Manchmal kommen Bands ohne Vorankündigung auf den Radar. So ganz ohne Hype. Sind einfach da. Zpyz? Nie gehört. Könnte auch daran liegen, dass der Hype erst noch kommt.
Walking Alone ist die aktuelle Single. Geometrische SciFi-Figuren vor kiefernbestandener norddeutscher Tiefebene. Mutig. Aber bei so einem Song kann man das vielleicht auch einfach mal wagen. 80er-Jahre-Elektro meets STEN und IVAR. Oder die musikalische Verwandschaft im landschaftlich ähnlich gestricktem Dänemark. Ganz großes Tennis ist übrigens der eindeutig selbstgebaute Teil des im Video zu sehenden Instrumentenparks.
Nur: mögen den beiden Berlinern bitte weitere Waschzettel-Texte erspart bleiben, wo von Meister der Massenhypnose und ähnlichem Quark zu lesen ist.
Mir scheint, die Restgeräusch-Sessions auf Rote Raupe wären gerne sowas wie die deutsche Antwort auf Daytrotter. Ein paar namhafte Acts haben sie ja schon in ihr Studio locken können. Zuletzt auch Die Sterne. Herausgekommen sind drei sehr nice Aufnahmen von Convenience Shop, Gib mir die Kraft und Life in Quiz. Zu finden bei Soundcloud.
Lukas Heinser liefert einen 1A-Verriß von Deutschlands vielleicht überflüssigster »Rock«band: Revolverheld.
Es war schlimm. Ungefähr nach einer halben Stunde hätte ich mir eine Lesung vogonischer Dichtkunst herbeigewünscht — oder alternativ irgendjemandes Hände, deren Fingernägel ich auch noch hätte abnagen können. Revolverheld sind eine Band, die mit ihrer naiv-dumpfen Pennälerlyrik und ihrer musikalischen Simplizität selbst Silbermond progressiv erscheinen lassen. Der Umstand, dass sich solche Musik besser verkauft als die von Tomte oder kettcar, könnte dem deutschen Volk dereinst vor irgendeinem internationalen Gerichtshof noch zum Nachteil gereichen.
Der Soundtrack für diese Affenhitzetage: Farin Urlaub – Zu heiss – hier in einer würdigen live-Version.
»ich lieg seit Tagen hier im eigenen Saft
und komme nicht mehr hoch aus eigner Kraft
hab grade gar keine Meinunung zu dem ganzen Scheiß
es ist heiss, es ist heiss, es ist heiss, es ist viel zu heiss.«
Two Door Cinema Club haben ein Album auf dem Markt, aus dem sie guten Gewissens fast jeden Song als Single auskoppeln können (und es AFAIK mit drei Songs auch schon gemacht haben).
Jetzt Nummer vier: »Come Back Home«.
Bemerkenswertes Video, dass mich doch leicht an »Lola rennt« erinnert.
BTW: Auf dem Hurricane Festival haben die drei (plus Verstärkung durch Drummer) das gut gefüllte Zelt ordentlich abgehen lassen. Leider mit deutlich hörbarem Maschineneinsatz, dadurch verdammt nah an der CD, aber mit einer Menge Spielfreunde. Sogar bei der B-Seite »Costume Party« mitsingendes Publikum – hat man auch nicht so häufig. Könnte auch daran liegen, dass der Song als Download verfügbar war. Nach Labrassbanda (die ich leider nur 2 Songs lang sehen konnte) eindeutig die für mich beste Band des Wochenendes, noch vor Massive Attack und Faithless.
Weil der Song so großartig ist – feat. Metallica’s Kirk Hammett an den Saiten…
»I got circumstances but let me stop dancin’ around the issue
And tell you straight forward, I’m poor
A refugee, been in prison and survived the war
I come from the most dangerous city in this universe
You’re likely to get shot at birth«
Es stand ein ziemlich langer Beitrag ins Haus. Wie üblich hatte ich vor, die Tonträger-Neuerwerbungen der letzten Zeit in Bild und ein wenig Text in einen Beitrag zu packen. War aber ein bisschen viel für einen Post, nun also scheibchenweise.
Townsend Records ist ein interessanter Laden. Ein relativ unübersichtlicher Webshop mit Sitz somewhere in Great Britan. Offizieller Online Store für diverse Künstler (spontan fallen mir Moby und Stephen Duffy ein). Wenn man bestellt, kann sich nie sicher sein, wann was eintrudelt. Bestellte Artikel sind manchmal nicht lieferbar und werden gleich gecanceled – oder aber man wartet ewig. Von zwei Bestellungen aus dem April sind immer einige Posten noch nicht versendet, unter anderem die Kraftwerk-Box auf Englisch. Die wäre bei Amazon z.B. 25 Euro teurer gewesen. Dafür am nächsten Tag da. Ich vermute ja, die warten immer die günstigsten Wechselkurse ab, bevor sie was verschicken
Das erste 1000 Robota-Album war konkurrenzlos günstig. Man erinnert sich, dass die drei Hamburger Jungs vor zwei Jahren mal ganz Big am Kanal waren, offenbar sind davon noch Überbestände abzubauen. Deren zweites Album steht übrigens grad in den Startlöchern. Lloyd Cole, dessen Backkatalog ich mir momentan häppchenweise zusammenkaufe, ist teilweise auch zu netten Preisen zu haben.
Insbesondere typisch britische Künstler sind jenseits des Kanals teilweise erheblich preiswerter zu bekommen als hier. In diesem Fall: Gloria Cycles oder die New-Order-Nachfolgeband Bad Lieutenant. Moby‘s Remix-CD gab es hier als Powerpack mit Bonus-CDs, die sich dann aber als 3 Promo-Single-CDs herausstellten, die musikalisch wenig Neues enthielten. Schade.
Alien Sex Fiend ist eine Erinnerung an lustige Abende in Behringen, damals in den 90ern. Sample my Sausage oder Hurricane Fighter Plane, der Trip to the Moon und einige andere schräge Ohrwürmer hatte CJ sowieso nur auf Vinyl und ich war letztens in Retro-Kauflaune. Wenn Townsend mal liefert, folgt auch noch eine 12″-Compilation. Delirious? ist so ziemlich das Gegenteil: eine der bekanntesten Worship-Bands der letzten Jahre hat Ende 2009 ihr letztes Konzert gespielt und es auf CD gepresst. Über das Alan-Wilder-Projekt Recoil hab ich schon mal hier Worte verloren. Die Compilation »Selected« mit der Bonus-CD »Remixed« gabs zum Knüllerpreis. Hat allerdings über 4 Wochen gedauert, bis sie im Briefkasten lag.
Neben der Kraftwerk-Reissue-Box warte ich dummerweise auch noch auf »Heligoland« von Massive Attack. Hätte gerne mal reingehört, bevor ich sie nächstes Wochenende live sehe. Wird wohl nix. Dafür ein weiteres Teil, was man hierzulande eher schwer bekommt: Das Debütalbum der britischen Prog/Folkrock-Formation Iona sowie ein Charity-Sampler »Songs for Luca« aus dem Umfeld der Band. Einfach nur aus der Grabbelkiste eine lokalen Plattendealers mitgenommen: John Watt‘s »It has to be« (damit die Zeile voll wird). Leider nur 2-4 Songs, die wirklich herausstechen. Davon einer übers Landleben in Friesland. Nix mehr mit »Luton to Lisbon« :)
Menschen, die meine zum Teil grenzwertigen musikalischen Vorlieben schon länger ertragen müssen, verdrehen gern die Augen beim Stichwort »senegalesischer Hip-Hop«. Vor Jahren fischte ich aus einer Restetonne in irgendeinem Plattenladen eine Compilation namens »Da Hop« mit Hip Hop made in Senegal, Baujahr 2000. Zum Teil durchaus hörbar; enthält mit »Ndékété Yo« von Bideew Bou Bess mindestens einen echten Hit. :)
Im Mai hab ich meine Sammlung um einen Sampler mit (hauptsächlich) Hip-Hop aus Südafrika, Namibia, Nigeria, Somalia und Sudan erweitert: der Charity-Sampler »Beatz of Good Hope« ist mir in die Finger gekommen.
Die Vorgeschichte dazu: Vor einigen Wochen hatte ich in Hermannsburg die Chance, eine südafrikanische Theatergruppe zu sehen, die unter dem Motto »Ayoba 2010!« ein schlichtes, aber eindrucksvolles Stück über den Alltag in Südafrika und die Hoffnungen in Zusammenhang mit der Fußball-WM auf eine Schulbühne brachten (BTW meine erste Begegnung mit Vuvuzelas). In Deutschland touren die Südafrikaner im Auftrag des »Club der Guten Hoffnung«. Unter dieser Überschrift haben sich einige in Südafrika mit engagierte christliche Missionswerke zusammengetan (unter anderem auch das ELM in Hermannsburg), um im Kontext der WM ihre Arbeit darzustellen (zu der auch Fußballprojekte mit Jugendlichen gehören) und über die Situation im Land zu berichten.
Zu diesem Projekt gehören einige Merch-Artikel, zum Beispiel der meines Wissens erste Fair-Trade-Fußball von einem großen Hersteller: Puma hat tatsächlich einen gut aussehenden, fair gehandelten, kinderarbeitsfreien Fußball auf den Markt gebracht. »Beatz of Good Hope« gehört ebenfalls in diese Merch-Reihe und ist untertitelt mit »Urban music against violence in South Africa«.
Eine bemerkenswerte Zusammenstellung von Musik, darunter viel Rap und Hip-Hop, viele mir absolut unbekannte Künstler, aber auch bekannte Namen wie Nneka oder Arrested Development, deren Compilation-Beitrag »People Everyday« als All-Star-Track vor einigen Tagen die musikalische WM-Eröffnungsparty in Südafrika beschloss. Und auch K’naan.
Es brauchte das WM-Konzert, um den Ohrwurm »Wavin’ Flag« mit dem Namen zusammen zu bringen, den ich vom Sampler schon kannte. Die WM-Eröffnung war kaum vorbei, da war die Single auf meiner Festplatte und zwei Alben bestellt. »Wavin’ Flag« ist offenbar dank Coca-Cola eine der heimlichen WM-Hymnen geworden ist, allerdings ist der Werbesong gegenüber der Albumversion deutlich sinnverändert. Das eine eine positive WM-Hymne, das andere ein Song, um einen Befreiungskampf anzuführen.
Er ist auf dem grünen Sampler mit »Strugglin’« vertreten. Zwei tolle Songs, ein interessanter Mensch, der mit 13 Jahren aus dem zerfallenden Somalia flüchtete (das Land mit den Piraten und den Warlords) und mittlerweile hauptsächlich in Kanada lebt. Der als Kind mit einer gefundenen Handgranate seine halbe Schule in die Luft sprengte und alle Voraussetzungen mitbringt, ein weiteren Cliche-Gangstarapper abzugeben. Er singt und rappt über erlebte und erkannte Gewalt, aber glorifiziert sie nicht. Und folgt nicht Pimp- oder Blinkblink-Mustern.
Sein 2008er Album »Troubadour« ist anläßlich der WM und des Single-Erfolgs kürzlich neu aufgelegt worden, u.a. mit dem Wavin’ Flag-Remix durch will.i.am und David Guetta als Bonustrack. Während ich diese Zeilen schreib, läuft das Album. Musikalisch vielfältig: Soul, afrikanische Einflüsse, Rock (bei »If Rap gets jealous« mit Metallica-Gitarrist Kirk Hammet!), Soul, Reaggae, Folk… Der Mann erzählt Geschichten und auch wenn ich jetzt im Augenblick nicht so auf den Text achte: man kann ihm gut zuhören, und das sogar auf Albumlänge. Das schaffen aus dem Genre bei mir nur wenige Tonträger. Könnte daran liegen, dass er das Genre Hip-Hop/Rap schlicht sprengt.
Für die Non-Heidjer: das Höpen Air ist ein jährliches Open Air-Festival, das der Stadtjugendring Schneverdingen auf der Bühne im Höpen, einer Heidefläche am Stadtrand, veranstaltet. In diesem Jahr immerhin schon zum fünfundzwanzigsten mal und zum ersten mal direkt nach dem Heideblütenfest am 4. September 2010.
Das Festival eröffnet traditionell eine Band aus Schneverdingen bzw. der Region, und diese wird zum vierten Mal in einem Bandcontest im FZB Jugendbereich ermittelt.
Also: Höpen Air Bandcontest IV am 11. Juni ab 20.00 Uhr in der FZB. Mit Bømbøm aus Tostedt, Rising Rage aus Buchholz, She Said Goodbye aus Schneverdingen und den sehr sympatischen Kariert aus Rotenburg. Als Special Guests Chicago Radio aus Schneverdingen und irgendwo las ich was von einer Gastband aus Schweden.
Eintritt kost nix. Fotos zu 90% hinterher hier. ^^
hallo echo…