Passend dazu: NDR äußert sich per Pressemitteilung positiv darüber, dass lt. Rundfunkstaatsvertrag gelöschte tagesschau.de-Inhalte auf depub.org republiziert worden sind und freut sich über die »kreative Anarchie des Internets«. (via)
Mein Reden seit Anno Keks: Öffentlich-Rechtlich und Internet passen wunderbar zueinander. Abgesehen von stiftungsfinanzierten Modellen ist das IMO die einzig praktikable Möglichkeit, hochwertige Inhalte ohne fragwürdige Bezahlsysteme unter das Volk zu bringen. Dafür bezahl ich gerne Gebühren.
… wer hat Dir eigentlich eingeredet, Du hättest einen Anspruch darauf, überhaupt irgendwas von mir zu wissen oder zu wollen? Wer ich bin, was ich kaufe oder denke oder wo mein Haus wohnt zum Beispiel. Oder wie es aussieht. Oder wie ich aussehe. Und das alles miteinander zu verknüpfen und in einer großen Datenwolke für alle verfügbar zu machen, vor allem aber, um irgendwie und über drei Ecken damit Geld zu verdienen. Denn darum geht es doch, oder? Geld verdienen willst Du. Niemand fotografiert freiwillig die ganze Welt für lau. Das muß sich rechnen. Und dafür willst Du unbedingt ganz viel über mich wissen. Schon klar, hab ich verstanden.
Nur: will ich das nicht. Ich will nicht, dass Du mit meinen Daten Geld verdienst.
Ich sehe auch gar nicht ein, dass ich Dir das extra sagen muß, das ich das nicht will.
Licht für Afrika und Solartechnikerinnen in Bangladesh. Ein Dokumentarfilm zeigt, dass die radikale Umwälzung des Energiemarktes gegen alle Aussagen der Kraftwerks-Lobby möglich ist. (ARD; ttt)
Und warum es genug Energie für alle gibt, auch nach dem Öl…
Der Musikmanager Tim Renner, früherer Chef von Universal Records und heute Betreiber von Motor Music, fordert im Rolling Stone den Verband der Musikindustrie auf, selbst eine Musikflatrate anzubieten. [...]
Er hält eine Musikflatrate für die einzige reelle Chance, dem Business zu neuen Einnahmequellen zu verhelfen. Dabei brauche man nicht auf eine gesetzliche Regelung warten, sondern könne branchenintern ein entsprechendes Angebot aufsetzen. Für 12,90, also für den “gefühlten” Preis einer CD, solle man sich monatlich runterladen können, was man wolle. Legal und im MP3-Format ohne Kopierschutz.
Super Idee. Ich wär sofort dabei, auch für mehr als 12,90 €. Meinetwegen auch mit nem reelen Download-Limit (Niemand kann 1000 Songs pro Woche tatsächlich hören, oder?).
Die Rückfrage muß aber erlaubt sein, warum Tim Renner – immerhin selbst Chef eines kleinen Labels – nicht selbst aktiv wird. Beispielsweise die gute alte Independent-Tradition wieder aufleben läßt: bildet unabhängige Netzwerke zum digitalen Vertrieb, ein gemeinsames Download-Portal und fangt mit schonmal mit einer Indie-Flatrate an. Wie gesagt: ich wär dabei.
Es gibt durchaus das eine oder andere Mövenpick-Lizenzprodukt im Lebensmittelregal, dass gar nicht mal so übel ist. Im Zuge der neuerlichen FDP-Spendenaffäre schimmert aber auch durch, wem Mövenpick gehört und wem die Euros und Cent Lizenzgebüren für den Namen zufließen. Ich glaub, da vergeht mir der Appetit.
Der Spiegelfechter trägt zusammen, welche rechtskonserativ-reaktionären Interessen im Hintergrund eine Rolle spielen könnten, wie der FDP möglicherweise wieder mal ein Rechtsdrall droht. Das wäre nichts Neues, schließlich spielte schon Möllemann mit dem rechtspopulistischem Feuer, gab es in der FDP immer mal wieder nationalistische Strömungen und Unterwandungsversuche, ist auch die österreichische Haider-Partei FPÖ mal eine ‘liberale’ Partei gewesen.
Wenn August Baron von Finck Jr. sich nun also die FDP als politisches Spielzeug ausgesucht hat, so geht dies weit über die Begünstigung von Hoteliers hinaus. Der erzkonservative Baron hat mit der FDP weiterreichende Ziele. Fincks Spendierfreudigkeit ist vielmehr Beleg für den fortlaufenden Seitenwechsel der Liberalen. Galten sie in den 70ern noch als links- bzw. sozialliberal, so könnten sie nun über die neoliberale Schiene ins nationalliberale Lager abgleiten. Es mag jedem “echten” Liberalen ein Schauder über den Rücken laufen, wenn er sieht, von wem seine Partei finanziert wird. Die FDP ist spätestens seit dem Beschluss, nach dem sie im Rahmen der Möllemann-Affäre 4,3 Millionen Euro Strafe wegen illegaler Spenden zahlen muss, in Finanznöten. Da kommt der “reaktionäre Baron” mit seinen Millionen natürlich wie gerufen. Anders als Fincks abgelegte Politspielzeuge ist die FDP bereits etabliert und sogar in der Regierung.