fotoflut

SturchSuburban Night Finale 2008StokeKlutz @ Löwenbräu 2008Volkslauf Schneverdingen 8/2009Localvision Band Contest CelleTake Action Festival 2005Hurricane RevisitedMele Kalikimaka

Blast from the past: Die Musik kommt…

Erst verfällt man nicht ganz grundlos in Voralpenslang (siehe vorherigen Beitrag). Dann wundert man sich, woher diese Phrase wohl kommen mag. Man googled nach und erschrickt vor dem, was sich in den Hirnwendungen im Laufe der Jahrzehnte abgelagert hat. Worum gehts?

Im Hörsturz 18-Beitrag findet sich diese Zeile:

»Auf geht’s Buam, die Musi kommt…«

… weil danach gings ja gleich mit bairischer Blasmusik weiter. Harmlos, sollte man meinen, so ein bisschen Weißwurscht-Slang. Tatsächlich entstammt diese Catchphrase einem TV-Klassiker der ganz besonderen Art…

:!:  [Weiterlesen auf eigene Gefahr]

weiterlesen…

If you find yourself in hell... KEEP RUNNING! - Hörsturz Runde 18

Für jene, die es nicht kennen: der Hörsturz ist ein von Beety organisierter Songcontest, bei dem alle zwei Wochen fünf Lieder ausgelost und von teilnehmenden Bloggern nach Lust und Laune kommentiert und von 0 bis 5 Punkten bewertet werden. Ich bin vor einigen Monaten zufällig nach einer Cover-Blogparade dazugestoßen.

Zu meinem Entzücken hat es mein Vorschlag für die seit gestern laufende Runde 18 in die Hauptauswahl geschafft. Ich bin mal gespannt, ob ich mit mit bairischer Blasmusik bessere Chancen habe als mit den Songs der vergangenen Runden. Andere Hörsturz-Meinungen ziehe ich mir immer erst rein, nachdem ich meinen Beitrag niedergeschrieben habe, entsprechend hoch ist meine Motivation, meine Bewertungen zügig fertig zu haben.

Ein weiteres selbstaufgelegtes Gelübde: ich will mir die Videos (oder whatever in den Youtube-Clips zu sehen ist) zu den Songs erst anschauen, nachdem ich den Song zumindest einmal »pur« gehört habe. Mir ist aufgefallen, wie schnell ich einen Song schon aufgrund des optischen Beiwerkes in eine Schublade vorsortiere. Oft gehört er da auch hin, aber zunächst gehts ja um die Musik und den Song in itself. Der gute Vorsatz für diese und weitere Runden: den Clip erstmal ignorieren – und während der Song läuft, nicht schon Hintergrundinfos googeln.

Als Textfresser-Sonderdisziplin hau ich den Blick auf die Lyrics oben drauf – und damit die Frage, ob ein Song etwas sagen möchte, etwas mitzuteilen oder eine halbwegs gute Geschichte zu erzählen hat. Ist manchmal etwas schwierig, nicht nur bei Instrumentals, sondern wenn Sänger ihre Worte dahinnuscheln und kein Songtext verfügbar ist.

So, genug der Vorrede. Auf geht’s Buam, die Musi kommt…
:play: LaBrassBanda – Autobahn (von dehkah)

Ein Liedchen, das ich auch erst seit drei Wochen kenne. Wieso ich Volkmusikfeind jetzt mit Blasmusik ankomme ist vll. besser Stoff für einen separaten Beitrag. Die Einstiegsdroge war das Instrumental »Brassbanda«, dass es bei den Amazonen als kostenlosen Promotrack gibt, kürzlich hab ich mir dann das ganze Album »Habedieehre« zugelegt, auf dem auch »Autobahn« ist.

Die Umtata-Tuba macht Tempo für ein Liedchen, dass uns in breiten Bayrisch von zwei tragischen Verlusten erzählt: der Protagonist verliert zunächst seinen Job und erwischt dann seine Herzensdame mit dem Nachbarn: »a da wer i dann oiso nimmer braucht«. Also ins Auto, nix wie weg, über den Brenner, dabei die Woche Revue passieren lassen, ab zum Gardasee, wo das ganze Drama seinen Anfang nahm:

»so a woch, werds ihr jetz song, de is ned so furchtbar lang
vui passiern werd da scho ned. i sag: doch«

Auf deutsch: »So eine Woche, werdet ihr jetzt sagen, die ist nicht so furchtbar lang, viel passieren wird da schon nicht. Ich sag: doch!«

Nur Vocals und diverse Gebläse sind am Wirken und der Song ist schon fast halb rum, bis mit Schlagzeug und E-Bass die Non-Brass-Abteilung der Band einsetzt – nach einer kleinen instrumentalen Bridge um 1:20, die man einfach mal auf einer Überlandfahrt im Auto mit entsprechender Lautstärke genießen muß. Großartig. Gänsehaut.

Bei LaBrassBanda spielen fünf junge, studierte Musiker, deren Vorsatz es ist, bayrische Musik nicht in den Bierzelten versauern zu lassen. Die Art und Weise, wie sie das machen, hat sie in meine Heavy Rotation gebracht. Hier und da hört man Vorwissen aus dem Bereich Jazz und lateinamerianischer Musik durch, gängige Labels für ihr Gebräu sind Alpen-Techno und BalkanBrass-Beat, was aber eher in die Irre führt. Im Juni spielen sie auf dem Hurricane in Scheeßel… *vorfreu*

5,0 Gebläse für Fahrtwind im Wohnzimmer

:play: Gloria Cycles – Chancer (von JuliaL49)

Erste spontane Asso-Schublade: Franz Ferdinand, Mando Diao. Markante Gitarren, hoher Textanteil, treibender Takt, eine Prise TexMex-Flair im Heulen der Saiten. Ich tippe trotzdem mal auf britische Wurzeln. Schön und gut, soweit.

Das Video kommt als Trash-Horror-Schocker daher und erzählt uns von ein paar ganz normalen Leuten am Abgrund des – harharharrrr – Todes: twelve steps to hell! Yeah! Ganz großes Tennis. Leider keine Lyrics aufzutreiben.

Selbstaussage der Band: »We don’t take ourselves – or anything else – too seriously. We’ll happily dress up as Mexicans and Cowboys and stick it on Youtube, and we sing about everything from space to saunas.« Sehr sympathische Truppe und ich danke Julia schon mal präventiv (falls mir mehr von dieser Band gefallen sollte) für diesen Vorschlag.

BTW: Gloria Cycles fanden in Brighton, UK zusammen. Treffer. :) Da sie kürzlich auf dem SXSW2010 Festival spielten, gibt es sogar ein legales Download-Häppchen von ihnen im Netz: Gloria Cycles – Chancer (mp3).

4,0 »bitte mehr davon« Punkte

:play: Entertainment For The Braindead – Relapse (von beetFreeQ)

Das fängt schon mal nett und zurückhaltend an: banjolike Gezupfe, leise tröpfelndes Piano, Vocals etwas wie Tori Amos bei Sonnenschein, leiert leicht dahin wie ein Spieluhrliedchen. Kommt zügig an den Punkt, an dem es etwas langatmig werden könnte, aber im Prinzip ist dieses lofi-Geplänkel sehr sympathisch. Leider vermatschen die Vocals dermaßen, dass nur schwer möglich ist, etwas zu vom Text zu erhören. Draussen fällt der Schnee, der Wind rüttelt am Fenster, die Freunde klopfen an und fragen »was machste denn heute«…

»I don’t dare leaving the house tonight.
I don’t care what you say, I’ll will stay inside.
I’ll don’t dare leaving the house this week.
I don’t care what you offer – it’s not what I seek.«

Vieleicht eher ein Retreat in die sicheren vier Wände als ein Relapse? Es sei denn die gute Frau wär schwer soziophob veranlagt, was ich nach der letzten Strophe nicht ganz ausschließen mag. Gut, in diesem Jahr lag auch im Rheinland länger Schnee als sonst, aber nen Jahr in der Bude hocken ist dann doch etwas übertrieben.   weiterlesen…

Welcome to the days of weariness: Hörsturz Runde 17

Runde 17 beim Projekt Hörsturz. Danke für die Fristverlängerung, sonst hätte ichs vermutlich verpennt. Seit dem die Bonustracks immer mit dabei sind (was ich im Prinzip gut finde) ist es immer ein Angang, sich an diesen Beitrag zu machen. So langsam schieße ich mich auf ein eingermaßen konstantes Wertungschema ein, dass ich ähnlich auch in Winamp anwende:

0 – Totalausfall.
1 – grottig
2 – muß echt nicht sein.
3 – ist ok, hörbar, Durchschnitt.
4 – schön, gut, gerne wieder
5 – großartig, wunderbar, Heavy Rotation

:play: Maeckes – Graustufenregenbogen (von WeGi)

Böser Battlerapper verfällt dem Kindchenschema – hatten wir das nicht schonmal? Sido besinnt sich auf seine abgebrochene Erzieherlaufbahn und macht auf Kinderonkel. Maeckes schreibt ein Konzeptalbum: ein neunjähriges Kind, das in seinem Abschiedbrief mit der Welt und dem Leben abrechnet. Tja, auch die Jungs von der Streetgang kommen ins Familiengründungsalter – irgendwann sehen sie so alt aus wie jene von der Opel-Gang jetzt schon. Das Album ist brandneu und der Graustufenregenbogen eine Single daraus. Leider ist der Song vor allem eins: langweilig. Und Sozialkitschig. »Wo sind all die bunten Farben, ich hab sie lang nicht mehr gesehen.« atmet den Geist von gruseligen sozialpädagogischen Betroffenheitsliedchen wie »Ich sammle Farben für den Winter«, in dem das einentlich süße Frederik-Bilderbuch verwurstet wurde. »Warum staunen wir nicht mehr?« Ich staune zumindest über Maeckes, den ich an dieser Stelle das erste mal bewußt als Künstler wahrnehme und zugeben muß, dass mein Vorurteil über ihn bisher danebenlag. Diesen Song finde ich trotzdem albern. 1,5 Punkte.

:play: Flogging Molly – Devil’s Dance Floor (von Robert)

Och, naja… Irish Folk mit Punkgitarren drunter ist nicht soooo originell, aber ich kenne genug nette Leute, die die Flogging Molly gut finden, so ganz irrelevant werden sie also nicht sein. Der Song ist IMHO 08/15. Musikalisch nichts, was man behalten müsste, der Text erzählt von einer Tanzboden-Begegnung zwischen dem Ich-Erzähler und einem verrückt-verruchtem Mädchen aus sozial prekären Verhältnissen. Was die Tanzfläche nun so teuflisch macht leuchtet mir nicht so ganz ein. Vielleicht haben sie Lambada getanzt… 2 Punkte.

:play: Element Eighty – Slackjaw (von Fini)

Soso, »Nu Metal« soll das sein. Ok, ich mag ja auch Linkin Park. Die Band, die sich Quecksilber nannte, will mir aber nicht so recht ins Ohr gehen. Vielleicht bräuchte es etwas Zeit oder guten Willen. Hab ich aber grad nicht. 1,5 Punkte.

:play: Kirlian Camera – Odysee Europa (von Guldhan)

Manchmal entscheidet der erste Eindruck – und bei dem dümmlichen Bildchen, mit dem der Song auf Youtube unterlegt ist, kommen mir ungute Assos hoch. Der Song fängt etwas Kate Bush-Like an, und windet sich dann fast zu Bonnie Tyler’scher Kratzigkeit hoch, mit einem altersmilden Jim Steinman an den Reglern, der für sparsamen Bombast sorgt. Leider vermatschen die Lyrics in dem Soundbrei.
Erstaunlich: diese deutsche Band gibts schon über 30 Jahre. Sie haben sich gut getarnt, denn obwohl ich solcher Musike in früheren Zeiten mal sehr zugetan war, sind sie mir nie über den Weg gelaufen. Dieser Song hat was. Nicht zwingend, aber 3 Punkte gehen ok.

:play: The Coasters – Down in Mexico (von Sir Donnerbold)

Ja, was soll man dazu schreiben. Nettes Liedchen. Eine klassische Combo. Dann auch noch aus einem Tarantino-Film. Etwas angestaubt. Kann ich mit Leben. Muß ich aber nicht. Sagen wir mal: 2,5 Punkte.

Durchschnitt: 2,1. Das ist nicht wirklich viel.

Nun zu den Bonustracks:  weiterlesen…

But we're willing to wait on you: Hörsturz Runde 16

… von wegen! Kinners, die Zeit vergeht wie im Flug. Zwei Runden von beetFreeQs Hörsturz sind vorbeigezogen und ich hab beides mal die Uhr nicht ticken hören. Waren das wirklich immer jeweils zwei Wochen?

Naja, nun ist Runde 16 dran. Eine Sonderrunde zum Thema »Soundtracks«. Also auf ins Getümmel, 5 plus X Songs angehört und total unqualifiziert bewertet…

:play:  Radiohead – Exit Music (For a film) (von Herr Lutz – Romeo und Julia)

Gegen Radiohead darf man ja nicht so viel haben, wenn man unter Postrockern noch was werden will, oder? Ich bin nun kein besonderes großer Radiohead-Hörer (3 von 46000 Scrobbels in 2 Jahren ist kaum im messbaren Bereich), aber nach einem großartigen Konzert beim Hurricane haben sie bei mir ein Stein im Brett, auch diesseits von »Creep«.
Die Romeo & Juliet-Version von ’96 ist ein schöner, bunter, irgendwie interessanter und auch guter Film, für den ich sogar ins Kino gegangen bin.  Das Song & Film zusammengehören erfahre ich erst hier, das mag an der Unsitte vieler Kinos liegen, den Abspann nicht mehr als Teil der Aufführung zu sehen und frühzeitig Licht an und Bild aus zu schalten. Oder dass der Film schon so lange her ist. Radiohead haben ihren Abspann-Song (der angeblich auf Wunsch von Thom Yorke nicht den Weg auf die offiziellen Soundtrack-Veröffentlichungen fand) vorausschauenderweise auch gleich als Rausgeh-Lied betitelt.
Und der Song? Wenn man sich drauf einläßt, ist er großartig, wenn nicht, ist er langweilig. Irgendwie typisch Radiohead, irgendwie… Ich bin gespalten, möchte ihn aber gut finden. 3,14 akademisch korrekte Punkte.

:play: Mark Morgan – Acolytes of the New God (von Guldhan – Fallout 1)

Ehmmmm… Achso… Game-Soundtracks sind auch erlaubt? Mal ne Frage an wissende, die mehr Zocken als ich: geht sowas als »Song« durch? Nette Soundcollage für die Atmo, dazu noch eine, die scheinbar in einer Endlosscheife gefangen ist, aber ne Songstruktur vermag ich nicht zu erkennen. Was mach ich denn damit? Wertung verweigern? Null Punkte? Hmmmm….

:play: Sad Brad Smith – Help Yourself (von Steve – Up In The Air)

Erste Reaktion: neineinein, nicht so ein Simon&Furunkel-Soundalike. Voab: Sad Brad Smith sagt mir gar nix und ich hab auch nix nachgelesen, aber muß ja auch nicht sein. Den Film kenn ich btw auch nicht. Fängt erst sehr dröge und 08/15 an, bekommt aber so ungefähr zur Hälfte einen gewissen Spin und einen Hauch von Originalität, der mich ungewollt mitgrooven läßt. Not bad, guys. »I want you to try to help yourself« – das ist doch mehr als nur eine Anspielung auf »Mrs. Robinson«, oder wie?
Wenn ich in Winamp Songs rate, bekommen ok-Songs 3 und würdichgerneöfterhören Songs schon 4 Sterne, weil die dann automatisch auf entsprechende Playlisten rutschen. Dieser liegt ziemlich genau dazwischen. Wie gut, dass es hier halbe Punkte gibt: 3,5 Sternchen.

:play: Keane – Everybody’s Changing (von endgueltig – Keinohrhasen)

Zwei Fragen, die man vorab klären muß: a) ist Keane eine Band, die man hören will. b) ist Keinohrhasen überhaupt ein Film as we know it – and do we really feel fine with it.
Keane muß ich nicht wegschalten, wenn sie im Radio laufen. Til Schweiger schon, wenn er in Talkshows oder auf Leinwänden auftaucht.  Wie gut, dass es hier um die Musik geht, nicht um den Film. Keane haben bessere Songs gemacht. Bewußt verfolgt hab ich nur so die Singles der ersten Platte, von der auch dieser ist. »Somewhere only we know« oder »Bedshaped« sind längen besser, letzterer ja auch mit tollem Clip (und irgendwie gar nicht so weit von Radiohead entfernt, wenn sie den Kitsch-Regler etwas runterschrauben würden). Der vorliegende Song kackt dagegen etwas ab. Ein grad-noch-ok-Song. In Winamp würd er grad noch 3 Sterne bekommen, hier bekommt er 2,5 Punkte.

:play: Sigmund Groven – Reodors Ballade (von Postpunk – Flåklypa Grand Prix)

Holt das Strickzeug raus, wir basteln uns einen Norweger! Dummerweise klingt das hier eher nach Grieg meets taubstummen Shantychor, die Mundharmonika reisst dauernd Patterns an, auf die ich mit »To my hooday« antworten möchte. Flåklypa Grand Prix scheint ja ein ganz wichtiger (und ziemlich alter – 1975) norwegischer Film zu sein. Ich kann dem Track allerdings nicht viel abgewinnen, vielleicht braucht der wirklich auch den Film dazu. 1,5 sorichtigschlechtbisteauchnicht Punkte

Durchschnitt: 2,625 Punkte, wenn ich Fallout rausfallen lasse… Nicht wirklich viel.

Soviel zu den »offiziellen« Songs. Solange bei den Oscars noch das Vorprogramm läuft, wühl ich mich mal durch die Bonustracks, die außer Konkurrenz laufen:   weiterlesen…

who took the ram from the ramalamadingdong? Hörsturz Runde 13

Oh Schreck, wo ist die Zeit geblieben. Runde 13 des Projekt Hörsturz ist bald zuende und ich hab noch nix geschrieben.

Für alle, die’s nicht kennen: Beim »Hörsturz« werden alle zwei Wochen von beteiligten Blogs Songs vorgeschlagen, davon 5 zufällig ausgewählt und dann der Meute zum Beurteilen vorgelegt. Müsste für mich jetzt die dritte Runde sein und es hat prompt einen Song erwischt, den ich vorgeschlagen habe:

:play:  Die Stiele – Das Blatt (mein Vorschlag)

Hätte vll. doch besser in die geplante Local Heroes-Runde gepasst, aber da war ich ne Woche zu früh dran und ich hab’s ja auch so gewollt.
Entsprechend schlicht die Aufnahme-Quali: DIY-Homerecording auf dem Laptop, ohne Anspruch auf Perfektion. Das Plastik-Piano klingt etwas dünn, stimmlich wäre mehr drin, aber andere Sachen reißen es für mich raus, z.B. der konsequente Einsatz von abseitigen Instrumenten wie Ukulele oder Blockflöten, die Songidee – und natürlich auch den Umstand, dass ich die Akteure schon seit Jahren kenne.
Die erste Hälfte des Songs persifliert mit bedeutungsschwangerem Pathos diverse populäre Mittelalter-Rockbands – man lasse sich kurz die besungene Nichtigkeit auf dem Trommelfell zergehen (‘sterbendes’ Blatt löst im Todeskampf Erdbeben aus? Entlaubungs-Szene aus Monty Pythons Flying Circus, anyone?).
Auf den theatralischen Beginn folgt dann (auch fast Stiele-typisch) ein beschleunigter Part mit Bratzgitarren und den schon erwähnten Blockflöten. Das Meeresrauschen mit Bombenabwurf gehört eigentlich nicht mehr dazu, ist das Outro der dazugehörigen CD. Ich geb zu, ich bin befangen – aber mag den Song tatsächlich: 4 Punkte.

:play: Le Tigre – Deceptacon (von LemonHead )

Ehm, worum geht’s? Versuche grad, aus den Textfetzen einen Sinn abzuleiten, will mir aber nicht so recht gelingen. ^^ Elektrobeats und 80er-Reminiszenzen gehen schonmal klar, der übersichtliche Gitarreneinsatz ebenfalls, allerdings ist mir das stimmlich ne Spur zu kratzig-kreischig, um mir dauerhaft zu gefallen. Es reicht aber locker für 3 Punkte.

:play: A Perfect Circle – Counting Bodies Like Sheep To The Rhythm Of The War Drums (von kasumi )

Volksverdummung via TV ist nicht unbedingt originell, zumal sehr simplifizierend im Video umgesetzt. Trotzdem ja nicht falsch, ebenso die Mutmaßung von gewollter Entpolitisierung und medialer Kriegstreibereivorbereitung durch Doof-TV und gezielter Desinformation. Wie sang schon Mark Knopfler vor gefühlten 100 Jahren:

»They wanna have a war to keep their factories
They wanna have a war to keep us on our knees
They wanna have a war to stop us buying Japanese
They wanna have a war to stop industrial disease
They’re pointing out the enemy to keep you deaf and blind
They wanna sap your energy, incarcerate your mind
Give you Rule Brittania, gassy beer, page three
Two weeks in Espania and Sunday striptease«

Also: nix Neues unter der Sonne. Musik passt zum Thema, auch wenn es mich nicht sonderlich von den Socken reißt. Gab schon bessere Antikriegssongs. No Blood for Oil… Meine Güte, auch schon wieder so lange her. Alles ist eitel – aber dieser Song wird (so fürchte ich) bis zur nächstem Ölkrieg den Test der Zeit nicht bestehen. Immerhin: 3 Überlebenspunkte.

:play: Din[A]Tod – Carol’s fascination (von Robert )

Oha, da hat sich aber ein Bassmensch ganz gewaltig von Peter Hook beeinflussen lassen. Da ich dominantes Bass und melodiöse Bassläufe mag, kann das nicht völlig falsch sein, auch wenn hier der Grat zwischen Hommage und Plagiat fast überschritten ist. Leider klingt das ganze Drumherum zwar gefällig, aber irgendwie auch wie schon x-Mal anderswo gehört. Bei der Stimme muß ich spontan an Pia Lund denken, noch so ein blast-from-the-past. ^^
Seltsam doofer Bandname, aber mit tiefer Wahrheit: DIN-Papierformate sind tot, weil mittlerweile in der internationalen ISO-Norm aufgegangen, aber ich vermute, dass wollten uns die Künstler nicht mitteilen.
»Retro« muß ja nicht unbedingt schlecht sein, aber die 80/90er gefallen mir im Original besser. Auch hier: diplomatische 3 Punkte.

:play: Ocean Colour Scene – Mrs Maylie (von JuliaL49 )

Frage mich beim Lesen der Bandbio, wieso Ocean Colour Scene in den letzten 20 Jahren spurlos an mir vorüber gegangen sind (bei Referenzen wie Oasis und Paul Weller!), der Bandname kommt mir seltsam vertraut vor, vielleicht aus ihrer Madchester-Phase?
Finde beim Anhören des Songs eine mögliche Antwort: ich mag’s nicht. Genauso, wie ich vieles von dem Oasis-Output nur schwer zu ertragen und wenig inspiriert finde, ist das hier einfach nicht meins. Ihr Frühwerk »Sway« schon eher, aber um das gehts ja hier nicht. 2 Trostpunkte.

Macht nen Durchschnitt von 3 für diese Runde. Geht doch.

Die eigentliche Herausforderung: jetzt noch nen schönen lokalen Act für die nächste Runde finden. Hab kurz mit Lockjaw geliebäugelt, aber das ist lange her, und Mijk van Dijk ist auch schon länger kein Heidjer mehr. Also wieder was aus der Abteilung »hoffnungsvolle Nachwuchstalente« der bunten und ziemlich politisierten Musikszene Schneverdingens. Die Band, die sie ‘Frohe Weihnachten’ nannten: :ff:  Mele Kalikimaka mit »WAR 2008«, der rundumerneuerten Version von »War against racism«. Gibt es wahlweise auch bei last.fm als Download. Nette Leute, die ich diverse Male bei Auftritten vor der Linse hatte. Live ne Bank. Laut aufdrehen, sonst macht’s keinen Spaß! :)

food tastes good at 50000 feet: Hörsturz Runde 12

Während draussen leise der Schnee rieselt, mach ich mich mal dran, die 5 Songs der laufenden Hörsturz-Runde zu begutachten. Insgesamt der zwölfte Durchgang, für mich der zweite Lauf.

:play:  Major Parkinson – 197 (von beam)

Möchte mir das jetzt gefallen oder eher nicht? Kann mich nicht entscheiden. Witziges Liedchen, irgendwie, aber auch ziemlich wirr, sowohl optisch als auch musikalisch. Faszinierend, aber ich merk auch, wie’s mir auf die Nerven geht. Ich sag mal: 3 Points

:play: WhoMadeWho – Keep me in my plane (von Kamil)

Wieder mal so eine Band, von der ich bisher nur gelesen hab. Schon der Name schreckt ab. Wer macht sich bitte freiwillig namensgleich mit einem absolut grausamen Song der an sich nur schwer ertragbaren AC/DC?
Fängt auch irgendwie aufdringlich uninspirert an. Sedierte Scissor Sisters? Spätestens beim Refrain mit Toaster war es dann zu spät: Refrain des Tages. Definitv der beste Song dieser Runde. Ich befürchte, ich werde mir das dazugehörige Album gekauft haben, bevor ich diesen Beitrag fertig habe. 4,5 Punkte

:play: Janus – Anita spielt Cello (von Konna)

Musste den ganzen Song lang mit mir kämpfen, ihn nicht abzustellen. Musikalisch ja ganz nett, könnte gefallen. Textlich? »Anita ging nicht mit den anderen ins Gas.« Weil Anita offenbar zum Lagerorchester gehört, die es ja tatsächlich in diversen KZs gegeben hat. Esther Bejarano hat im Orchester in Ausschwitz gespielt und so überlebt. Zwei Konzerte hat sie in den letzten Jahren in Heideblüten-City gegeben, vor fünf Jahren hab ich mit ihr ein paar Worte wechseln können; im letzten Jahr war die Anti-Rechts-Initiative, in der ich sporadisch aktiv bin, Mitveranstalter. Vor dem Leben dieser Frau kann man eigentlich nur den Hut ziehen: Respekt.
»Anita  spielt täglich dem Teufel ein Lied« – und je länger ich zuhöre, je mehr habe ich das Bedürfnis, dem Sänger richtig in die Fresse zu hauen. Ich bin ansonsten ein sehr friedliebender Mensch. Hier aber werd ich das Gefühl nicht los, dass da jemand dieses Lied und diese Geschichte genüsslich zelebriert, um sich in diesem Pathos zu suhlen, sich an Vorstellung, wie es eine Seele zerreißt, an der Todesangst, den Schuldgefühlen und an diesem Elend, aufzugeilen. Widerlich, krank – und eine Verhöhnung der Menschen, die ähnliches tatsächlich durchlebt haben. 0 Punkte

:play: Runrig – Hearts Of Olden Glory (von Stoffel)

Runrig haben einige sehr schöne Songs geschrieben. Dieser gehört nicht dazu. Völlig uninspiriert, plätschert belanglos dahin. Wo Runrig-Songs normalerweise nochmal durchstarten, hört dieser einfach auf. Ist vielleicht auch besser so. Wenn man die Geschwindigkeit etwas hochpitcht, kommt vermutlich »A Dance called America« bei raus. :wink: Das hätte sicher 3-4 Punkte abgeräumt. Aber dieser? Weils Runrig ist: 1,5 Punkte

:play: Vic Chesnutt – Yesterday, tomorrow and today (von Postpunk)

Wäre er nicht kürzlich verstorben und in diesem Zusammenhang durch diverse Blogs gereicht worden, hätte ich ihn vermutlich nicht wirklich wahrgenommen. Nun taucht er hier mit einem Song auf, der gut hörbar und mächtig »bittersweet« ist. Voll mit Traurigkeit, zu viel, um es häufiger hören zu wollen. Oder halt für sehr spezielle Stunden, in denen man sich genauso fühlt. 3 Punkte.

Durchschnitt von 2,4 ist nicht so dolle. Aber bei anderthalb Totalausfällen auch nicht verwunderlich.

Für die nächste Runde ist vorgeschlagen, das jede/r einen Song einer Band aus dem eigenen lokalen Umfeld vorschlägt. Eigentlich eine gute Idee. Kann man Songs im Myspace-Player direkt verlinken? Dann hätt ich was.

[Update] Es wären einige Bands in die Auswahl gekommen, mal abgesehen von Klaus Lage, der auch Kind dieser Stadt ist, aber ich wollte dann doch was nehmen, dass ich auch selber gerne höre. Mein Vorschlag sind deshalb: Die Stiele aus Heideblüten-City. »Das Blatt« ist leicht absurd, eingängig und hat es im letzten Jahr geschafft, auf Platz eins meiner 12-Monats-last.fm-Charts zu kommen.

Torture! Torture! It pleasures me! ;-)

projekthoersturzBeety ruft zur Runde 11 des Hörsturzes, die mein erster »richtiger« Durchgang ist, nach der Weihnachtsliederrunde vom letzten Mal. Aufgrund seiner Jahresendzeitpläne diesmal mit drei Wochen Frist, um seinen Senf zu fünf vorab ausgelosten Songs abzugeben.

Weird Al Yankovic – Fat (von Sir Donnerbold)

Natürlich. Weird Al! Dafür gibs beinahe fünf Punkte, ohne den Song überhaupt hören zu müssen. Eine seiner großartigen Michael Jackson-Parodien, geiles Video (von dem der Anfang hier übrigens fehlt). 0,5 Points minus, weil er noch bessere Sachen gebracht hat, Smells like Nirvana, Lasagna, Eat it oder die Alternative Polka zum Beispiel. ^^
4,5 von 5

Painbastard – Torn (von Kerstin, jetzt mit neuer Adresse)

Frage mich die ganze Zeit, an was mich das erinnert. Drafi Guardian Angel Deutscher? Joachim Wagnerpomp Witt? Nino Jenseits von Eden de Angelo vielleicht? Die späten Sachen von Hubert Kah? Die Stimme hat was von Ivan von den Men without Hats (hab grad ‘I sing last’ im Ohr…). Es bleibt etwas Schlagerhaftes, dass durch die plastiziden Klangteppiche und das lieblose Gerumpel der Rythmusgerätschaften nicht wirklich überdeckt wird.
Der Song würde gerne schön klingen, in ihm steckt sicher auch ein guter Kern. Ich mag Synths, ich mag 80er-Elektro, ich mag melancholisches Zeug. Aber das hier klingt wie gut gemeint, aber nicht gekonnt. Oder besser: nicht gefühlt! Retorten-Emotion. Zu wenig Tiefe und Charisma in der Stimme. Platt. Bemüht. Was der Herr Anwalt nach einem öden Tag in der Kanzlei vielleicht so zusammenbastelt – scheint ihm aber kein existentielles Anliegen zu sein. Selbst Falcos düsteres Spätwerk ist da authentischer. Painbastard? Wenn sonst nix weh tut, dann besser in »Ponyhof« umbenennen. In der Wertung ist der bodenlos gruselige Emo-Kitsch-Clip nicht berücksichtigt.
1,5 von 5

Jupiter One – Flaming Arrow (von Laura)

Normalerweise müsste mir sowas gefallen… Indiegeschrammel :) Ok, stimmlich etwas flach. Der Song sprüht jetzt auch nicht vor Ideen, aber ist schon ganz sympathisch. Nur auf das Video mit den fröhlich brennenden Menschen komme ich nicht so richtig klar. Ist ja hübsch gezeichnet und vermutlich ja alles nur im übertragenen Sinne gemeint, aber so als Gesamtpaket gibts dafür nur (und auch ohne Video nicht mehr)…
3 von 5

Messer Chups – Super Megera (von LemonHead)

Wie abgefahren ist das denn? Sind das die unehelichen Kinder der Leningrad Cowboys? xD
Nichts, was ich mir andauernd anhören würde, aber so spontan und nach ein paar mal anhören bekommt das unglaubliche…
4 von 5

Volbeat – Sad Man’s Tongue (von Konna)

Ich war gespannt: von dieser Band hab ich viel schwärmerisches gehört, aber noch kein bisschen Musik. Die ersten 20 Sekunden dachte ich: ok, Country… Naja, muß ja nicht schlecht sein. Ab Sekunde 45 zieht das Tempo an. Jo, das ist ja mal witzig, das hat Potential. Bei ca. 1:10 wirds dann aber schon wieder langweilig. 08/15 Metalgeschrammmel – und in diesem Kontext wirkt auch die Rockabilly-Stimme nicht mehr spannend, sondern deplaziert. Vielleicht live ne Bank, aber so… Ne, nicht meins. Dick Brave, übernehmen sie!
2,5 von 5

Für die Statistik: Durchschnitt von 3,1 –  gar nicht so schlecht.

Vorschlag für die nächste Runde gibt’s später. Allerdings müsste auch noch einer von mir im Topf sein.

Projekt Hörsturz: die Weihnachts-Ausgabe

projekthoersturzBei der Cover-Blogparade bin ich auf BeetFreeQs Blog und seinen Hörsturz aufmerksam geworden. Die Weihnachts-Edition nehm ich mal als Einstieg in diese Reihe. Mein Vorschlag ist leider nicht mit in die Auswahl gekommen. Das habt ihr nun davon:

Wham – Last Christmas (von endgültig)

Warum nur? Wer durfte das Vorschlagen, warum ist es nicht gekickbanned worden und wieso ist das Lied überhaupt noch erlaubt. Sämtliche bekannten und richtigen Anwürfe gegen den Song (»ist doch gar kein Weihnachtslied…«) spare ich mir. Erschreckenderweise ist es unter den fünf vorgeschlagenen Songs der authentischste: echt 80er Jahre, ist Pop und will gar nichts anderes sein, George Michael kann wirklich singen und Songs schreiben und an sich ist das auch ein ‘ok’ Song. Wenn ich kurz vergesse, dass viele Menschen und Radiomoderatoren »Last Christmas« tatsächlich für ein Weihnachtslied halten, wäre ich in Versuchung, 4 Punkte zu geben. So sinds aber nur 3 Punkte (gibt keinen Link zum Song, sind wohl von Youtube rechtzeigtig zum Fest lahmgelegt worden)

Trans-Siberian Orchestra – Christmas Eve/Sarajevo (von LemonHead und Alph)

Ich hab ja nix gegen Rock meets Classic. Und auch nichts gegen die Neuinterpretation alter Weihnachtslieder, ganz im Gegenteil. Aber was hier passiert, ist letztlich nichts anderes als eine Improübung für Altmetalrocker und Streichorchester (was ja so spektakulär auch nicht mehr ist) auf Grundlage von “God rest ye merry gentlemen”.

Wenn sie nur diese Progrock-Breaks und Zwischenstücke rauslassen würden! Ist man nicht durch das nette Video abgelenkt, sondern hört einfach nur hin, wirken 80% des Tracks wie Vorspiel und Spannungsaufbau für einen Song, der dann nicht passiert. Dabei wären bis 0:40 noch locker 4,5 Punkte drin gewesen. Dramaschwangere Soundtrackmusik aus musikalischen Versatzstücken.

Schau ich mir dann den Titel (‘Sarajevo’) an und sehe das Newscliprisotto, frage ich mich: was will uns der Künstler damit sagen? Gesamteindruck: es bleibt eine gewisse Leere und musikalische Unerfülltheit. Große Chance, leider vertan. Weil es ansonsten nicht weh tut und dank des Intros: 2,5 Punkte

Squirrel Nut Zippers – Santa Claus Is Smoking Reefer (von beetFreeQ)

Wenn man auf ‘lustige’ Songs mit Bezug zum Fest steht… Der Weihnachtsmann kifft – hohoho, was haben wir gelacht. Vermutlich, um diesen Song zu ertragen. 0,5 Punkt wg. musikalische Abwechslung.

Harry Connick Jr. – This Christmas (von Geko)

Plastik-Jazzpop. Mag ich gar nicht. Dieser ‘funky’ Basslauf kommt aus nem Keyboard, oder? Bah! *shiver*  0 Punkte

Blackmore’s Night – Emmanuel (von Melli)

Ich mag Weihnachten um der Sache willen, entsprechend schätze ich auch gute, ‘ernstgemeinte’ Weihnachtslieder. Dies scheint eines davon zu sein. Musikalisch nicht ganz so mein Geschmack, etwas zu gewollt auf ‘ancient’ getrimmt. Aber ist halt Blackmore’s Night, das gehört so. Kommt mir sicher nicht auf den Weihnachts-Sampler, ist aber hörbar.  2,5 Punkte

Kommen wir nun zu den Bonustracks… weiterlesen…