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Neue Möglichkeiten für alte Daten...

Richtig verknüpfte Daten ergeben echten Mehrwert: Google Street View Premium (via Electru). Da bezahlen die Nachbarn doch gerne für.

Hallo Google…

… wer hat Dir eigentlich eingeredet, Du hättest einen Anspruch darauf, überhaupt irgendwas von mir zu wissen oder zu wollen? Wer ich bin, was ich kaufe oder denke oder wo mein Haus wohnt zum Beispiel. Oder wie es aussieht. Oder wie ich aussehe. Und das alles miteinander zu verknüpfen und in einer großen Datenwolke für alle verfügbar zu machen, vor allem aber, um irgendwie und über drei Ecken damit Geld zu verdienen. Denn darum geht es doch, oder? Geld verdienen willst Du. Niemand fotografiert freiwillig die ganze Welt für lau. Das muß sich rechnen. Und dafür willst Du unbedingt ganz viel über mich wissen. Schon klar, hab ich verstanden.

Nur: will ich das nicht. Ich will nicht, dass Du mit meinen Daten Geld verdienst.

Ich sehe auch gar nicht ein, dass ich Dir das extra sagen muß, das ich das nicht will.

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tv&me: 1984

1984 (org: Nineteen Eigthy-Four)

Freitag,  16. April 2010 · 23:15 Uhr @ WDR

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We automatically control your life

Normalerweise mach ich das ja nicht: zweimal dieselbe Quelle nacheinander, aber diese Grafiken von Stéphane Massa-Bidal wären einfach zu schade, um sie nicht zu zeigen.

Zwischen dem vielen anderen coolen und häufiger rebloggten Neo-Retro-Zeug, das man auf seiner Flickr-Seite findet, hat er sich auch auf Google eingeschossen.

Womit? Mit Recht!

What’s your Gesonnenheit?: Frau Köhler schickt Verfassungsschutz

Als wir in Heideblüten-City vor einigen Jahren versuchten, mit viel Engagement sehr unterschiedlicher Leute ein Bürgerbündnis gegen lokale braune Umtriebe auf die Beine zu stellen, bließ uns zuweilen schon ein seltsamer Wind entgegen, der da hieß: wenn wir den Support vom Bürgermeister (CDU) haben wollen, dann muss das Bürgerbündnis sich gegen jede Form von politischen Extremismus positionieren: also auch gegen den von links. Nun war zu keinem Zeitpunkt zu erwarten, das marodierende Antifa-Horden die Stadt in Schutt und Asche legen würden. Im Gegensatz zu den Jungs von Rechtsaußen, bei denen man nicht zweimal fragen muß, um eine Party gesprengt oder menschenverachtendes Gedankengut praxisnah präsentiert zu bekommen. Ich und diverse andere haben das für eine seltsame, aber lokal begrenzte Einzelmeinung gehalten, die unsere Arbeit mit dem klaren Focus gegen Rechts ansonsten nicht beeinträchtigt hat.

Umso mehr gruselt mich, was ich grad von unserer neuen Bundesfamilienministerin Kristina Köhler (CDU) lesen mußte. Geht ja schon ne Weile in diese Richtung, aber das setzt für mich nochmal einen drauf:

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend trägt das Programm für Demokratie, Vielfalt und Toleranz mit. Seit 2001 wurden durch das Programm unterschiedliche Projekte und Initiativen bei ihren Bemühungen für Demokratie und im Kampf gegen Rechtsextremismus unterstützt. Laut den Grünen plant die Ministerin jetzt aber für die neue Förderperiode ab 2011 Gespräche mit dem Bundesinnenministerium und Verfassungsschutz über eine Regelüberprüfung aller Initiativen zu führen.

Spannend dabei ist, dass…

a) … ganz klar die Botschaft mitschwingt, die seit einigen Wochen aus Berlin zu hören ist: im Zweifelsfall ist die Antifa genauso schlimm wie die Nazis. Oder sogar noch schlimmer (siehe Dresden). Wer sich gegen Nazis wehrt, macht sich verdächtig, ein Extremist zu sein, schließlich hat er nicht nur ‘passiv’ eine Meinung, sondern geht auch noch aktiv gegen Andersdenkende vor. Da der (nicht mehr ganz so) neue,  freundliche Faschismus auch äußerlich eher harmlos daherkommt, sind es natürlich die bösen Linken, die das bürgerliche Gesamtbild stören.

b) … unsere Initiative kürzlich doch glatt zweimal ein bisschen Geld für ihre erfolgreiche Arbeit einstreichen durfte. Von mehr oder weniger staatlichen Stellen. Wenn ich jetzt das hier lese…

Es sei gängige Praxis, dass Projekte und Initiativen im Falle einer staatlichen Förderung oder Auszeichnung vom Verfassungsschutz des Bundes und der Länder überprüft würden.

… kommt in mir ein leiser Verdacht auf. Man gibt einer Initiative eine Auszeichnung und etwas Cash dazu – und erwirbt sich somit das Recht, deren Aktive vorab auf ihre Verfassungstreue zu durchleuchten, sie sich ahnungslos über die Blumen und den Scheck freuen. In welchem Umfang da wohl gecheckt wird? Einerseits verständlich, dass man wissen will, wen man da sponsort, aber dass man da gleich den Verfassungsschutz bemühen muß? Ich spür grad so nen leichten Hauch von Überwachungs… Aber vielleicht zieht’s auch nur grad kalt von draussen rein.  :snow:

Ob man mir daraus jetzt einen Strick drehen kann? Aufruf zur Gewalt? Nazis erschießen? Steht mein Server in Sachsen..?
Come on, mal abgesehen davon, dass ich den Kriegsdienst mit gutem Grund verweigert habe: das letzte, was die Rechten brauchen, sind Märtyrer. Für so clever darf man sogar Hardcore-Antifas halten. Außerdem hat das der WDR gesendet. Von meinen verfassungsgemäß gezahlten Gebühren. ^^ Und nachträglich zum Holocaust-Gedenktag sollte das doppelt ok gehen. Auschwitz wurde schließlich auch nicht durch Lovebombing befreit

Elektro-Perso meets Jugendschutz

Kristian Köhntopp weißt darauf hin, wie gut die neuen Jugendmedienschutz-Bestrebungen mit anderen Entwicklungen zusammenpassen:

Andererseits ist das auch genau eine Linie der Politik der aktuellen Regierung: Es sind die kostenlosen Angebote in ausreichender bis exzellenter Qualität, die derzeit den Medienwandel treiben. Unsere Klientelregierung hat nun versprochen, dieses Problem zu beheben. (…) denn es gilt, kostenlose Angebote unattraktiver zu machen, um kompetetiven, traditionell geldgestützt operierenden Sites mehr Luft zum Atmen zu geben. (…)

Das ganze wird am Ende ein Muster-Anwendungsfall für den elektronischen Personalausweis, der notwendig wird, um sich beim Provider und beim Site-Betreiber für den Internet-Zugang und den Inhaltszugriff zu legitimieren.

Wo laß ich den kürzlich, dass es den neuen ePerso ggf. schon ab 12 Jahren geben soll? Würde dann ja so richtig Sinn machen.

I like Chinese: Bürgerzensur durch Jugendschutz

Grad bei Nerdcore gelesen:

Derzeit wird ein Entwurf für einen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag diskutiert und gegen den sehen die Von der Leyenschen Stoppschilder ziemlich blass aus.

Ich hab die Auflistung vom AK Zensur mal in eigene Worte umgebrochen:

  • Zugangs-Anbieter, Webspace-Anbieter und  Webseitenbetreiber haften grundsätzlich für alles, was nicht koscher ist.
  • Alters-Kategorien: ab 0 Jahre, ab 6 Jahre, ab 12 Jahre, ab 16 Jahre, ab 18 Jahre.
  • Alle »Anbieter« müssen sicherstellen, dass Kinder der entsprechenden Altersstufe jeweils ungeeignete Inhalte nicht wahrnehmen. Entweder durch ein von der Kommission für Jugendmedienschutz zugelassenes Altersüberprüfungsverfahren. Oder durch späte »Sendezeiten« (beispielsweise nur zwischen 22 und 6 Uhr, wenn ab 16 Jahre). Oder durch eine Art von FSK-Kennzeichnung durch den Anbieter.
  • Zugangs-Anbieter werden verpflichtet, ausländische Seiten zu sperren, die sich nicht so filtern lassen.
  • Alle »Anbieter« sind verpflichtet, Inhalte zeitnah zu löschen, filtern oder zensieren, »die geeignet sind, die Entwicklung von jüngeren Personen zu beeinträchtigen«, insbesondere bei Inhalten, die von Benutzern selber erstellt werden können (Forenbeiträge, Kommentare, Trackbacks, Links…).

Das bedeutet: Im großen Stil wird Zensur-Infrastruktur aufgebaut. Ähnlich wie schon bei der Killerspiel-Debatte wird wieder einmal – auf ganz großer Ebene und ausgerechnet bei DEM Medium überhaupt – die Jugendschutz-Thematik genutzt, um Inhalte zu zensieren.

Chinesische Verhältnisse durch die Hintertür. Vorratsdatenspeicherung und Zensursula sind Kindergarten dagegen.

Dreist nicht nur die Idee, die ganze Welt möge sich an die Erziehungs- und Moralvorstellungen einer nationalen Jugendschutzkommission unter einer konserativen Regierung halten.

Mutig die Idee, im Zweifelsfall die Welt auszusperren zu wollen.

Lächerlich die Idee der »Sendezeiten«. Werden wir wirklich von Internetausdruckern mit SO SEHR beschränktem Wahrnehmungshorizont regiert?

Fatal die Vorstellung, man könne oder sollte die »Beeinträchtigung« von jungen Menschen verbieten. Mit dieser Argumentation könnte man jede Form von Erziehung, Bildung und Aufklärung untersagen. Wer will die Grenzen ziehen? Gerade im Bereich zwischen 12 und 16 Jahren, wo alle Nase lang individuelle Sprünge in der Persönlichkeitsentwicklung lauern, die Eltern und Mitmenschen staunen lassen und die eigentlich – wenn überhaupt – nach flexibleren Freiräumen rufen und nicht nach mehr Regulierung. Das deutsche FSK-System wird doch schon bei Filmen u.ä. nicht mehr der Realität gerecht.

Und was machen eigentlich Säuglinge im Web? Oder wozu braucht es hier FSK0?

Wir blicken zurück auf gut 15 Jahre Internet als Massenmedium. Mindestens eine Generation von Menschen ist mit diesem Medium aufgewachsen und erwachsen geworden. Die Welt ist nicht untergegangen. Vielleicht sollte man das Konzept »Jugendschutz« mal überdenken…

Also: es geht wieder los. Dummerweise läßt sich die Gegenposition zu dieser Gesetzesmaßnahme nicht in so eine einfache (konstruktive) Parole wie »Löschen statt Sperren« packen. Oder doch?

Man könnte jetzt gut sowas wie eine »Internetpartei« gebrauchen, die sich für dieses Thema stark macht. Schade, dass die Piraten hierzulande nicht mehr Herr im eigenen Haus sind. Orange und Braun liegen farblich halt dicht beieinander, da kann man schon mal was verwechseln.

Danke, Kasperskys, das wars…

Als kürzlich die 2-Jahrs-Schnäppchen-Lizenz vom Bitdefender auslief, hab ich beim örtlichen Elektronik-Dealer vor dem Regal mit den AV-Produkten gestanden und kurz mit Kasperskys Antivirus geliebäugelt, das ich mal unschlagbar gut fand und einige Jahre genutzt habe. Als die 2007er-Version sich aber so gar nicht friedfertig in mein Rechnersetup einbringen wollte (und dann auf der Arbeit eine CB-Version mir beim Installieren den Rechner abschoss), hab ich beschlossen, mich nach Alternativen umzuschauen. Wobei Bitdefender sich auch mit jeder neuen Version als weniger userfriendly präsentierte. Mehrere hundert Spammails abrufen und dann quasi jeden Virenfund mit der Hand wegklicken müssen macht keinen Spaß, nur so als Beispiel.

Dieser Tage sprach Eugene Kaspersky – und bei Heise liest sich das so:

Das Hauptproblem der Kriminalität im Internet sei auf die fehlende oder unzuverlässige Identifizierung der Anwender zurückzuführen, sagte Eugene Kaspersky, CEO des gleichnamigen Antivirenherstellers in einem Interview. Das Internet sei ursprünglich für einen kleinen, nicht-öffentlichen Kreis von US-Wissenschaftlern und Militärs entworfen worden. Nach seiner Meinung ist es ein Fehler gewesen, es so der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
(…) Wenn er die Architektur des Internets ändern könne, würde er Internet-Pässe, eine Internet-Polizei und ein internationales Abkommen zur Befolgung von Internet-Sicherheitsstandards verwirklichen. Ländern, die dem Abkommen nicht beiträten, würden nach Kasperskys Fantasie vom Netz abgeschnitten werden.

Da steckt so eine Prise »real-russisches« Demokratieverständnis drin, die mich irgendwie sprachlos macht. Man mag sich gar nicht ausmalen, wenn so eine Sicht auf das Internet Einzug in die Software einer AV- oder OS-Firma halten würde.

Keine Feindsenderverbote…

Bisher galt nach den Erfahrungen aus der Nazi-Zeit das Tabu: Der Staat manipuliert nicht, was der Bürger rezipiert. Er erschafft keine Feindsenderverbote. Ursula von der Leyen bricht dieses Vertrauensverhältnis. Und wofür? Für Wahlkampf-Propaganda.

omglinksleyenAlvar Freude bringt in seiner Big-Brother-Award-Laudatio nochmal gut auf den Punkt, worum es bei Zensursula geht und wo der Skandal liegt. Mit seiner Einschätzung zu dem aktuellen Status des Gesetzes hat er wohl auch recht. Es ist noch nicht vorbei. Die FDP hat mehr erreicht, als ihr zuzutrauen war, aber weniger als nötig gewesen wäre, um sie als neue »Bürgerrechtspartei« ernstnehmen zu können.

Samy stumm im Wunderland

Song und Video sind schon im Sommer erschienen, aber mir eben grad erst von Nils unter die Nase gerieben worden. Samy Deluxe im Hamburger-Miniatur-Wunderland. Guter Song, schöner Clip. Aber vielleicht sagt ihm nochmal jemand, dass Steuersenkungen nur den Leuten helfen, die überhaupt (ausreichend) Cash verdienen.

Making-of gefunden bei Stephan Hertz