Manchmal kommen Bands ohne Vorankündigung auf den Radar. So ganz ohne Hype. Sind einfach da. Zpyz? Nie gehört. Könnte auch daran liegen, dass der Hype erst noch kommt.
Walking Alone ist die aktuelle Single. Geometrische SciFi-Figuren vor kiefernbestandener norddeutscher Tiefebene. Mutig. Aber bei so einem Song kann man das vielleicht auch einfach mal wagen. 80er-Jahre-Elektro meets STEN und IVAR. Oder die musikalische Verwandschaft im landschaftlich ähnlich gestricktem Dänemark. Ganz großes Tennis ist übrigens der eindeutig selbstgebaute Teil des im Video zu sehenden Instrumentenparks.
Nur: mögen den beiden Berlinern bitte weitere Waschzettel-Texte erspart bleiben, wo von Meister der Massenhypnose und ähnlichem Quark zu lesen ist.
Es stand ein ziemlich langer Beitrag ins Haus. Wie üblich hatte ich vor, die Tonträger-Neuerwerbungen der letzten Zeit in Bild und ein wenig Text in einen Beitrag zu packen. War aber ein bisschen viel für einen Post, nun also scheibchenweise.
Townsend Records ist ein interessanter Laden. Ein relativ unübersichtlicher Webshop mit Sitz somewhere in Great Britan. Offizieller Online Store für diverse Künstler (spontan fallen mir Moby und Stephen Duffy ein). Wenn man bestellt, kann sich nie sicher sein, wann was eintrudelt. Bestellte Artikel sind manchmal nicht lieferbar und werden gleich gecanceled – oder aber man wartet ewig. Von zwei Bestellungen aus dem April sind immer einige Posten noch nicht versendet, unter anderem die Kraftwerk-Box auf Englisch. Die wäre bei Amazon z.B. 25 Euro teurer gewesen. Dafür am nächsten Tag da. Ich vermute ja, die warten immer die günstigsten Wechselkurse ab, bevor sie was verschicken
Das erste 1000 Robota-Album war konkurrenzlos günstig. Man erinnert sich, dass die drei Hamburger Jungs vor zwei Jahren mal ganz Big am Kanal waren, offenbar sind davon noch Überbestände abzubauen. Deren zweites Album steht übrigens grad in den Startlöchern. Lloyd Cole, dessen Backkatalog ich mir momentan häppchenweise zusammenkaufe, ist teilweise auch zu netten Preisen zu haben.
Insbesondere typisch britische Künstler sind jenseits des Kanals teilweise erheblich preiswerter zu bekommen als hier. In diesem Fall: Gloria Cycles oder die New-Order-Nachfolgeband Bad Lieutenant. Moby‘s Remix-CD gab es hier als Powerpack mit Bonus-CDs, die sich dann aber als 3 Promo-Single-CDs herausstellten, die musikalisch wenig Neues enthielten. Schade.
Alien Sex Fiend ist eine Erinnerung an lustige Abende in Behringen, damals in den 90ern. Sample my Sausage oder Hurricane Fighter Plane, der Trip to the Moon und einige andere schräge Ohrwürmer hatte CJ sowieso nur auf Vinyl und ich war letztens in Retro-Kauflaune. Wenn Townsend mal liefert, folgt auch noch eine 12″-Compilation. Delirious? ist so ziemlich das Gegenteil: eine der bekanntesten Worship-Bands der letzten Jahre hat Ende 2009 ihr letztes Konzert gespielt und es auf CD gepresst. Über das Alan-Wilder-Projekt Recoil hab ich schon mal hier Worte verloren. Die Compilation »Selected« mit der Bonus-CD »Remixed« gabs zum Knüllerpreis. Hat allerdings über 4 Wochen gedauert, bis sie im Briefkasten lag.
Neben der Kraftwerk-Reissue-Box warte ich dummerweise auch noch auf »Heligoland« von Massive Attack. Hätte gerne mal reingehört, bevor ich sie nächstes Wochenende live sehe. Wird wohl nix. Dafür ein weiteres Teil, was man hierzulande eher schwer bekommt: Das Debütalbum der britischen Prog/Folkrock-Formation Iona sowie ein Charity-Sampler »Songs for Luca« aus dem Umfeld der Band. Einfach nur aus der Grabbelkiste eine lokalen Plattendealers mitgenommen: John Watt‘s »It has to be« (damit die Zeile voll wird). Leider nur 2-4 Songs, die wirklich herausstechen. Davon einer übers Landleben in Friesland. Nix mehr mit »Luton to Lisbon« :)
Menschen, die meine zum Teil grenzwertigen musikalischen Vorlieben schon länger ertragen müssen, verdrehen gern die Augen beim Stichwort »senegalesischer Hip-Hop«. Vor Jahren fischte ich aus einer Restetonne in irgendeinem Plattenladen eine Compilation namens »Da Hop« mit Hip Hop made in Senegal, Baujahr 2000. Zum Teil durchaus hörbar; enthält mit »Ndékété Yo« von Bideew Bou Bess mindestens einen echten Hit. :)
Im Mai hab ich meine Sammlung um einen Sampler mit (hauptsächlich) Hip-Hop aus Südafrika, Namibia, Nigeria, Somalia und Sudan erweitert: der Charity-Sampler »Beatz of Good Hope« ist mir in die Finger gekommen.
Die Vorgeschichte dazu: Vor einigen Wochen hatte ich in Hermannsburg die Chance, eine südafrikanische Theatergruppe zu sehen, die unter dem Motto »Ayoba 2010!« ein schlichtes, aber eindrucksvolles Stück über den Alltag in Südafrika und die Hoffnungen in Zusammenhang mit der Fußball-WM auf eine Schulbühne brachten (BTW meine erste Begegnung mit Vuvuzelas). In Deutschland touren die Südafrikaner im Auftrag des »Club der Guten Hoffnung«. Unter dieser Überschrift haben sich einige in Südafrika mit engagierte christliche Missionswerke zusammengetan (unter anderem auch das ELM in Hermannsburg), um im Kontext der WM ihre Arbeit darzustellen (zu der auch Fußballprojekte mit Jugendlichen gehören) und über die Situation im Land zu berichten.
Zu diesem Projekt gehören einige Merch-Artikel, zum Beispiel der meines Wissens erste Fair-Trade-Fußball von einem großen Hersteller: Puma hat tatsächlich einen gut aussehenden, fair gehandelten, kinderarbeitsfreien Fußball auf den Markt gebracht. »Beatz of Good Hope« gehört ebenfalls in diese Merch-Reihe und ist untertitelt mit »Urban music against violence in South Africa«.
Eine bemerkenswerte Zusammenstellung von Musik, darunter viel Rap und Hip-Hop, viele mir absolut unbekannte Künstler, aber auch bekannte Namen wie Nneka oder Arrested Development, deren Compilation-Beitrag »People Everyday« als All-Star-Track vor einigen Tagen die musikalische WM-Eröffnungsparty in Südafrika beschloss. Und auch K’naan.
Es brauchte das WM-Konzert, um den Ohrwurm »Wavin’ Flag« mit dem Namen zusammen zu bringen, den ich vom Sampler schon kannte. Die WM-Eröffnung war kaum vorbei, da war die Single auf meiner Festplatte und zwei Alben bestellt. »Wavin’ Flag« ist offenbar dank Coca-Cola eine der heimlichen WM-Hymnen geworden ist, allerdings ist der Werbesong gegenüber der Albumversion deutlich sinnverändert. Das eine eine positive WM-Hymne, das andere ein Song, um einen Befreiungskampf anzuführen.
Er ist auf dem grünen Sampler mit »Strugglin’« vertreten. Zwei tolle Songs, ein interessanter Mensch, der mit 13 Jahren aus dem zerfallenden Somalia flüchtete (das Land mit den Piraten und den Warlords) und mittlerweile hauptsächlich in Kanada lebt. Der als Kind mit einer gefundenen Handgranate seine halbe Schule in die Luft sprengte und alle Voraussetzungen mitbringt, ein weiteren Cliche-Gangstarapper abzugeben. Er singt und rappt über erlebte und erkannte Gewalt, aber glorifiziert sie nicht. Und folgt nicht Pimp- oder Blinkblink-Mustern.
Sein 2008er Album »Troubadour« ist anläßlich der WM und des Single-Erfolgs kürzlich neu aufgelegt worden, u.a. mit dem Wavin’ Flag-Remix durch will.i.am und David Guetta als Bonustrack. Während ich diese Zeilen schreib, läuft das Album. Musikalisch vielfältig: Soul, afrikanische Einflüsse, Rock (bei »If Rap gets jealous« mit Metallica-Gitarrist Kirk Hammet!), Soul, Reaggae, Folk… Der Mann erzählt Geschichten und auch wenn ich jetzt im Augenblick nicht so auf den Text achte: man kann ihm gut zuhören, und das sogar auf Albumlänge. Das schaffen aus dem Genre bei mir nur wenige Tonträger. Könnte daran liegen, dass er das Genre Hip-Hop/Rap schlicht sprengt.
Neues Album »White Crosses« von Against Me! kommt am 4. Juni. EP zum obigen Track seit April auf dem Markt.
Bei dem Video fällt mir ein, dass mir noch einen Beitrag zur Studie über Gewalt gegen Polizeibeamte schreiben wollte. Ein schönes Beispiel, wie Poltik und Stimmungsmache geht: man befragt ein paar tausend Polizisen. Per Internet-Fragebogen. In Zusammenarbeit mit einer Polizeihochschule. Und niemand kommt auf die Idee, dass es da eine Rückkopplung geben könnte zwischen Befragten und Ergebnis der Umfrage. weiterlesen…
Ich weiß: es ist etwas seltsam, erst zu behaupten, man hätte momentan keine Zeit zum Bloggen – um dann drei Beiträge in Folge rauszuhauen.
Anlass ist »Wait For Me. Remixes!« Bei Moby gab es ja bisher zu fast jedem regulären Album eine Zweitverwertung in Form von Live-DVDs mit Remix-CDs, Deluxe Editions mit B-Seiten-Compilation oder so. Beim insgesamt flauen »Wait for me«-Album ziehen Moby bzw. Mute alle Register: Nach Gratis-Download-Vorab-Single (A Shot in the Head) und Non-Album-Zwischen-Single (One time we lived) und »Such das kostenlose Remix«-Webaktion sowie der Deluxe-Edition mit Ambient-Remix-Album und Live-DVD kommt nächste Woche das Remix-Album raus. Doppel-CD und Download-Super-Bundle mit Bonus-CD.
Das wirkt wahlweise wie »kauf-mich!«-Verzweiflung oder aber wie Fischmarkt-»und noch nen Aal dazu«-Fanausbeutung und wäre natürlich total böse Kommerz-Kacke, wenn das nicht zu fast schon schülerfreundlichen Preisen geschehen würde (Remix-2CD für 12 Euro bzw. 10 Pfund). Die erste CD ist bereits letzte Woche zum Download freigegeben worden und enthält tatsächlich ziemlich gute Remixe, die aus den Songs das rausholen, was ihren Geschwistern auf dem Album fehlt. Drive. Energie. Beats. Abwechslung.
Neben Kurzportraits aller Remixer gibts zu jeder CD ein Mashup-Remix mit 17 bis 20 Minuten Länge, dass man dank Soundcloud auch für lau downloaden kann. Oder auch einbetten :)
Nun wollte ich die Schreibpause mit dem Schlachtruf »Endlich Remix!« beenden und sehe grad, dass ein seit wenigen Stunden als Novität verkauftes Stück Musik (und zwar gar kein schlechtes) schon seit nem halben Jahr kostenlos und legal im Netz schwimmt.
Die Sterne taten gestern per Newsletter kund, dass die neue Single »Gib mir die Kraft« raus ist. Neben einem stark eingedampften Radio Edit (von 4:23 auf 2:37 – wow!) und der Album Version wähnte ich mein Bitten und Hoffen auf schöne Remixe zu »24/7« erhört: Frittenbude haben »Nach Fest kommt Lose« in ähnlicher Manier de- und rekonstruiert, die auch schon Kettcars »Graceland« sehr gut tat – und das findet sich jetzt auf der virtuellen B-Seite. Das »Nach Fest Kommt Fest Frittenbude Remix« ist aber schon seit November für lau zu haben, unter anderem bei on3 oder auf soundcloud. Irgendwie hab ich das damals nicht mitbekommen… Jetzt hab ich halt vor allem für diesen Track die mp3-Single gekauft. Naja, zu verkraften.
Ausgerechnet »Gib mir die Kraft« auszukoppeln ist im Anbetracht der anderen großen Songs auf dem Langspieler schon schräg, aber mit dem Ultrakurz-Kraftmix gewinnt er deutlich. Still waiting for the Remix-Album…
Und bei der Gelegenheit gleich die anderen Hamburger angehängt: bei den Amazonen sind grad Grand Hotel van Cleef-Aktionstage. weiterlesen…
Das für Juni angekündigte Crowded House-Album »Intriguer« spaltet die Fanschaft schon vor seiner Veröffentlichung – und tatsächlich wird es interessant, ob es CH schaffen, nochmal ein Album vom Format eines »Temple of Low Men« oder »Together Alone« nachzulegen, nachdem das Reunion-Album in 2007 eher durchwachsen ausgefallen war.
Während die rundumerneuerte Bandsite noch recht sparsam mit Infos ist, wurde in einem australischen Musikblog schon ein Veröffentlichungstermin für das Album verbreitet: am 11. Juni 2010 soll es downunder erscheinen, fast einen Monat nach der Europa-Tour, die im Mai beginnt. Nächste Woche sei mit der Vorab-Single »Saturday Sun« zu rechnen:
According to the ‘Auspop’ web site, ‘Saturday Sun’, the first single from the new Crowded House album ‘Intriguer’ will be released to radio stations next Monday (April 19). It will be released as a digital single to the public the following Friday (April 23). (Quelle: TitM)
Bereits im März performten CH »Saturday Sun« als Live-Premiere für’s Fernsehen: weiterlesen…
Ist es noch die Musikindustrie, die leidet, oder nicht viel mehr mein Geldbeutel und die Fähigkeit, mir alles anzuhören, was ich Interessantes kaufe? Hmmm…
Wieder mal etwa sechs Wochen nach dem letzten Beitrag dieser Art folgt eine Auflistung der Tonträger, die in physikalischer oder Download-Form den Weg zu mir gefunden haben.
Tante EMI hat mittlerweile quasi den gesammelten Backkatalog des Sumner/Marr-Projektes Electronic zum digitalen Erwerb freigegeben und ich hab somit die gröbsten Lücken um das nicht sooo überzeugende Album »Raise the Pressure« geschlossen. Ich glaub, zu Two Door Cinema Club hatte ich schon was geschrieben. Eine der GitarrenPop-Perlen des Jahres. Ihr kostenlos ladbares Remix von Lasso hat mich endlich mal mit der Nase auf Phoenix gestoßen. Chumbawamba haben ebenfalls ein neues Album draussen, das gar nicht mal so übel ist, aber nicht mehr viel mit Tubthumbing zu tun hat. Allein für den Titel »Torturing James Hetfield« muß man sie gerne haben :) Die neue Fehlfarben ist ultrakurz, nach dem ersten Hören aber ihr Geld wert. LaBrassBanda haben nochmal einen eigenen Beitrag verdient, ebenso The Farm. Moby ist ziemlich geschäftstüchtig und schafft es, selbst mir mit seinem sehr lauen letzten »Wait for me« zweimal Geld aus der Tasche zu ziehen: die »deluxe edition« hat als Bonus das Album in einer (wirklich guten) »Ambient-Version« und außerdem eine DVD mit 2009er Live-Takes u.a. vom Hurricane Festival. Das selbe wird er demnächst wieder tun, denn ein Remix-Album ist für Mai angekündigt. Rainald Grebe gabs endlich mal zu einem akzeptablen Download-Preis. Sondre Lerche war schon mal kurz Thema und bei townsend records in den uk gabs ihn auch zu einem guten Preis, ebenso wie manches aus dem Werk von Lloyd Cole oder die Solo-Scheibe von Tim Booth, der mittlerweile wieder für James singt. Die nächste CD-Bestellung sollte demnächst über den Kanal rollen, von daher wirds höchte Zeit für das hier…
Eine CD-Lieferung aus UK spülte mir heute abend recht preiswert eine CD in die Finger, die zu den UK-Top10-Alben des Jahres 1991 gehört: »30 Something« von Carter The Unstoppable Sex Machine, gerne auch zu Carter USM verkürzt. Eine Mischung aus billigen Drumloops, Keys und Samples, Punk-Gitarren und einer Menge Wut im Bauch – als hätte man die frühen Pet Shop Boys mit The Clash zu einer Homerecording-Session in einem heruntergekommenen Londoner Stadtteil festgesetzt und Alien Sex Fiend für ne halbe Stunde zum Tee eingeladen. Im Kontext des aktuellen Elektro-Revivals sind sie vielleicht eine kleine Wiederentdeckung wert.
»Anyplace Anytime Anywhere« hat glücklicherweise nichts mit Nena zu tun. Eher mit einer Menge Alkohol und wie man ihn als Unterschichts-Brite zielgerichtet einsetzt, um sich gezielt der trostlosen Wirklichkeit zu entziehen: »Anyplace, anytime, anywhere there’s a wonderful world you can share«, egal ob mit Selbstgebrautem, Southern Comfort oder Mundwasser.
Passend zum neuen Album die neue Single. »Live in Quiz« erscheint lt. Amazon am 5. März – leider dort noch ohne Tracklisting; ich hoffe auf Remixe ^^. Auch bei »Depressionen aus der Hölle« könnte ich mir das gut vorstellen… großartiger Song. Drei Singles aus einem Sterne-Album gab es allerdings schon sehr lange nicht mehr. Andererseits: zum aktuellen Konzept würde ein Remix-Album gut passen, und sei es nur als Download. Themenläden Reloaded.
[Update]
1. Die »Single« gibts nur als download, jedenfalls bisher. Schade. Nix mit Remix, nur ein »Radio Edit«. Wundere mich, warum Amazon so tut, als gäb’s ne CD.
2. In diesen Post schlagen täglich diverse Lyric-Gesuche via Google ein. Tatsächlich kommt man bei gängigen Suchbegriffen auf Gut Glück hierher. Ich tu mal so, als wär dieses Blog servicefreundlich und zielgruppenkompatibel. Convenience Shop sozusagen Songtext nach dem Klick. weiterlesen…
hallo echo…