In Hannover streitet man sich ja derzeit wieder um den Sinn und Unsinn von Umweltzonen und Feinstaubbelastung in den Innenstädten. Sei ja alles gar nicht so schlimm, kostet nur Geld und überhaupt…
Wie tödlich Luftverschmutzung sein kann, dröselt Christian Reinboth in einem Bericht über den »Killer Fog« auf, der in 1952 in London 12.000 Menschenleben innerhalb weniger Tage kostete – fast halb so viele wie während der Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges. Eine fast vergessene Katastrophe:
Zwischen dem 5. und dem 9. Dezember des Jahres 1952 hing ein Nebel über London, der so dicht war, dass er 4.000 Menschen das Leben kostete. Weitere 8.000 Einwohner der Stadt starben an den Spätfolgen, nachdem sich der Smog wieder verzogen hatte.
Dies ist die Geschichte einer der schlimmsten Umweltkatastrophen, die sich in Europa je ereignet haben. Obwohl dabei tausende Menschen ihr Leben ließen, weiß heute kaum noch jemand etwas über den „Great Smog of London”. Die Katastrophe wurde verharmlost, verschwiegen, beschönigt und sogar romantisiert.
In einem deutschen Naturschutzgebiet darf ein Ölkonzern mit staatlicher Genehmigung nach Öl und Gas suchen und dabei das Überleben einer bedrohten und geschützten Tierart gefährden, die dazu noch die einzige ihrer Art hierzulande ist.
Klingt irgendwie, als müsste man da auf die Barrikaden gehen. Zumindest hellhörig werden.
Immerhin geht es nicht um irgendwelche kleinen Kröten, sondern trotz ihres Namens ziemlich große Tiere: Schweinswale werden etwa 1,80 m groß und sind Deutschlands einzige Walart. Auf der Doggerbank in der Nordsee, von der ein Stück zu Deuschland gehört, haben sie ein Refugium – gehabt:
Die Explorationsarbeiten von Wintershall verursachen einen infernalischen Lärm, der für Meeressäuger tödlich sein kann”, warnen NABU Schleswig-Holstein, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) und Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). (…) Bei der Erdgassuche feuern 62 Druckluftpulser von Schiffen aus alle sieben Sekunden einen lauten, explosionsartigen Knall ab, der über den Wasserkörper tief in die Erdkruste eindringt. Aus dem reflektierten Schall hoffen Geophysiker ablesen zu können, wo sich Erdgaslagerstätten befinden. Die Lautstärke von teils über 260 dB kann bei Walen und Delfinen schwere Gehörschäden bis zur Taubheit hervorrufen, in unmittelbarer Nähe wirkt der Schall tödlich.
Bereits 2007 wurden die Untersuchungen trotz Protesten und Gegengutachten genehmigt – von Leuten, die möglicherweise nicht ganz so viel davon verstehen, was sie da eigentlich genehmigt haben:
Es gab ein Gutachten, das von der Ölfirma in Auftrag gegeben worden war und besagte, es könne dort ohne Probleme eine seismische Untersuchung stattfinden. Ein Gutachten vom Bundesamt für Naturschutz besagte das Gegenteil. Die Doggerbank war zu der Zeit bereits zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Vor unserer Haustüre war extra ein Schutzgebiet für Schweinswale ausgerufen worden, immerhin unsere einzige einheimische Walart. (…)
In Deutschland ist es so, dass alles, was mit Bergbau zu tun hat, vom Bergamt nach Bergrecht beschieden wird. So wurde die Genehmigung erteilt. Das ist ein echter Skandal.
Das letztere Zitat stammt von Dr. Karsten Brensing, einem Meeresbiologen, der gestern abend bei der NDR-Talkshow »Tietjen und Hirschhausen« zu Gast war (das Zitat selber stammt aus einem anderen Interview, aber vom Inhalt hat er ähnliches erzählt).
Neben den Untersuchungen, die seit 2007 stattgefunden haben, ist generell Lärm in den Ozeanen ein Problem: Blauwale können sich bis zu 1000 km verständigen, auch wenn das dann nur ein »hallo hier bin ich« meint, aber im großen weiten Meer kann das schon eine sehr nützliche Info sein, wenn man nach einem paarungswilligen Gegenüber sucht. Lärm von Schiffen, Sonar und dergleichen reduziert diesen Kommunikationsradius ganz erheblich. Man vermutet, das Desorientierung durch Lärm zu den häufigen Strandungen von Walen und Delphinen führt und zur Abnahme der Blauwalpopulation.
Traurigerweise findet man zu der gesamten Thematik, insbesondere zu der Doggerbank-Sache, kaum irgendwas in der deutschen Bloglandschaft, von Naturschutz- und Taucherblogs vll. mal abgesehen. Google’s Blogsuche findet zum Thema “Doggerbank Wale”: nichts. Google ganz allgemein findet zu dem Thema die üblichen Verdächtigen wie Greenpeace, WWF und diverse Schutzgruppen, aber erstaunlich wenig journalistische Berichte, von Ausnahmen wie der Berliner Zeitung und einer Randnotiz in der tageszeitung mal abgesehen. Fritz von 11k2 hat vor einigen Monaten was allgemeines zur Lärmverschmutzung geschrieben, zu dem Thema siehts auch allgemein etwas besser aus.
Da bloggt man über allen möglichen Stylescheiß, Gadgets, Musik, Twitterkalender… Aber so was geht über zwei Jahre lang völlig an einem vorbei, trotz fast täglichem Blog- und Newskonsum.
Ein Grund, warum besagter Karsten Brensing durch die Talkshows tingelt: Die Doggerbank-Thematik wurde in einen »Ökothiller« verpackt, der am 3. und 4. Januar 2010 mit den üblichen Verdächtigen (Veronika Ferres und Mario Adorf in den Hauptrollen) im ZDF zur besten Sendezeit läuft: »Das Geheimnis der Wale« verlegt den Ort des Geschehens von der Nordsee an die klimatechnisch angenehmeren Küsten vor Neuseeland, natürlich mit schmonzettiger Rahmenhandlung. Brensing hat am Drehbuch mitgewirkt und wissenschaftlich beraten.
Man muß solche Filme ja nicht mögen, aber wer vorm Jahreswechseln noch ne gute Tat offen hat: das wär mal nen Thema, was zu pushen sich lohnen würde. Egal, ob mit oder ohne Film.
Man kann auch einfach auf diese Webseite hinweisen: www.wale.org
Dort auch eindrückliche Klangbeispiele von Meeresgeräuschen der unangenehmen Art und Hintergrundinfos zu Film und Fakten.
Als ich aus der Heide verschwand, gab es das Hurricane Festival noch nicht. Als ich in die Pampa zurückkam, brauchte ich immerhin bis 2008, um das erste mal hinzugehen. Drei Tage nach einem ansonsten sehr geilen Festival kam ich berufsbedingt in Scheeßel vorbei, hatte präventiv die Canon EOS eingepackt und einen Plan: Festzuhalten, wie das Zeltplatzchaos aussieht, wenn 70.000 Besucher wieder weg sind.
Vorhin eine Suchanfrage in den Stats entdeckt, die von Forestle rein kam – nach Eigenaussage eine Suchmaschine, die durch Werbeeinnahmen pro Suchvorgang ca. 0,1 m² Regenwald »rettet«. Netter Ansatz. Die eigentliche Suchmaschine hinter Forestle ist Yahoo.
Geistert wohl schon seit dem Sommer durchs Netz: Per Elektrolyse kann man aus Urin relativ einfach Wasserstoff gewinnen – einem der potentiellen Treibstoffe der Zukunft. Hat man an der Ohio University herausgefunden. Wollte die Info bei PM erst nicht trauen, aber offenbar ist tatsächlich was dran (via).
Man kann nicht sagen, man hätte nichts geahnt, gewusst oder gesagt bekommen. Man es vielleicht nicht geglaubt. Oder hören wollen. Dieser Song ist 20 Jahre alt. Klimawandel ist heute Popkultur, war aber damals schon in den Schlagzeilen, in den Charts und auf MTV – als dunkles Zukunftsgespenst. Heute sind wir ein paar Schritte weiter.
»Cut and move on
Cut and move on
Take out trees
Take out wildlife at a rate of species every single day
Take out people who’ve lived with this for 100,000 years
Inject a billion burgers worth of beef
Grain eaters – methane dispensers«
Beim Shopping vielleicht mal wieder intensiver auf das Kleingedruckte achten und diverse Produzenten (siehe Artikel der Süddeutschen) erstmal grundsätzlich meiden. Der Zusammenhang von Palmöl, Regenwald und Lebensmitteln war mir bisher nicht so präsent.
Europa ist einer der Hauptabsatzmärkte für den Rohstoff, der inzwischen in jedem deutschen Haushalt zu finden ist – als Zutat in Pizza, Margarine, Schokolade, Shampoo, Hautcreme oder Waschmittel. Die Hälfte aller Lebensmittel, die im Supermarkt verkauft werden, enthalten nach Angaben des WWF Palmöl. Ein wachsender Anteil landet zudem als Biosprit in den Autotanks.
Alarmierend ist dabei aus Sicht der Umweltstiftung, dass die meisten Abnehmer in Europa keinen Wert auf zertifiziertes Palmöl aus nachhaltigem Anbau legen. Und dies, obwohl inzwischen größere Mengen auf dem Weltmarkt verfügbar wären, zu einem Preis, der um etwa fünf Prozent über dem Marktdurchschnitt liegt.
“Damit tragen die Verarbeiter zur Vernichtung der letzten Regenwälder bei”, sagte Agrarexpertin Martina Fleckenstein. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace geht davon aus, dass allein in Indonesien jede Minute Urwaldfläche in der Größe von ungefähr fünf Fußballfeldern zerstört wird.
Ich geb zu: reisserische Überschrift. Aber soweit nicht hergeholt…
In akribisch aufgeräumten Gärten ohne geeignete Versteckmöglichkeiten kann der Igel die kalte Jahreszeit nicht überstehen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt daher allen Gartenbesitzern, beim Herbstputz darauf zu achten, dass die kleinen Stacheltiere Unterschlupf finden. Für den Winterschlaf bauen sich die Tiere gerne unter Büschen in einer Mulde ein Nest und bedecken sich mit reichlich Laub. So schützen sie sich vor Frost und Austrocknung. Auch Hohlräume unter Holzstapeln werden gerne angenommen. Gartenbesitzer können ruhig etwas “unordentlich” sein und auch mal Herbstlaub liegen lassen, damit sich der Igel bedienen kann. (via BUND)
hallo echo…