Ein Shell-Manager jammert, die verpatzte E10-Einführung wäre das Stuttgart21 der Mineralölindustrie. Angeblich drohen Millionenstrafen, weil die gesetzlich vereinbarte Menge Bio-Ethanol in diesem Jahr nicht verkauft werden kann, weder als purer Biosprit, noch als 10prozentige Superbenzin-Beimischung.
Nun, liebe Tankenwirtschaft, was erwartet ihr?
Erst macht ihr das einstmals preiswertere Normalbenzin so teuer wie Superbenzin, kickt es dann ganz aus dem Markt.
Dann führt ihr E10 ein, das weniger Leitstung bringt, aber genauso teuer ist. Und kündigt an, normales Super vom Markt zu nehmen (wozu euch aber eigentlich keiner gezwungen hat).
Wer kein E10 tanken kann oder will, muß auf SuperPlus ausweichen, das zu Apothekerpreisen gehandelt wird.
Geht’s noch?
Mal abgesehen von der Fragwürdigkeit des Anliegens, Lebensmittel in den Tank zu packen:
Macht E10 zwei bis drei Cent billiger als Superbenzin. Und lasst den Rest den Markt regeln.
Leute, die bereit sind, für einen Cent Preisunterschied mehrere Kilometer zur billigeren Tanke zu fahren, entwickeln bei zwei bis drei Cent genug Eigenmotivation, um sich ernsthaft mit den Aggrosprit-Eigenschaften ihres Automobils auseinanderzusetzen – und dann das billigere Zeug zu tanken.
Jeder Deutsche ißt so knapp 11 Kilo Schokolade im Jahr. Wenn ich meinen Bedarf so hochrechne, dann glaub ich das gerne.
Die meiste Schokolade in unseren Läden ist nicht »fair gehandelt« oder wenigstens »bio«. Viel kommt aus Plantagen, in denen Kinderarbeit und schlimmeres die Regel ist. Der dänische Filmemacher Miki Mistranti hat sich auf die Reise zur »Dunklen Seite der Schokolade« (so der englische Originaltitel) gemacht.
Nach der Aufregung der vergangenen Monate fällt die Zahl der Widersprüche mit der Drei-Prozent-Quote deutlich geringer aus als es einige Umfragen nahelegten. So hatte zum Beispiel eine Emnid-Erhebung im Auftrag der Bild am Sonntag ergeben, 52 Prozent der Deutschen seien gegen die Abbildung ihrer Wohnung oder ihres Hauses in Street View. Google habe exakt 244.237 Anträge erhalten, schrieb der verantwortliche Produktmanager Andreas Türk. Das entspreche 2,9 Prozent der Haushalte in den 20 Städten.
Die genannte Umfrage könnte schon als Hinweis dienen, dass die Fragestellung falsch ist. Bin ich so dagegen, dass ich mir die Mühe mache, das auch ausdrücklich zu sagen, einen Brief zu schreiben, mich bei Google registrieren zu lassen? Warum muß ich eigentlich sagen »ich will nicht«? Warum muss Google nicht fragen »darf ich«? Auch aus Privacy-Gründen scheint geboten, dass Personen vor einer umfassenden Datenerfassung, in der sie auftauchen sollen, gefragt werden. Warum sollte Street View oder auch für Facebook nicht gelten, was bei Werbepost geltendes Recht ist: Opt-in statt Opt-out.
Bei Schauspielern und anderen Künstlern ist es nervig bis lächerlich, bei Bloggern ärgerlich bis peinlich, bei Politikern und Entscheidungsträger eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit: für Geld oder andere Gegenleistungen sein Gesicht oder seinen Namen dranzugeben.
Ob nun unser Ex-Ministerpräsi und Mittlerweile-Bundespräsident sich vom AWD-Gründer den Urlaub cofinanzieren läßt (ähnlich wie Ex-Ministerpräsident Lothar Späth in den 90ern) oder ob Til Schweiger bzw die Gala eine Werbung für Braun-Rasierer als Interview über Körperbehaarung tarnt ist letztlich egal. Es bleibt der schaale Beigeschmack, das einem etwas mit unlauteren Mitteln untergejubelt werden soll – und das Leute für ein Linsengericht ihre Seele verkaufen. Verona Feldbusch mag schmerzfrei und egal genug sein, um für Spinat, Telefonauskunft oder ihren Mann zu werben, aber mußte es wirklich ein fragwürdiger Klamottenladen mit Rechtschreibschwäche sein? Hat Pastewka es wirklich nötig, für Atomstrom zu werben?