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Die Zeiten, wo Listen mit Leuten erstellt werden, Google frohlockt: doch nur »3 von 100 gegen Street View«:
Die genannte Umfrage könnte schon als Hinweis dienen, dass die Fragestellung falsch ist. Bin ich so dagegen, dass ich mir die Mühe mache, das auch ausdrücklich zu sagen, einen Brief zu schreiben, mich bei Google registrieren zu lassen? Warum muß ich eigentlich sagen »ich will nicht«? Warum muss Google nicht fragen »darf ich«? Auch aus Privacy-Gründen scheint geboten, dass Personen vor einer umfassenden Datenerfassung, in der sie auftauchen sollen, gefragt werden. Warum sollte Street View oder auch für Facebook nicht gelten, was bei Werbepost geltendes Recht ist: Opt-in statt Opt-out. Bei Schauspielern und anderen Künstlern ist es nervig bis lächerlich, bei Bloggern ärgerlich bis peinlich, bei Politikern und Entscheidungsträger eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit: für Geld oder andere Gegenleistungen sein Gesicht oder seinen Namen dranzugeben. Ob nun unser Ex-Ministerpräsi und Mittlerweile-Bundespräsident sich vom AWD-Gründer den Urlaub cofinanzieren läßt (ähnlich wie Ex-Ministerpräsident Lothar Späth in den 90ern) oder ob Til Schweiger bzw die Gala eine Werbung für Braun-Rasierer als Interview über Körperbehaarung tarnt ist letztlich egal. Es bleibt der schaale Beigeschmack, das einem etwas mit unlauteren Mitteln untergejubelt werden soll – und das Leute für ein Linsengericht ihre Seele verkaufen. Verona Feldbusch mag schmerzfrei und egal genug sein, um für Spinat, Telefonauskunft oder ihren Mann zu werben, aber mußte es wirklich ein fragwürdiger Klamottenladen mit Rechtschreibschwäche sein? Hat Pastewka es wirklich nötig, für Atomstrom zu werben? Eine ostdeutsche Feinkostmarke (und zwar offenbar eine, die die Vereinigung samt Treuhand überlebt hat) mit lustiger Anzeigenkampagne. (via) |
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