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Das verbotene Wort heißt HerbstMele Kalkimaka @ MYA2008 (Samstag)Goodbye Jersey @ MYA2009Abnormity @ MYA2008 (Samstag)

quartalsplatten

der frühe vogel…

Blast from the past: Die Musik kommt…

Erst verfällt man nicht ganz grundlos in Voralpenslang (siehe vorherigen Beitrag). Dann wundert man sich, woher diese Phrase wohl kommen mag. Man googled nach und erschrickt vor dem, was sich in den Hirnwendungen im Laufe der Jahrzehnte abgelagert hat. Worum gehts?

Im Hörsturz 18-Beitrag findet sich diese Zeile:

»Auf geht’s Buam, die Musi kommt…«

… weil danach gings ja gleich mit bairischer Blasmusik weiter. Harmlos, sollte man meinen, so ein bisschen Weißwurscht-Slang. Tatsächlich entstammt diese Catchphrase einem TV-Klassiker der ganz besonderen Art…

:!:  [Weiterlesen auf eigene Gefahr]

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Alice Schwarzer fordert: Zensursula now!Alice Schwarzer fordert: Zensursula now!

Da ist man mal ein paar Tage etwas abgelenkt, schon verpasst man den Welttag gegen Internetzensur, ausgerufen von Reporter ohne Grenzen (via). Der war also gestern, am 12.03.2010.

Man mag von solchen Gedenk- und Aktionstagen halten, was man will, aber ich fürchte, man muß das Thema oben halten, damit es nicht untergeht, auch wenn unsere Zensurvorläufer noch (!) vergleichsweise harmlos daher kommen.

Erschreckendes Beispiel: Diese Woche durften bei Maybrit Illner (ZDF) (ab Minute 48:30) zur besten Sendezeit Freiherrin von und zu Bismark Guttenberg und Alice Schwarzer in seltsamer Einigkeit ungestraft und ungebremst die Zensur des Internets den sofortigen Vollzug des auf Eis gelegten Websperrengesetzes  fordern – und dabei unsere Bundesverfassungssiegerin und Justizministerin so sehr an die Wand texten, dass diese kaum noch Luft holen oder wehrhafte Worte zum Schutze der freiheitlich-demokratischen Grundordnung finden konnte. Das ganze Geseihere war wieder da: die zigtrillionen KiPo-Seiten über die man selbstredend täglich im Netz stolpert, welche man ja angeblich sowieso nicht löschen könne, weil ja alles in Bananenrepubliken wie den USA gehostet wird. Zensursula Reloaded, Zensursula Now! Und das nach den Diskussionen und Petitionen. Man mag es nicht glauben.

Generell: Politikerfrauen, die im Windschatten ihres Ministergattens eigene (tages)politische Kampangnen fahren, sollte man verbieten, gibt doch genug andere sozialverträgliche Betätigungsfelder. Die Frau unseres Bundes-Hindukusch-Ministers zieht mit ihrer vorsätzlichen Kinderschutzorganisation echt alle Register, aber ist ja nicht neu. Man wünscht sich den alten Adel zurück in die Yellowpress und auf die Jagdschlösser.

BTT: Posthum zum Welttag gegen Internetzensur findet sich das dazugehörige Logo für ein paar Tage in der Seitenleiste.

Und im selben Abwasch: Das Pagepeel vom AK Vorrat war schon länger überfällig und steht ab sofort brav oben in der Ecke.

Bankkrise trifft Wale: keiner hat’s gemerkt

In einem deutschen Naturschutzgebiet darf ein Ölkonzern mit staatlicher Genehmigung nach Öl und Gas suchen und dabei das Überleben einer bedrohten und geschützten Tierart gefährden, die dazu noch die einzige ihrer Art hierzulande ist.

Klingt irgendwie, als müsste man da auf die Barrikaden gehen. Zumindest hellhörig werden.

Immerhin geht es nicht um irgendwelche kleinen Kröten, sondern trotz ihres Namens ziemlich große Tiere: Schweinswale werden etwa 1,80 m groß und sind Deutschlands einzige Walart. Auf der Doggerbank in der Nordsee, von der ein Stück zu Deuschland gehört, haben sie ein Refugium – gehabt:

Die Explorationsarbeiten von Wintershall verursachen einen infernalischen Lärm, der für Meeressäuger tödlich sein kann”, warnen NABU Schleswig-Holstein, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) und Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). (…) Bei der Erdgassuche feuern 62 Druckluftpulser von Schiffen aus alle sieben Sekunden einen lauten, explosionsartigen Knall ab, der über den Wasserkörper tief in die Erdkruste eindringt. Aus dem reflektierten Schall hoffen Geophysiker ablesen zu können, wo sich Erdgaslagerstätten befinden. Die Lautstärke von teils über 260 dB kann bei Walen und Delfinen schwere Gehörschäden bis zur Taubheit hervorrufen, in unmittelbarer Nähe wirkt der Schall tödlich.

Bereits 2007 wurden die Untersuchungen trotz Protesten und Gegengutachten genehmigt – von Leuten, die möglicherweise nicht ganz so viel davon verstehen, was sie da eigentlich genehmigt haben:

Es gab ein Gutachten, das von der Ölfirma in Auftrag gegeben worden war und besagte, es könne dort ohne Probleme eine seismische Untersuchung stattfinden. Ein Gutachten vom Bundesamt für Naturschutz besagte das Gegenteil. Die Doggerbank war zu der Zeit bereits zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Vor unserer Haustüre war extra ein Schutzgebiet für Schweinswale ausgerufen worden, immerhin unsere einzige einheimische Walart. (…)
In Deutschland ist es so, dass alles, was mit Bergbau zu tun hat, vom Bergamt nach Bergrecht beschieden wird. So wurde die Genehmigung erteilt. Das ist ein echter Skandal.

Das letztere Zitat stammt von Dr. Karsten Brensing, einem Meeresbiologen, der gestern abend bei der NDR-Talkshow »Tietjen und Hirschhausen« zu Gast war (das Zitat selber stammt aus einem anderen Interview, aber vom Inhalt hat er ähnliches erzählt).

meeresbodenrelief-blick-von-suedenNeben den Untersuchungen, die seit 2007 stattgefunden haben, ist generell Lärm in den Ozeanen ein Problem: Blauwale können sich bis zu 1000 km verständigen, auch wenn das dann nur ein »hallo hier bin ich« meint, aber im großen weiten Meer kann das schon eine sehr nützliche Info sein, wenn man nach einem paarungswilligen Gegenüber sucht. Lärm von Schiffen, Sonar und dergleichen reduziert diesen Kommunikationsradius ganz erheblich. Man vermutet, das Desorientierung durch Lärm zu den häufigen Strandungen von Walen und Delphinen führt und zur Abnahme der Blauwalpopulation.

Traurigerweise findet man zu der gesamten Thematik, insbesondere zu der Doggerbank-Sache, kaum irgendwas in der deutschen Bloglandschaft, von Naturschutz- und Taucherblogs vll. mal abgesehen. Google’s Blogsuche findet zum Thema “Doggerbank Wale”: nichts. Google ganz allgemein findet zu dem Thema die üblichen Verdächtigen wie Greenpeace, WWF und diverse Schutzgruppen, aber erstaunlich wenig journalistische Berichte, von Ausnahmen wie der Berliner Zeitung und einer Randnotiz in der tageszeitung mal abgesehen. Fritz von 11k2 hat vor einigen Monaten was allgemeines zur Lärmverschmutzung geschrieben, zu dem Thema siehts auch allgemein etwas besser aus.

Da bloggt man über allen möglichen Stylescheiß, Gadgets, Musik, Twitterkalender… Aber so was geht über zwei Jahre lang völlig an einem vorbei, trotz fast täglichem Blog- und Newskonsum.

Ein Grund, warum besagter Karsten Brensing durch die Talkshows tingelt: Die Doggerbank-Thematik wurde in einen »Ökothiller« verpackt, der am 3. und 4. Januar 2010 mit den üblichen Verdächtigen (Veronika Ferres und Mario Adorf in den Hauptrollen) im ZDF zur besten Sendezeit läuft: »Das Geheimnis der Wale« verlegt den Ort des Geschehens von der Nordsee an die klimatechnisch angenehmeren Küsten vor Neuseeland, natürlich mit schmonzettiger Rahmenhandlung. Brensing hat am Drehbuch mitgewirkt und wissenschaftlich beraten.

Man muß solche Filme ja nicht mögen, aber wer vorm Jahreswechseln noch ne gute Tat offen hat: das wär mal nen Thema, was zu pushen sich lohnen würde. Egal, ob mit oder ohne Film.

Man kann auch einfach auf diese Webseite hinweisen: www.wale.org

Dort auch eindrückliche Klangbeispiele von  Meeresgeräuschen der unangenehmen Art und  Hintergrundinfos zu Film und Fakten.

Ein Fernsehkoch zuviel…

»Deutschland ist jetzt Berlusconi-Land«

Das ZDF ist mit dem heutigen Tag für jeden sichtbar ein Staatssender. Und es ist es nicht mehr nur der Möglichkeit nach, sondern ganz praktisch. Fast so, wie es sich Konrad Adenauer einst gewünscht hat. Was der Alte aus Köln damals plante, wäre glatter Verfassungsbruch gewesen. Was Koch und die Seinen heute taten, ist zumindest Verfassungsbeugung.

zdf_logo»Neues ZDF-Logo geleaked«

Neues aus der Anstalt

Für nächsten Dienstag in den Kalender programmieren:

Di, 20. Okt · 22:15-23:00 · ZDF
Neues aus der Anstalt
Gäste: Hagen Rether, Uwe Steimle, Michael Altinger

Die erste Nachwahl-Sendung…