… wer hat Dir eigentlich eingeredet, Du hättest einen Anspruch darauf, überhaupt irgendwas von mir zu wissen oder zu wollen? Wer ich bin, was ich kaufe oder denke oder wo mein Haus wohnt zum Beispiel. Oder wie es aussieht. Oder wie ich aussehe. Und das alles miteinander zu verknüpfen und in einer großen Datenwolke für alle verfügbar zu machen, vor allem aber, um irgendwie und über drei Ecken damit Geld zu verdienen. Denn darum geht es doch, oder? Geld verdienen willst Du. Niemand fotografiert freiwillig die ganze Welt für lau. Das muß sich rechnen. Und dafür willst Du unbedingt ganz viel über mich wissen. Schon klar, hab ich verstanden.
Nur: will ich das nicht. Ich will nicht, dass Du mit meinen Daten Geld verdienst.
Ich sehe auch gar nicht ein, dass ich Dir das extra sagen muß, das ich das nicht will.
Licht für Afrika und Solartechnikerinnen in Bangladesh. Ein Dokumentarfilm zeigt, dass die radikale Umwälzung des Energiemarktes gegen alle Aussagen der Kraftwerks-Lobby möglich ist. (ARD; ttt)
Und warum es genug Energie für alle gibt, auch nach dem Öl…
Der Musikmanager Tim Renner, früherer Chef von Universal Records und heute Betreiber von Motor Music, fordert im Rolling Stone den Verband der Musikindustrie auf, selbst eine Musikflatrate anzubieten. [...]
Er hält eine Musikflatrate für die einzige reelle Chance, dem Business zu neuen Einnahmequellen zu verhelfen. Dabei brauche man nicht auf eine gesetzliche Regelung warten, sondern könne branchenintern ein entsprechendes Angebot aufsetzen. Für 12,90, also für den “gefühlten” Preis einer CD, solle man sich monatlich runterladen können, was man wolle. Legal und im MP3-Format ohne Kopierschutz.
Super Idee. Ich wär sofort dabei, auch für mehr als 12,90 €. Meinetwegen auch mit nem reelen Download-Limit (Niemand kann 1000 Songs pro Woche tatsächlich hören, oder?).
Die Rückfrage muß aber erlaubt sein, warum Tim Renner – immerhin selbst Chef eines kleinen Labels – nicht selbst aktiv wird. Beispielsweise die gute alte Independent-Tradition wieder aufleben läßt: bildet unabhängige Netzwerke zum digitalen Vertrieb, ein gemeinsames Download-Portal und fangt mit schonmal mit einer Indie-Flatrate an. Wie gesagt: ich wär dabei.
Es gibt durchaus das eine oder andere Mövenpick-Lizenzprodukt im Lebensmittelregal, dass gar nicht mal so übel ist. Im Zuge der neuerlichen FDP-Spendenaffäre schimmert aber auch durch, wem Mövenpick gehört und wem die Euros und Cent Lizenzgebüren für den Namen zufließen. Ich glaub, da vergeht mir der Appetit.
Der Spiegelfechter trägt zusammen, welche rechtskonserativ-reaktionären Interessen im Hintergrund eine Rolle spielen könnten, wie der FDP möglicherweise wieder mal ein Rechtsdrall droht. Das wäre nichts Neues, schließlich spielte schon Möllemann mit dem rechtspopulistischem Feuer, gab es in der FDP immer mal wieder nationalistische Strömungen und Unterwandungsversuche, ist auch die österreichische Haider-Partei FPÖ mal eine ‘liberale’ Partei gewesen.
Wenn August Baron von Finck Jr. sich nun also die FDP als politisches Spielzeug ausgesucht hat, so geht dies weit über die Begünstigung von Hoteliers hinaus. Der erzkonservative Baron hat mit der FDP weiterreichende Ziele. Fincks Spendierfreudigkeit ist vielmehr Beleg für den fortlaufenden Seitenwechsel der Liberalen. Galten sie in den 70ern noch als links- bzw. sozialliberal, so könnten sie nun über die neoliberale Schiene ins nationalliberale Lager abgleiten. Es mag jedem “echten” Liberalen ein Schauder über den Rücken laufen, wenn er sieht, von wem seine Partei finanziert wird. Die FDP ist spätestens seit dem Beschluss, nach dem sie im Rahmen der Möllemann-Affäre 4,3 Millionen Euro Strafe wegen illegaler Spenden zahlen muss, in Finanznöten. Da kommt der “reaktionäre Baron” mit seinen Millionen natürlich wie gerufen. Anders als Fincks abgelegte Politspielzeuge ist die FDP bereits etabliert und sogar in der Regierung.
Andererseits ist das auch genau eine Linie der Politik der aktuellen Regierung: Es sind die kostenlosen Angebote in ausreichender bis exzellenter Qualität, die derzeit den Medienwandel treiben. Unsere Klientelregierung hat nun versprochen, dieses Problem zu beheben. (…) denn es gilt, kostenlose Angebote unattraktiver zu machen, um kompetetiven, traditionell geldgestützt operierenden Sites mehr Luft zum Atmen zu geben. (…)
Das ganze wird am Ende ein Muster-Anwendungsfall für den elektronischen Personalausweis, der notwendig wird, um sich beim Provider und beim Site-Betreiber für den Internet-Zugang und den Inhaltszugriff zu legitimieren.
Wo laß ich den kürzlich, dass es den neuen ePerso ggf. schon ab 12 Jahren geben soll? Würde dann ja so richtig Sinn machen.
Es ist ja nicht so, dass man es nicht hätte erwarten können. Im Koalitionsvertrag steht ganz offen ein Politikentwurf, der den gesellschaftlichen Megatrend der letzten Jahre fortschreibt und ausbaut: Wer arm ist, wird es bleiben. Wer reichlich Einkommen hat, profitiert von den erhöhten Freibeträgen. Wer sich jetzt schon so durchschlagen muß, geht weitgehend leer aus. Arbeitgeber werden geschont, Arbeitnehmer (die paar, die es noch gibt) finanzieren den Rest. Sozialversicherungsprivatisierung pumpt neues Geld in die Finanzmärkte, direkt von den Arbeitnehmern, ohne Umweg über Steuern. Ob wir das Geld nach dem nächsten Crash jemals wiedersehen? Egal.
Es geht nahtlos da weiter, wo Kohl & Kinkel havarierten: Die Abschaffung der paritätischen Sozialversicherung. Pflege? Ein Tag mehr arbeiten. Gesundheit? Arbeitgeberanteil wird eingefroren. Rente? Ohne Zusatz aus Steuern droht Altersarmut. Arbeitslos? 30 Jahre einzahlen, und dann schnell in die Sozialhilfe abschieben. Es gibt keine paritätische Sozialversicherung mehr, sondern alle vier Säulen werden 70 bis 90 Prozent arbeitnehmer- und steuerfinanziert. Diese neue Bundesregierung mag stehen wo immer – sozialpolitisch steht sie rechts von Bismarck. (…)
Im Detail enthält es ne Menge Geschenke an Großunternehmen, ob nun private Versicherer oder multinational bilanzierende Konzerne. Im großen Ganzen kann man kaum erkennen, wo es hingegen soll.
Hornissen.
Es geht um die Entsolidarisierung der Gesellschaft. Bisher gilt, wenn auch schon mit Einschränkungen: Die Gemeinschaft hilft den Schwachen. Wenn schwarz-gelb fertig ist wird gelten: Jeder hilft sich selbst, dann ist an alle gedacht. (Süddeutsche)
Vor einigen Monaten hatte Penny noch großflächig plakatiert und auf bio und fairtrade gemacht. Ist leider der einzige Laden, der auf meinem Heimweg liegt und zu später Stunde noch auf hat, sicherlich nicht mein Lieblings-Discounter, aber umso besser, dort auch Zeug in bio und/oder fair zu bekommen.
Zuerst flog der ‘faire’ Pfanner-Osaft raus (seltsamerweise ist der MuVi-Saft und der ultimativ leckere Mangosaft im Sortiment geblieben). Diverse Bioprodukte im Kühlregal sind meiner Wahrnehmung nach verschwunden und durch eine pseudogesunde Linie ersetzt worden, mit weniger Fett oder abdrehenden Milchsäuren oder weissdergilb. Und gabs nicht sonst auch ne ganz leckere Bio-Nuss-Nougat-Creme?
Jetzt hat es in ‘meinem’ Penny die Fairtrade-Schokolade erwischt. Vor drei Wochen noch eine letzte Tafel ergattert. Nun gibts keine mehr. Angeblich ‘lief’ sie nicht und man hätte viel Wegwerfen müssen. Auf dem allpräsenten MHD-Grabbeltisch hab ich sie aber nie gesehen. Stattdessen (oder war sie vorher auch schon da und ich habs nicht wahrgenommen?) nun ein leicht esoterisches, rostfreies Kakaoerzeugnis (siehe Bild). Schade eigentlich.
Nicht dass mich das überraschen würd. Das Lawblog schreibt bzw. zitiert:
Mit Massenabmahnungen von Filesharern lässt sich viel mehr Geld verdienen als mit legalen Downloads. [...]
Ca. € 0,60 (netto) pro legal verkauftem Download gegenüber
€ 90,00 pro erfassten illegalen Download bei Rechtsverletzern, die zahlen.
Der Ertrag bei erfassten und bezahlten illegalen Downloads ist das 150 fache! Das bedeutet: Wenn 1.250 Rechtsverletzer erfasst werden, die zahlen, müssten zur Erwirtschaftung des entsprechenden Ertrages 150.000 Downloads legal verkauft werden.
Mehr zu geleakten Shock & Awe-Konzepten als Geschäftsmodell der Musikindustrie auch bei Netzpolitik.
Diese Grafik ist im Sommer völlig an mir vorbeigegangen, ich muß wohl woanders gewesen sein…
Spannend find ich, dass die CD-Verkäufe zu dem Zeitpunkt einbrechen, wo meiner Erinnerung nach CDs hierzulande wesentlich teurer wurden (so, um die Jahrtausendwende, vll. währen der Euro-Einführung. Der Zusammenhang klappt natürlich nur dann, wenn die Preise auch in den USA gestiegen sind, woher die Verkaufszahlen kommen).
Und irgendwie kommt mal wieder der Gedanke: »selbst schuld« Erst Geld zum Fenster rauswerfen und sich an CD-Reissues dumm und dämlich verdienen, dann die Produkte überteuern, beim Online-Verkauf nicht aus dem Quark kommen, Superstars klonen statt Popkultur fördern und dann auch noch die Fans der eigenen Künstler beschimpfen und verklagen. Falscher Ansatz. So kann das nix werden.
heise.de schreibt: »In den USA müssen Betreiber von Weblogs künftig ihre Verbindungen zu Anzeigenkunden offenlegen. (…) Demnach müssen bei positiven Produktbesprechungen auch in Weblogs Hintergründe wie Geldzahlungen oder Produktbereitstellungen aufgedeckt werden; Verbindungen, die der Verbraucher “nicht erwartet”, wie die FTC schreibt. Die neuen Regeln sollen zum 1. Dezember eingeführt werden.«
Richtig so. Bitte auch hierzulande einführen. Soviel Transparenz darf sein.
hallo echo…