fotoflut

A Chinese Restaurant @ MYA2008 (Freitag)Kariert @ HABC 2010My Enemies XII Mistakes @ MYA2008 (Freitag)Painyell @ FZB 2009

quartalsplatten

der frühe vogel…

Stützungskäufe...Stützungskäufe… #2

Die Musikindustrie leidet immer noch. Man mag kaum noch hinsehen. Also weiter fleissig Tonträger und digitale Äquivalente gekauft: die Neuerwerbungen der letzten 6 Wochen.

War die Jahresendphase 2009 vor allem von meiner Wiederentdeckung der Steve Skaith Band und des Latin Quarter-Backkatalogs gekennzeichnet (und dem Phänomen, dass man sich Alben, die man schon hat, wegen rarer Reissue-Bonustracks nochmal kauft), dominiert dieses mal ganz klar die Hamburger bzw. Fast Weltweite Fraktion.

Die aktuelle Begemann wartete eigentlich nur auf einen guten Einkaufspreis, seinen Backkatalog gibt es zum netten Preis und wird nach und nach von mir aufgesammelt. Auf »Rezession, Baby« gibt es diesen schönen Song über Jochen Distelmeyer, dessen »Heavy« ich mir bestellt habe, obwohl ich schon ahnte, dass es mir nicht wirklich gefallen würde, aber vielleicht braucht das einfach noch seine Zeit. Das Buch zur Ausstellung Stadt.Land.Pop. liegt hier schon ganz lange – in weiten Teilen sogar gelesen. Mit der darin vorkommenden Bernadette La Hengst konnte ich trotz zahlreichem Zaunpfahlgewinke von Frank W bisher noch nicht viel anfangen, bis kürzlich die Interview-DVD zur Austellung den Player fand; danach wollte »Niemals dorthin« nicht mehr aus dem Ohr. Schräge Scheibe mit einzelnen Highlights, aber auch einem gewissen Talent, gute Ideen nicht konsequent zu selbsttragenden Songs auszubauen. Die Sterne brachte die Post heute druckfrisch ins Haus. Der ‘Disco total’-Aufschrei ist nur bedingt nachvollziehbar. Weniger Gitarren als sonst, aber alles, was diese Band  sonst auch ausmachte, ist reichlich vorhanden. Ein klassisches Sterne-Album, nur mit leicht anderen Mitteln. Ob die Songs den Relevanztest der Zeit bestehen, ist nochmal ein anderes Thema, aber die Spilkersche Satzbaumaschine hat auch dieses mal Phrasen für alle Lebenslagen zusammengelötet – das ist schon die halbe Miete. »Ich kann den Müll selbst runterbringen« steht als guter Vorsatz bei jedem dritten Küchenaufenthalt mitten im Raum. Schade, dass tatsächlich alle Songs der Riss-EP in identischen (?) Versionen auf dem Album gelandet sind, so hat man als EP-Kenner ein Viertel des Albums schon reichlich gehört und es fühlt sich längst nicht so frisch an, wie ein nagelneues Album es tun sollte.

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It’s the lie of the century

Donnerstag abend spielte Shaun Bartlett im Hamburger Knust als Support vor Minor Majority. Solo, nur mit der Gitarre (und für einen Song mit dem Piano von MM) bewaffnet. Sympathischer Mensch mit Standup-Qualitäten und einigen schönen Songs im Gepäck. Ich konnte nicht gehen ohne seine aktuelle CD vom Merchtisch mitzunehmen.

Zu meinem persönlichen Entsetzen ist mir aufgefallen, dass der Mann sich von Konserve hin und wieder gefährlich nach Jack Johnson anhört. Nun kann ich aus gutem Grund über Jack Johnson nicht viel sagen: ich mag ihn nicht. Zu entspannt, zu entrückt, zu viel Sonne aufs Hirn. »Jack Johnson gilt als der Inbegriff von Freude, Sonne, Sommer, Strand und unbekümmerten Surferfeeling.« las ich grad. Grundsätzlich schon ok, verströmt aber als Grundhaltung biedermeierliches Narkotikum, dass ich nur schwer ertragen kann, da würd ich doch gerne mal ein Streichholz an die Strandhütte legen.

Shaun Bartlett kommt nicht von Hawaii, sondern ist ein in Bahrain und Norwegen aufgewachsener Brite, der Solo sehr chilligen lofi-Pop macht, im Gegensatz zu dem härteren Output seiner früheren Band Yelp. Er fröhnt Outdoor-Freuden (Kilimandscharo-Tour!), hat zwei Soundtracks für Basejump-Filme beigesteuert und ein paar Songs für den Film »Das Orangenmädchen«. Ansonsten hab ich nicht so viel über ihn im Netz gefunden, selbst die Bio auf der Seite seines Labels ist nicht so ganz up to date.

Das aktuelle Album »Shrink the city to a light« ist bei den Amazonen nur als mp3 erhältlich und (leider nicht ganz preiswert) bei CDON. Reinhören in »Secret Mission« und »Miles from the City Lights«.