Der letzte Hörsturz, zu dem ich beigetragen habe, ist tatsächlich schon 10 Monate her? Wie die Zeit vergeht… Mittlerweile wurde das Wertungssystem von 5 auf 10 Punkte erweitert, was ich grad noch rechtzeitig vor Veröffentlichung bemerkt habe.
Wer das Projekt Hörsturz nicht kennt: es ist eine kleine Blogparade, für die alle zwei Wochen Songs vorgeschlagen werden können, von denen zehn Lieder dann von den teilnehmenden Blogs kommentiert und bewertet werden dürfen.
Ok, schon die Orgel schreckt mich ab. Die näselnde Knödelstimme nervt mich bei Dylan schon und ansonsten schleppt sich das Teil eher uninspiriert hin. Die Art von »American Music«, mit der ich nichts anfangen kann.
Ausnahmesänger. Bin weder besonders fit im SOAD-Gesamtwerk noch hab ich viel von ihm selbst gehört, aber ich mag diese Stimme. Und diesen Song. Nur 7 Punkte weil ich fürchte, mehr Abstand zu wirklich genialen Songs haben zu müssen und mich das neue Wertungsschema verwirrt. Darf ich Nachkommastellen haben? ^^
Math Rock steht als tag drunter. Muß man gut rechnen können, um solche Musik zu machen? Es besteht die Gefahr, dass mich das hier grad auf dem falschen Fuß erwischt, den einerseits finde ich es irgendwie hörenswert, andererseits fehlt es mir an der inneren Ruhe, um dieses 7-Minuten-Teil würdig aufzunehmen.
Inhaltlich erschließt sich mir dieses Liedchen so auf Anhieb nicht, aber die werden sicherlich wissen, was sie da tun. Musikalisch nichts, was ich laufend hören möchte, zumal der Lofi-Hall-Sound auf die dauer nervt. Knapp unterm Durchschnitt. Warum soll ich mich erschießen?
Projekt Hörsturz, Runde 31. Wer es nicht kennt: bei dieser von beetFreeQ initiierten Blogparade werden alle zwei Wochen Songs vorgeschlagen, anschließend von den beteiligten Bloggern unter die Lupe genommen und dabei mit 0 bis 5 Punkten bewertet. Mitmachen kann im Prinzip jede/r, genaue Regeln hier.
Dieses mal keine Sonderrunde, sondern mehr oder weniger »normale« Musik, dafür aber erstmals zehn (statt sieben) zufällig geloste Pflichtsongs und den Rest der Vorschläge als Bonustracks.
Tocadisco kenne ich nur von einzelnen Remixes, die seinen Namen tragen. Ah, er hat jetzt auch ein eigenes Jodeldiplom Soloalbum raus. Plätschert gefällig vor sich hin. Tut nicht weh. Wird aber auch nicht die Welt verändern.
Der Waschzettel auf seiner Webseite preist diesen Song als eine deutschsprachige Placebo-Adaption an. Naja, so weit hergeholt ist das nicht, aber was dem Geschrammel fehlt ist die Prise musikalische Originalität, die der Songtitel wortspielerisch ankündigt. Ist nichts, was man öfter als einmal hören müsste.
Ok, das kenn ich natürlich. Bis zur Meteora und dieser Jay-Z-Sache fand ich die ziemlich gut – und auch immer noch ganz ok. Diese Depeche Mode-Remix-Sache hat Mike Shinoda wohl ziemlich mitgenommen, denn zwei Songs vom LP-Album Minutes to Midnight wirken, als wären Songstrukturen einfach mal abgepaust worden. Der eine ist »No more sorrow«, dessen Anfang doch sehr an DM’s »Strangelove« erinnert. Der andere hört sich gar nicht so viel anders an und ist »Given up« – und irgendwie läuft da bei mir im Hinterkopf »Policy of Truth« mit. Wie es dem auch sei: dieser Song ist einer der schlechteren auf dem Album. Viel gebülltes Pathos, das einfach so unmotiviert in der Landschaft steht, dazu ziellos rumbratzende Gitarren.
Hey, das ist schön. Schön scheppert die Schrammelgitarre, schön melancholisch pustet die Orgel, leicht depri hängen die Vocals darüber. Ich kann mir noch keinen Reim auf die Totenschädel-Ästhetik des Videos machen und die Lyrics bieten da auch kaum Anhalt. Alte Schweden, das ist nochmal ein Hinhören wert. Vielleicht sogar den Plattenkauf. Gekauft. Das Junip-Komplettset aus dem aktuellen Album »Fields« und den zwei EPs kostet bei Amazon derzeit 11,54 Euro als Download.
Bad Taste! Willkommen zur Sonderrunde des schlechten Geschmacks. Nicht allen war so ganz klar, was tatsächlich unter diesem Motto zu verstehen sei: das, was man selber für ganz übel hält? Songs, die man früher mal toll fand, aber jetzt nicht mehr? Großartigen Trash, von dem man noch nicht mal seinem liebsten Goldhamster erzählen würde? Oder ganz tolle Sachen, für die man von aufrechten Musikliebhabern getötet werden würde?
Tatsächlich ist eine Menge Müll dabei. Ohrenkrebs garantiert. Aber auch ein paar nette Popsongs und einzelne Perlen, auch wenn manche davon aus Plastik sind. Ich befürchte, in dieser Runde muß ich einige Geständnisse machen – stark die Kraft der dunklen Seite des Geschmacks ist. Und hoffe, dass unter den Mitlesenden nur friedliebende Musikliebhaber sind.
Wie üblich beim Projekt Hörsturz kommen zunächst die fünf Pflichtsongs und nach dem Break die Bonustracks.
Dieser Bart! Diese Klamotten an den Mädels (Jaaa, so sahen Menschen früher wirklich aus)! Partykeller-Chic aus den 70ern, Klatschen haarscharf neben dem Beat und die perfekte Symbiose aus NDW und Truck Stop.
Geständis Nummer eins: es gab eine Phase in meinem Leben, in der ich Truck Stop ganz ok fand. Tut mir leid, ist lange her, musikalische Frühverziehung sozusagen; ich bin ein Opfer von Dieter Thomas Heck. Wie der NDW-Kenner weiß: »in einem Studio in Maschen, gleich an der Autobahn«, wo man »Geige, Banjo und Steel Guitar« hört, wurde auch Fräulein »Hohe Berge« Menke produziert, gehörte das Studio doch ihrem Papi. Zwei Welten, die in der Realität also gar nich so weit auseinanderlagen.
Tex Haper kennt sich offenbar auch gut aus: Ideal, Trio, Hubert Kah, Kraftwerk, Joachim Witt – qualifiziertes Namedropping. Sein Casio hat er zielgenau eingesetzt.
Aber völlig hin und weg bin ich von diesem Breakdancer in seinem klassischen 1980er Trainingsklamotten-Outfit. Oldschool. Liebe TSC’ler: macht das mal nach, dann bekommt ihr auch wieder nen Auftritt bei uns…
Für’s künstlerische Gesamtbild und Kindheits-Erinnerungen:
OMG! Der uneheliche E(n)kel von Peter Alexander und Jürgen Marcus!
Ein bestimmter Schlag von jungen Menschen auf dem Weg zu höheren Bildungsweihen sucht in den Unistädten dieses Landes ständig nach einem Grund, um sich die Kante zu geben. Das ist die Art von Musik, die man nur unter Alkoholeinwirkung ertragen kann und die einem auch gleichzeitig den Grund dazu gibt. Will man diesen Menschen die Augen öffnen, verweisen sie auf die Selbstironie des Künstlers und den satirischen Anspruch hinter der Papaya. Ich befürchte, es gibt Überschneidungen mit dem Schlag Menschen, der gleich nach dem Abi die Festivals überfällt, Flunkyball spielt und hinterher die Dixiklos anzündet.
Egal, wie auch immer: keine Ausreden – das ist Schrott.
Man muß nicht unbedingt auf Kinderchöre stehen, um dem Original eine bestimmte Qualität zuzuschreiben, dass aus dem Film »Die Kinder des Monsieur Mathieu (Les Choristes)« stammt. Der Film war 2005 für den Oscar nominiert. Genau dieser Song aus dem Film hatte außerdem eine Nominierung als beste Filmmusik. Also nicht irgendein Liedchen.
Beyoncé Knowles ist ebenfalls keine Unbekannte, bekannt für ihre 3-Oktaven-Stimme und einige nette Popsongs, sowohl solo als auch mit Destiny’s Child. Dummerweise passt hier beides überhaupt nicht zusammen.
Könnte daran liegen, dass sie kein französisch kann (ich auch nicht), es aber trotzdem singt. Kann auch an der üblen Übersteuerung der Tonspur liegen. Das ganze hier ist nicht mal wirklich Trash, sondern einfach nur schlecht gemacht. Ihre Stimme passt nicht zum (seltsam seelenlosen) Kinderchor, ist viel zu aufdringlich, und beim Finale merkt man, dass es nicht um den Song geht, sondern um die Inszenierung von Frau Knowles. Weniger ist manchmal mehr.
Trostpunkt gibt’s, damit noch Platz nach unten bleibt. Ich glaub, ich kauf mir den Soundtrack oder schau mir zumindest den Film mal an.
Im Gegensatz zu dem, was Frau Feldbusch/Pooth so macht, war das künstlerische und sonstige Schaffen dieser Ex von Dieter Bohlen sehr unterhalb meines Radars. Zum Glück.
Liebe Naddel, bitte ab in die Versenkung mit dir – und nimm das Punkteniveau gleich mal mit.
Bin ja nicht so der Experte für Apres-Ski-Hit-Getränke, aber wenn man schon Umlaute singt, sollte man sie auch schreiben.
Warum muß sich DJ Schweber sich eigentlich die Frauen schöntrinken? Alle anderen schon geflüchtet? Mach ich jetzt auch. Schnell weiter zu den Bonustracks.
Ein paar Runden Hörsturz sind an mir vorbeigegangen, weil ich über den Sommer wenig Zeit und oft auch keine Lust hatte. Mit dem Wiedereinstieg wollte ich mir eigentlich noch Zeit lassen, aber erstens hab ich grad Lust und zweitens ist ein Song unter den Pflichttracks, den ich mir nicht entgehen lassen möchte. :)
Hab beim ersten Blick auf den Titel das Schlimmste befürchtet, nämlich die üblich dunkle Soße, von der manche Hörsturz-Mitmacher ja nicht genug bekommen können .
Aber hey, was für eine angenehme Überraschung! Markante Gitarre am Anfang, bei der ich irgendwie an Nothing Else Matters denken muß. Brauchbare Beats, Weltuntergangs-Text und insgesammt stimmige Soundteppiche und musikalische Abwechslung zum Sprechgesang. BTW: Man könnte mal untersuchen, wie sich Weltuntergangs-Songs in den letzten 30 Jahren verändert haben. Mein Eindruck: die atomare Apokalypse ist nach dem Ende des Kalten Krieges weit weg, auch das Thema Umweltzerstörung und Klimawandel ist fast schon wieder durch. Mit Blick auf die Flobots, die unter den Bonustracks noch lauern scheint mir das soziale oder politische Ende der Welt wie wir sie kennen ein präsenteres Thema zu werden.
Fazit zu diesem Song: Schöne Sache, von diesem Herr (oder Herren?) wird man hoffentlich noch mehr hören, zumal er offenbar auch ein weiteres Themenspektrum abdeckt. Bleibt die Frage, wo man die bei Youtube angepriesene kostenlose Download-EP noch bekommen kann. Haben wollen.
Ja, ok. Hmmmm… Fängt ja ganz nett an, versumpft dann aber zu sehr in Südstaatenrockmuster, die ich mir eigentlich nur von Nick Cave gefallen lassen würde. Die Schublade passt vermutlich nicht wirklich, aber das passt wiederrum zu diesem Song, der mir nicht wirkich gefällt. Nuff said.
Hmmmm. Wer meint, grundlos »Jesus« im Stagename führen zu müssen, sammelt bei mir keine Bonuspunke. Die Musik reißt es dann auch nicht wieder raus. Da ist sie ja: die schon erwartete dunkle, uninspirierte Gothic-Soße. Alles in diesem Song hängt an der Stimme der Künsterlin, aber gerade zum Ende, wo sie versucht, noch etwas Spannung aufzubauen, erreicht sie ihr stimmliches Limit und trifft die Töne haarscharf daneben (so um Minute 3 herum). Also: eine Tüte Mitleid for this Wristcutter’s Lullaby.
Auf diesen Track hab ich mich gefreut. Ein klassischer Sterne-Song, der Titeltrack von ihrer ersten EP und damit die erste Veröffentlichung nach der Fast-Weltweit-Zeit und mit dem Hamburger Lineup. Mittlerweile haben sie sich ja neuen musikalischen Ufern zugewandt. Frank Spilker ist für mich einer der großen deutschen Sprachbeherrscher. Kaum ein Sterne-Song, aus dem man nicht etliche Phrasen fürs Weiterdreschen in allen Lebenslagen ernten könnte. Das Sloganhafte in der sog. Hamburger Schule wird ja gerne Tocotronic zugeschrieben, aber Spilker beherrscht das in Song- und Albumlänge, nicht nur in der Titelzeile, die hier ja auch ziemlich in die Irre führt. Eben kein Politsong. Sondern eher über persönliches Unvermögen und Ziellosigkeit: Die letzten drei Hirnzellen in Reihe geschaltet und Sinn produziert: ich konnte das immer, jetzt nicht mehr. Manchmal ist zugedröhnt besser als nichts. Du kannst ficken wen Du willst – was willst Du denn?
Bei dem Gitarrenriff frag ich mich immer wieder, ob die das vll. irgendwoher geklaut haben oder nicht, aber es ist funky und Spilker ist gesangstechnisch dichter am HipHop als bei Indierock. Das Video ist grottig, aber kult. Mir persönlich gefällt die (spätere) Westwerk-Version besser. Lange Rede, ihr ahnt, wo die Reise hingeht, auch wenn es nicht der beste Sterne-Song ist:
Nett. Vielleicht sogar schön. Hat eine gewisse Tiefe, wirkt nicht platt. Leider grad nicht in der passenden Stimmung, also gebe ich präventiv einen halben Punkte mehr.
3 Punkte
Durchschnitt: 3,0 – gar nicht mal so schlecht. Mit den Bonustracks gehts nach dem Klick weiter…