fotoflut

Mele Kalkimaka @ MYA2008 (Samstag)Midway @ HABC 2009Both Legs Broken @ MYA2008 (Freitag)She Said Goodbye @ HABC 2010

quartalsplatten

der frühe vogel…

Karsamstag: Nazidemo in Buchholz. Gegendemo auch.Karsamstag: Nazidemo in Buchholz. Gegendemo auch.

Bereits im Dezember 2009 hatte die rechtsradikale NPD in Buchholz/Nordheide eine Demonstration angemeldet, die aber kurzfristig abgesagt wurde. Jetzt wagen die tarndemokratischen Nazis einen zweiten Anlauf. Die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen vermeldete heute:

Für den 3. April 2010 ruft die neofaschistische NPD zu einer Kundgebung im niedersächsischen Buchholz in der Nordheide auf. Unter dem rassistischen Motto “Kriminelle Ausländer ausweisen” kündigt der Unterbezirk Lüneburg der niedersächsischen NPD diese Veranstaltung in Buchholz an.

Auf Indimedia sind weitere Hintergründe zu lesen, unter anderem:

Um die Nazikundgebung zu beantworten, hat sich in Buchholz ein recht breites Bündnis zusammengefunden, um eine gemeinsame Kundgebung durchzuführen. Auf Einladung des Oberbürgermeisters und des DGB, kamen Vertreter_innen von SPD, FDP, CDU, Partei die Linke, den Grünen, der Feuerwehr, Jungen Union, Amnesty International, „Gesicht Zeigen“, Gewerkschaften und Antifa-Gruppen zusammen, um eine gemeinsame Veranstaltung für den Ostersamstag vorzubereiten. Nach längerer diskussion und verschiedenen Ideen, wurde sich auf eine gemeinsame Kundgebung (mit Musik und Trallala) vor dem Buchholzer Rathaus geeinigt.

Angenehm bunte Mischung, wie sie nicht überall gelingt.

Wer regionalen Bezug hat und am Karsamstag noch nichts vor: auf nach Buchholz.

Und nicht provozieren lassen. Dresden war doch ein schönes Zeichen, dass zur Abwechslung mal nur die Nazis dumm und deplaziert dastanden – und nicht wie häufig Antifa und Gegendemonstranten als die größeren Störenfriede dargestellt werden konnten.

Take Action Festival 2005Take Action Festival 2005

Ein Statement gegen die lokalen rechtsdrehenden Elemente: Die French Fries Gone Bad und ZSK in der Schneverdinger FZB im April 2005. Vermutlich gab es auch noch mindestens eine weitere Band, die aber nicht im Bild festgehalten wurde.

What’s your Gesonnenheit?: Frau Köhler schickt Verfassungsschutz

Als wir in Heideblüten-City vor einigen Jahren versuchten, mit viel Engagement sehr unterschiedlicher Leute ein Bürgerbündnis gegen lokale braune Umtriebe auf die Beine zu stellen, bließ uns zuweilen schon ein seltsamer Wind entgegen, der da hieß: wenn wir den Support vom Bürgermeister (CDU) haben wollen, dann muss das Bürgerbündnis sich gegen jede Form von politischen Extremismus positionieren: also auch gegen den von links. Nun war zu keinem Zeitpunkt zu erwarten, das marodierende Antifa-Horden die Stadt in Schutt und Asche legen würden. Im Gegensatz zu den Jungs von Rechtsaußen, bei denen man nicht zweimal fragen muß, um eine Party gesprengt oder menschenverachtendes Gedankengut praxisnah präsentiert zu bekommen. Ich und diverse andere haben das für eine seltsame, aber lokal begrenzte Einzelmeinung gehalten, die unsere Arbeit mit dem klaren Focus gegen Rechts ansonsten nicht beeinträchtigt hat.

Umso mehr gruselt mich, was ich grad von unserer neuen Bundesfamilienministerin Kristina Köhler (CDU) lesen mußte. Geht ja schon ne Weile in diese Richtung, aber das setzt für mich nochmal einen drauf:

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend trägt das Programm für Demokratie, Vielfalt und Toleranz mit. Seit 2001 wurden durch das Programm unterschiedliche Projekte und Initiativen bei ihren Bemühungen für Demokratie und im Kampf gegen Rechtsextremismus unterstützt. Laut den Grünen plant die Ministerin jetzt aber für die neue Förderperiode ab 2011 Gespräche mit dem Bundesinnenministerium und Verfassungsschutz über eine Regelüberprüfung aller Initiativen zu führen.

Spannend dabei ist, dass…

a) … ganz klar die Botschaft mitschwingt, die seit einigen Wochen aus Berlin zu hören ist: im Zweifelsfall ist die Antifa genauso schlimm wie die Nazis. Oder sogar noch schlimmer (siehe Dresden). Wer sich gegen Nazis wehrt, macht sich verdächtig, ein Extremist zu sein, schließlich hat er nicht nur ‘passiv’ eine Meinung, sondern geht auch noch aktiv gegen Andersdenkende vor. Da der (nicht mehr ganz so) neue,  freundliche Faschismus auch äußerlich eher harmlos daherkommt, sind es natürlich die bösen Linken, die das bürgerliche Gesamtbild stören.

b) … unsere Initiative kürzlich doch glatt zweimal ein bisschen Geld für ihre erfolgreiche Arbeit einstreichen durfte. Von mehr oder weniger staatlichen Stellen. Wenn ich jetzt das hier lese…

Es sei gängige Praxis, dass Projekte und Initiativen im Falle einer staatlichen Förderung oder Auszeichnung vom Verfassungsschutz des Bundes und der Länder überprüft würden.

… kommt in mir ein leiser Verdacht auf. Man gibt einer Initiative eine Auszeichnung und etwas Cash dazu – und erwirbt sich somit das Recht, deren Aktive vorab auf ihre Verfassungstreue zu durchleuchten, sie sich ahnungslos über die Blumen und den Scheck freuen. In welchem Umfang da wohl gecheckt wird? Einerseits verständlich, dass man wissen will, wen man da sponsort, aber dass man da gleich den Verfassungsschutz bemühen muß? Ich spür grad so nen leichten Hauch von Überwachungs… Aber vielleicht zieht’s auch nur grad kalt von draussen rein.  :snow:

Ob man mir daraus jetzt einen Strick drehen kann? Aufruf zur Gewalt? Nazis erschießen? Steht mein Server in Sachsen..?
Come on, mal abgesehen davon, dass ich den Kriegsdienst mit gutem Grund verweigert habe: das letzte, was die Rechten brauchen, sind Märtyrer. Für so clever darf man sogar Hardcore-Antifas halten. Außerdem hat das der WDR gesendet. Von meinen verfassungsgemäß gezahlten Gebühren. ^^ Und nachträglich zum Holocaust-Gedenktag sollte das doppelt ok gehen. Auschwitz wurde schließlich auch nicht durch Lovebombing befreit

get a taste of the fixture: Hardcore entnazifiziert

Gute Nachrichten in finsteren Zeiten:

Die Kampagne “Kein Bock auf Nazis” hat die Löschung des Markennamen “Hardcore” erreicht. Ein Neonazi aus Niedersachsen hatte den Begriff beim Markenamt für eine Kleidungsmarke angemeldet. Dieser Eintrag wurde nach Angaben des Anwalts von “Kein Bock auf Nazis” am 28. Dezember 2009 offiziell gelöscht.

Mehr dazu beim NPD-Blog / Kein Bock auf Nazis

:wink:

Kinderlandverschickung reloaded

Das nach dem Verbot der »Heimattreuen Deutschen Jugend« rechtsradikale Familien ihre Kinder nicht zu den Pfadfindern schicken würden, war zu erwarten. Ein neues Sammelbecken für »rechte Brutpflege« entsteht. Erkennungszeichen: Schwarzer Vogel auf weiß-rotem Grund.

Seit über zwanzig Jahren richtet der “Sturmvogel” Fahrten und Lager für Kinder und Jugendliche aus. “Singen, wandern, toben”, so wirbt der “Sturmvogel” 2009 für ein “Wochenendlager” bei Nordhausen, deren Einladungen auch an Neonazi-Familien in Thüringen gegangen sein sollen. Nur nach Rücksprache durfte die Einladung weitergegeben werden. Ähnlich wie die kürzlich verbotene “Heimattreue Deutsche Jugend” (HDJ) ist die Gruppe eben sehr bemüht, ihre Aktivitäten geheim zu halten. Anfang 2009 hat das Bundesinnenministerium die HDJ, die ebenso mit der WJ eng verwurzelt war, verboten.

Trotzdem: “Der ,Sturmvogel’ ist kein Beobachtungsobjekt”, sagt ein Sprecher des Bundesamts für Verfassungsschutz (VS) der taz. Mitte der 90er-Jahre erklärte das Bundesinnenministerium aber, dass der “Sturmvogel” “Anhaltspunkte für rechtsextreme Bestrebungen” aufwies.

Quelle und Rest bei der tageszeitung.