G8 und die Folgen: Bayrischer Lehrerverband und Elternvereinigung warnen vor »Burnout« bei Schülern an den Gymnasien. Man kann zwar zweifeln, ob damit tatsächlich medizinisch korrekter Burnout gemeint ist, aber es gibt ein Gefühl fürs Gemeinte:
Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, hat in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Vorsitzenden der Gymnasialeltern Bayern e.V., Ulrike Köllner, vor einer Zunahme von Burnout- Symptomen bayerischer Gymnasiasten gewarnt. „Viele Schülerinnen und Schüler sind bereits wenige Wochen nach Schulbeginn erschöpft, müde und ausgebrannt“, erklärten beide heute in München. Besonders hart sei der schulische Alltag für die derzeitigen Schüler/innen der 11. Jahrgangsstufen, der erste G8-Jahrgang, der in die Oberstufe eingetreten ist: [...] „Jugendliche haben zum Teil bis zu viermal pro Woche erst um 17 Uhr Schulende und müssen häufig nach langen Schulwegen auch noch Hausaufgaben und Unterrichtsvorbereitungen erledigen.“
[...] „Viele meiner Schülerinnen und Schüler haben dreimal Nachmittagsunterricht, manche auch viermal, von Montag bis Donnerstag, teilweise bis 17 Uhr. Da bleibt nicht viel Zeit für Vor- und Nachbereitung des Unterrichtsstoffes. Zeit für außerschulische Betätigungen wie Sporttreiben oder Engagement in politischen oder sozialen Gruppen wie Umweltschutz oder Jugendarbeit ist kaum noch vorhanden.“
Spannend ist dann die Forderung, die Abhilfe schaffen soll:
Erneut wiederholte Wenzel daher die BLLV- Forderung, möglichst viele Gymnasien zu rhythmisierten Ganztagsschulen auszubauen. „Gymnasien dürfen nicht von Leistungs- und Prüfungsdruck beherrscht werden, der Schüler und Lehrer krank macht.“
Weil die Schüler sowieso keine Zeit mehr für ein Leben außerhalb der Schule haben, können wir sie auch gleich den ganzen Tag zwangskasernieren, denn nur Schule weiß, was gut für Schüler ist. Am Besten noch bei gleichbleibender Lehrerdecke. Das macht auch viel mehr Sinn, als mal über Entschlackung von Lehrplänen, kleinere Klassen, mehr Lehrer, individuellere Förderung und vor allem eine Rücknahme von Abi in Klasse 12 nachzudenken…
[BLLV via Lehrerfreund]


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