Das lange Zögern der Vereinigten Staaten und anderer Länder vor einer militärischen Intervention in Libyen war skandalös, ja: ungeheuerlich. Mein Herz schlägt für die Libyer (tatsächlich bedeutet “libi” im Hebräischen “mein Herz”). Und “Nicht-Einmischung” klingt in meinen Ohren wie ein schmutziges Wort. Es erinnert mich an den Spanischen Bürgerkrieg, der tobte, als ich noch ein Kind war. 1936 wurde die Spanische Republik brutal von einem spanischen General, Francisco Franco, mit aus Marokko importierten Truppen angegriffen. Es war ein sehr blutiger Krieg mit unsagbaren Gräueln. Nazideutschland und das faschistischen Italien griffen Franco damals unter die Arme, die deutsche Luftwaffe terrorisierte spanische Städte wie Guernica.
Die westlichen Demokratien weigerten sich hartnäckig, der bedrohten Republik Hilfe zu leisten, und prägten damals den Begriff der “Nicht-Einmischung” – was bedeutete, dass Großbritannien und Frankreich nicht intervenierten, während Deutschland und Italien das sehr wohl taten, und das gnadenlos.
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Wenn es darum geht, einen Genozid zu verhindern, bin ich sogar bereit, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen. Das gilt heute noch. Es ist mir egal, wer Gaddafis mörderischem Krieg gegen sein eigenes Volk ein Ende setzt: UN, Nato oder die USA ganz alleine – wer auch immer es macht, der hat meinen Segen.
“Nicht-Einmischung” lieferte das spanische Volk der Willkür eines Franco aus und schützte Hitler bei seinen Kriegsvorbereitungen. Direkte Einmischung dagegen brachte Milosevic ins Gefängnis des Kriegsverbrecher-Tribunals. Meine Haltung in dieser Frage ist daher ganz klar: Die Doktrin der Nicht-Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder hat ausgedient, wenn es um Völkermord und Massenmord geht. Sie sollte begraben werden, bevor die Leichen zum Himmel zu stinken beginnen.
Man soll ja vorsichtig sein mit Nazi-Vergleichen, aber wo er recht hat, hat er recht.
Drücken wir mal die Daumen, dass sie ihre Revolution durchziehen können.
Bisher hat man im Westen für die arabische Politik eine einfache Rechnung aufgestellt. Es gab das Regime und die Islamisten, den Diktator oder die Moschee. Im Moment wird die politische Landschaft der arabischen Welt völlig umgepflügt, und keiner weiß, welche neuen Pflanzen aus dem Boden sprießen werden. Sie werden sich aber nicht mit den alten politischen Kategorien fassen lassen. Es ist nicht nur ein Politik-, sondern auch ein Generationswechsel, der hier gerade stattfindet. Und die neue Generation weiß zwar, wie sie mit dem Internet umgehen kann, aber sie ist noch nicht politisch organisiert. (Willkommen in der neuen Welt – taz.de)
Ich will gar nicht deutsch sein. Ich will auch nicht türkisch sein. Denn Nationalität ist ein Denkkonzept, das ich nicht anwenden will. Was würde das Deutschsein über mich aussagen? Nichts. Eine Zuschreibung, die mich einengt. Gegen die ich mich wehre.
Was mich ausmacht, das sind meine Interessen und Werte. Auf einer Party würde ich mich eher mit einem linken Italiener oder einer koreanischen Künstlerin unterhalten als mit einer türkischen Kemalistin oder einem deutschen Handballer.
Trotzdem werde ich regelmäßig gedrängt. Man will, dass ich mich entscheide. Deutsch oder türkisch? Sag schon! Ich WILL aber nicht. Verdammt noch mal.
»Die Christliche Initiative Romero verbreitet aktuell eine Persiflage eines ALDI-Prospektes. In dieser weist sie auf menschenrechtlich und arbeitsrechtlich bedenkliche Aspekte der von ALDI angebotenen Billigangebote hin. Die Kritik der Christlichen Initiative Romero an ALDI: Durch seine Billigpreis-Politik fördere das Unternehmen Ausbeutung in Produktionsländern im globalen Süden, etwa in Form von Hungerlöhnen.«
Trotz Drohungen von Aldi will CIR das Fakeprospekt weiter verteilen. Die Prospekt-Macher haben offenbar gut recherchiert, denn der Discounter hat einige Unterlassungsforderungen angeblich bereits wieder zurückgenommen – vermutlich, weil die Behauptungen der CIR stimmen. (via taz)
Das mehrseitige Prospekt (inkl. Mitmach-Shopstopper-Bastelsatz) gibts hier als PDF.