfang der 1970er Jahre ein (zuletzt sehr eingeschränktes) ein Recht zur körperlichen Züchtigung von Schülern hatten. Die DDR war da (zumindest offziell) schon etwas weiter und hat dies 1949 verboten – aber dafür hat man sich andere Druckmittel einfallen lassen.

selber schuld, oder?selber schuld, oder?

Auf F!XMBR gesehen: das Regierungspräsidium Stuttgart »fahndet« nach Lehrkräften, die an der Schülerdemo gegen »Stuttgart 21« teilgenommen haben.

So edel die Motive der Lehrer sicher gewesen sind (und so fragwürdig die Aktion der Behörde): man hätte vorher ahnen können, das sowas nicht ganz koscher ist.

Man entfernt sich nicht innerhalb der Kernarbeitszeit von seinem Arbeitsplatz.

Also irgendwie selber schuld, oder?

Was mich darüberhinaus etwas irritiert ist, dass mein in etwa ähnlich lautender Kommentar auf F!XMBR selbst entweder seit einigen Tagen in der Moderationsschleife hängt oder – was wahrscheinlicher ist – gelöscht wurde.

Christian von F!XMBR hat ja schon öfters darauf hingewiesen, dass er kein Problem damit hat, sein digitales Hausrecht auszuüben und unerwünschte Kommentare zu entfernen.

Doof nur, dass bei mir der Eindruck entsteht, dass an abweichenden Meinungen und alternativen Sichtweisen kein Interesse besteht. Muss ja auch nicht, ist aber trotzdem schade.

(Bild: thebalancebeam)

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Die Süddeutsche berichtet von einer Studie, die festgestellt haben will, dass Gespräche zwischen Lehrern und Eltern oft nix bringen. Das mag sein. Spannend (und spannungsvoll) ist allerdings die These, warum so selten Lehrer die Initiative ergreifen und Eltern auf ihre Sprösslinge hin ansprechen:

Auffällig ist, dass nur 2,7 Prozent der Kontakte auf alleinige Initiative der Lehrkräfte zustande kamen. Dies bedeute, “dass die Schule in längst nicht so vielen Fällen als Initiator eines Kontakts wegen der schulischen Entwicklung des Kindes auftritt, wie man dies vielleicht erwarten würde”, heißt es in der Studie. Um dies zu ändern, sei vor allem eine professionellere Wahrnehmung von Problemen nötig, Lehrer müssten in ihrer Ausbildung besser dafür geschult werden, so die Autoren.

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G8 überfordert Schüler

G8 und die Folgen: Bayrischer Lehrerverband und Elternvereinigung warnen vor »Burnout« bei Schülern an den Gymnasien. Man kann zwar zweifeln, ob damit tatsächlich medizinisch korrekter Burnout gemeint ist, aber es gibt ein Gefühl fürs Gemeinte:

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, hat in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Vorsitzenden der Gymnasialeltern Bayern e.V., Ulrike Köllner, vor einer Zunahme von Burnout- Symptomen bayerischer Gymnasiasten gewarnt. „Viele Schülerinnen und Schüler sind bereits wenige Wochen nach Schulbeginn erschöpft, müde und ausgebrannt“, erklärten beide heute in München. Besonders hart sei der schulische Alltag für die derzeitigen Schüler/innen der 11. Jahrgangsstufen, der erste G8-Jahrgang, der in die Oberstufe eingetreten ist: [...] „Jugendliche haben zum Teil bis zu viermal pro Woche erst um 17 Uhr Schulende und müssen häufig nach langen Schulwegen auch noch Hausaufgaben und Unterrichtsvorbereitungen erledigen.“

[...] „Viele meiner Schülerinnen und Schüler haben dreimal Nachmittagsunterricht, manche auch viermal, von Montag bis Donnerstag, teilweise bis 17 Uhr. Da bleibt nicht viel Zeit für Vor- und Nachbereitung des Unterrichtsstoffes. Zeit für außerschulische Betätigungen wie Sporttreiben oder Engagement in politischen oder sozialen Gruppen wie Umweltschutz oder Jugendarbeit ist kaum noch vorhanden.“

Spannend ist dann die Forderung, die Abhilfe schaffen soll:

Erneut wiederholte Wenzel daher die BLLV- Forderung, möglichst viele Gymnasien zu rhythmisierten Ganztagsschulen auszubauen. „Gymnasien dürfen nicht von Leistungs- und Prüfungsdruck beherrscht werden, der Schüler und Lehrer krank macht.“

Weil die Schüler sowieso keine Zeit mehr für ein Leben außerhalb der Schule haben, können wir sie auch gleich den ganzen Tag zwangskasernieren, denn nur Schule weiß, was gut für Schüler ist. Am Besten noch bei gleichbleibender Lehrerdecke. Das macht auch viel mehr Sinn, als mal über Entschlackung von Lehrplänen, kleinere Klassen, mehr Lehrer, individuellere Förderung und vor allem eine Rücknahme von Abi in Klasse 12 nachzudenken…

[BLLV via Lehrerfreund]