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Critical Error @ Markthalle 2005Painyell @ FZB 2009My Enemies XII Mistakes @ MYA2008 (Freitag)Stoke @ MYA2009

quartalsplatten

der frühe vogel…

Fehlende Väter fördern Nazi-Nachwuchs

Wenn aus Kindern Neonazis werden:

Experten haben festgestellt: Wenn Jungen rechtsradikal werden – Mädchen werden es fast nie –, dann fehlt ihnen oft eine männliche Bezugsperson.

Die Psychoanalytikerin Gertrud Hardtmann, die bis 1998 Professorin für Sozialpädagogik an der TU Berlin war und heute eine psychiatrische Praxis betreibt, hat Einzel- und Gruppengespräche mit Berliner Rechtsradikalen geführt – und analysiert, wie die jungen Männer in die Neonazi-Szene gerieten.

„Wenn die Väter der Jugendlichen nicht aufgrund von Scheidung, Tod oder Trennung abwesend waren, so waren sie häufig depressiv, mit sich selbst beschäftigt, mit ihren eigenen selbstgemachten oder von außen produzierten Problemen – meist einer Mischung – oder mit ihrem Hobby“, schreibt sie in ihrem Buch „16, männlich, rechtsradikal“.

Laut Hardtmann finden Jungen wie Robert Bayer in der Szene Ersatzväter – und ein Modell vermeintlich echter Männlichkeit: Dort gelten die angeblichen Helden der Vergangenheit mehr als die eigene Zukunft, und Prügeleien als Ausdruck von Stärke.

NPD-Watchblog gekickt: Facebook likes Nazis?

NPD-Blog.info ist seit Jahren ein bekannter Beobachter der rechtsextremen Szene in Deutschland.

Kurz vor einer Kampange der Amadeu-Antonio-Stiftung gegen Nazis in den Sozialen Netzwerken kickte Facebook die Seite vom NPD-Blog:

Facebook hat die Seite von NPD-BLOG.INFO in dem sozialen Netzwerk gelöscht. Zur Begründung heißt es, unter anderem seien Seiten nicht gestattet, die hasserfüllt, bedrohlich oder obszön sind. Offenbar meint Facebook, das Watchblog NPD-BLOG.INFO erfüllt diese Kriterien, während Seiten der neonazistischen NPD weiterhin in dem Netzwerk zu finden sind (…) Mittlerweile hat die NPD bei Facebook knapp 3000 Freunde.

Spannenderweise macht Facebook bei der o.g. Kampagne nicht mit, anders als die VZ-Gruppe, die schon lange mit »Netz gegen Nazis« kooperiert.

Please don’t waste my time – and disappear right after the song: Hörsturz Runde 30

Bad Taste! Willkommen zur Sonderrunde des schlechten Geschmacks. Nicht allen war so ganz klar, was tatsächlich unter diesem Motto zu verstehen sei: das, was man selber für ganz übel hält? Songs, die man früher mal toll fand, aber jetzt nicht mehr? Großartigen Trash, von dem man noch nicht mal seinem liebsten Goldhamster erzählen würde? Oder ganz tolle Sachen, für die man von aufrechten Musikliebhabern getötet werden würde?

Tatsächlich ist eine Menge Müll dabei. Ohrenkrebs garantiert. Aber auch ein paar nette Popsongs und einzelne Perlen, auch wenn manche davon aus Plastik sind. Ich befürchte, in dieser Runde muß ich einige Geständnisse machen – stark die Kraft der dunklen Seite des Geschmacks ist. Und hoffe, dass unter den Mitlesenden nur friedliebende Musikliebhaber sind.

Wie üblich beim Projekt Hörsturz kommen zunächst die fünf Pflichtsongs und nach dem Break die Bonustracks.

:play: Tex Haper – New Wave Country (von Postpunk)

Dieser Bart! Diese Klamotten an den Mädels (Jaaa, so sahen Menschen früher wirklich aus)! Partykeller-Chic aus den 70ern, Klatschen haarscharf neben dem Beat und die perfekte Symbiose aus NDW und Truck Stop.

Geständis Nummer eins: es gab eine Phase in meinem Leben, in der ich Truck Stop ganz ok fand. Tut mir leid, ist lange her, musikalische Frühverziehung sozusagen; ich bin ein Opfer von Dieter Thomas Heck. Wie der NDW-Kenner weiß: »in einem Studio in Maschen, gleich an der Autobahn«, wo man »Geige, Banjo und Steel Guitar« hört, wurde auch Fräulein »Hohe Berge« Menke produziert, gehörte das Studio doch ihrem Papi. Zwei Welten, die in der Realität also gar nich so weit auseinanderlagen.

Tex Haper kennt sich offenbar auch gut aus: Ideal, Trio, Hubert Kah, Kraftwerk, Joachim Witt – qualifiziertes Namedropping. Sein Casio hat er zielgenau eingesetzt.

Aber völlig hin und weg bin ich von diesem Breakdancer in seinem klassischen 1980er Trainingsklamotten-Outfit. Oldschool. Liebe TSC’ler: macht das mal nach, dann bekommt ihr auch wieder nen Auftritt bei uns… :wink:

Für’s künstlerische Gesamtbild und Kindheits-Erinnerungen:

3 Punkte

:play: Alexander Marcus – Papaya (von Khitos)

OMG! Der uneheliche E(n)kel von Peter Alexander und Jürgen Marcus!

Ein bestimmter Schlag von jungen Menschen auf dem Weg zu höheren Bildungsweihen sucht in den Unistädten dieses Landes ständig nach einem Grund, um sich die Kante zu geben. Das ist die Art von Musik, die man nur unter Alkoholeinwirkung ertragen kann und die einem auch gleichzeitig den Grund dazu gibt. Will man diesen Menschen die Augen öffnen, verweisen sie auf die Selbstironie des Künstlers und den satirischen Anspruch hinter der Papaya. Ich befürchte, es gibt Überschneidungen mit dem Schlag Menschen, der gleich nach dem Abi die Festivals überfällt, Flunkyball spielt und hinterher die Dixiklos anzündet.

Egal, wie auch immer: keine Ausreden – das ist Schrott.

0 Punkte

:play: Beyonce – Vois sur ton chemin (von Graval)

Man muß nicht unbedingt auf Kinderchöre stehen, um dem Original eine bestimmte Qualität zuzuschreiben, dass aus dem Film »Die Kinder des Monsieur Mathieu (Les Choristes)« stammt. Der Film war 2005 für den Oscar nominiert. Genau dieser Song aus dem Film hatte außerdem eine Nominierung als beste Filmmusik. Also nicht irgendein Liedchen.

Beyoncé Knowles ist ebenfalls keine Unbekannte, bekannt für ihre 3-Oktaven-Stimme und einige nette Popsongs, sowohl solo als auch mit Destiny’s Child. Dummerweise passt hier beides überhaupt nicht zusammen.

Könnte daran liegen, dass sie kein französisch kann (ich auch nicht), es aber trotzdem singt. Kann auch an der üblen Übersteuerung der Tonspur liegen. Das ganze hier ist nicht mal wirklich Trash, sondern einfach nur schlecht gemacht. Ihre Stimme passt nicht zum (seltsam seelenlosen) Kinderchor, ist viel zu aufdringlich, und beim Finale merkt man, dass es nicht um den Song geht, sondern um die Inszenierung von Frau Knowles. Weniger ist manchmal mehr.

Trostpunkt gibt’s, damit noch Platz nach unten bleibt. Ich glaub, ich kauf mir den Soundtrack oder schau mir zumindest den Film mal an.

1 Punkt

:play: Naddel feat. Die Apostel – Zieh Dich aus kleine Maus (2010 Party Version) (von Fini)

Im Gegensatz zu dem, was Frau Feldbusch/Pooth so macht, war das künstlerische und sonstige Schaffen dieser Ex von Dieter Bohlen sehr unterhalb meines Radars. Zum Glück.

Liebe Naddel, bitte ab in die Versenkung mit dir – und nimm das Punkteniveau gleich mal mit.

0 Punkte

:play: DJ Schweber – Jagertee (von Moritz)

Bin ja nicht so der Experte für Apres-Ski-Hit-Getränke, aber wenn man schon Umlaute singt, sollte man sie auch schreiben.

Warum muß sich DJ Schweber sich eigentlich die Frauen schöntrinken? Alle anderen schon geflüchtet? Mach ich jetzt auch. Schnell weiter zu den Bonustracks.

0 Punkte

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NPD behauptet: Norddeutsche sind Deppen

Die bayrische NPD haut in einer Meldung vom 13.7.2010 die Erkenntnis heraus »Länder-Schulleistungsvergleich bestätigt Reichswehr-Einstellungstests«.

Unter dieser Überschrift erklärt sie quasi alle Menschen mit Herkunft nördlich des Weisswurst-Äquators für naturblonde Volldeppen, bei denen Hopfen und Malz verloren und PISA-technisch eh kein Blumenpott zu gewinnen ist.

Nach zig diffamierenden Äußerungen zur angeblichen Überfremdung der Schulklassen kommt ein viel grundsätzlicheres und formschönes Argument zur Sprache:

Bereits in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war den Werbeoffizieren der Reichswehr daher bekannt, daß die Bayern, Baden-Württemberger, Thüringer und Sachsen im Durchschnitt „schlauer“ waren, als Norddeutsche. Liberalisten und Internationalisten werden diese Erkenntnisse natürlich nicht zur Kenntnis nehmen, weil sie aus ideologischen Gründen an der angeblichen Gleichheit aller Menschen festhalten müssen.
Menschen sind gleich vor Gott und dem Gesetz, ansonsten sind sie sehr unterschiedlich, selbst innerhalb eines Volkes.

Was könnte uns die bayrische NPD damit sagen wollen? Vermutlich dieses:

»Liebe Ausländer, ihr seid nicht das eigentliche Problem. Überfremdet unsere Schulen ruhig weiter, vor allem die im Norden. Dass Hamburger und Bremer so schlechte Schüler sind, dafür könnt ihr nichts, dafür können sie noch nicht mal selber was, denen ist auch nicht mehr zu helfen. Die Nordlichter sind halt ne doofe Rasse. Eigentlich sind diese ganzen nordischen, blonden und blauäugigen Herrenmenschen sowieso völlig degeneriert. Wir wissen auch nicht, warum der Führer sie so geil fand. Ist ja auch egal, wen schert schon der Führer. Uns waren die Preussen immer schon suspekt…«

Man könnte fast drüber lachen, wenn nicht auch solche Sätze in der Meldung drin stehen würden:

Aus diesen Gründen wird man mit noch so vielen (nicht mehr vorhandenen) Milliarden Euro ganz bestimmten Ausländergruppen keine Intelligenz vermitteln können, weil diese angeboren ist.

Wo fängt eigentlich solche Diffamierung an, Volksverhetzung zu werden?

(via NPD-Blog)

It ain't over til it's overIt ain’t over til it’s over

Wo wir grad bei Gewalt und fragwürdiger Rolle der Polizei waren: da ist am letzten Wochenende in der Nähe von Tostedt (sozusagen unserer indirekten Nachbarstadt) folgendes passiert:

In der Gemeinde Wistedt (Niedersachsen) dringt vergangenen Sonntag in den frühen Morgenstunden eine Horde vermummter Neonazis in eine WG ein, in der politische Gegner vermutet werden. Die Nazis schlagen mit brachialer Gewalt u.a. mittels Spaten auf Köpfe und Körper ein – zwei der Angegriffenen müssen schwerverletzt ins Krankenhaus.

(…)

Hinter den Angriffen stecken offensichtlich seit langem organisierte Nazi-Strukturen, wie aus Berichten antifaschistischer Recherche-Seiten hervorgeht. Dass dieser brutale Angriff so ungehindert hat stattfinden können, scheint auch eine Folge davon zu sein, dass in der Öffentlichkeit – seitens der Presse oder der Kommunen – keine Diskussion über die Gefährlichkeit der organisierten Nazi-Szene geführt wird – das Problem wird wie so oft verschwiegen.

Hinzu kommt, dass insbesondere von polizeilicher Seite entpolitisiert wird. Organisierte Angriffe nationalsozialistischer Schlägertrupps auf linke Jugendliche werden als “Auseinandersetzungen zwischen Jugendbanden” verharmlost. In solch einem Klima der Anonymität und des Wegsehens können sich die menschenverachtenden Nazi-Banden natürlich weitgehend sicher fühlen und ungehindert mittels Terror ihren “Kampf um die Straße” führen.

(Quelle: Störungsmelder/Zeit.de)

Recherce Nord weiß mehr:

Nur wenige Wochen zuvor ereignete sich eine ähnliche Tat im nahe gelegenen Hollenstedt, als vermummte Neonazis ins Innere einer Wohnung eindrangen. Die bewaffneten Angreifer agierten ebenso gewaltbereit wie kompromisslos, schlugen und traten gezielt auf die Köpfe der am Boden liegenden Personen ein und verletzten diese zum Teil schwer. Auch hier galt die Attacke politischen Gegner_innen

(…)

Als Reaktion auf die Ereignisse des Vortages formierte sich am gestrigen [Pfingst]Montag eine Spontandemonstration in Tostedt. In Sprechchören wurde auf die gewaltsamen Aktivitäten der Neonaziszene aufmerksam gemacht. Deren AnhängerInnen hatten sich zu diesem Zeitpunkt vor dem Ladengeschäft „Streetwear-Tostedt“, einem neonazistischen „Szeneladen“ im benachbarten Todtglüsing versammelt. Unter ihnen auch Mitglieder der sogenannten „Snevern Jungs“, einer als gewaltbereit geltenden Neonazigruppierung aus Schneverdingen. Als sich der antifaschistische Demonstrationszug dem Gebäude näherte, griff die Polizei ein und umstellte die Demonstration.

Da wären sie wieder, unsere Snevern Jungs. Dabei hörte ich vor wenigen Tagen noch jemanden sagen, es gäbe sie so richtig gar nicht mehr. Aber standen sie nicht kürzlich noch bei der Demo in Buchholz auf dem Bahnsteig? Möglicherweise nicht die erste Garde und neue Gesichter, aber als ob das Grund für weniger Sorge wäre. weiterlesen…